Pressemitteilung

24 Juni 2020 Eschborn/Frankfurt (Main), DE

Versicherer bauen Immobilienanlagen trotz Pandemie weiter aus

Frankfurt am Main, 24. Juni 2020. Die durchschnittliche Immobilienquote der Versicherungen steigt erneut auf einen historischen Höchststand von 10,8 Prozent, nachdem sie im vergangenen Jahr mit 10,3 Prozent erstmals einen zweistelligen Wert erreicht hatte.

  • Immobilienquote mit 10,8 Prozent auf neuem Allzeithoch
  • Versicherer reagieren mit Risikoaversion auf höhere Volatilität
  • Logistikimmobilien profitieren, Büroflächen verlieren; Einzelhandels- und Hotelimmobilien stürzen ab
  • Europa und Deutschland weiter im Fokus

Die durchschnittliche Immobilienquote der Versicherungen steigt erneut auf einen historischen Höchststand von 10,8 Prozent, nachdem sie im vergangenen Jahr mit 10,3 Prozent erstmals einen zweistelligen Wert erreicht hatte. Damit wächst die Immobilienquote nach ihrem niedrigsten Stand von 6,0 Prozent im Jahr 2009 seit nunmehr einem Jahrzehnt kontinuierlich an. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Trendbarometers Assekuranz 2020 von EY Real Estate, für dessen 13. Auflage im Mai insgesamt 30 Vertreter führender Unternehmen der Assekuranz befragt wurden.

„Versicherungen sind auf stabile, regelmäßige Zinserträge angewiesen. Im Niedrigzinsumfeld sind Immobilien neben Aktien eine der letzten verbliebenen Anlagealternativen, um Renditen oberhalb des risikolosen Zinses zu erwirtschaften“, sagt Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate und Autor der Studie. So gaben 70 Prozent der Befragten an, dass Immobilien aufgrund des herrschenden Anlagenotstandes für sie nahezu alternativlos seien. „Diese Gemengelage erklärt die stetig steigende Immobilienquote der Assekuranz. Daran ändert auch die COVID-19-Pandemie absehbar wenig.“ Für 2020 erwarten sich die Versicherer Renditen von 3,2 Prozent bei direkt und 5,2 Prozent bei indirekt gehaltenen Immobilien. 

Trotz Pandemie: Ausweitung der Immobilienquote geplant

Eine deutliche Mehrheit von 78 Prozent der Befragten gab an, ihre Anlagestrategie aufgrund der Pandemie nicht grundlegend ändern zu wollen. Milde Effekte lassen sich dennoch konstatieren: So wollte vor der Pandemie noch rund die Hälfte der Befragten ihre Immobilienanlagen ausweiten. Derzeit sind es noch 39 Prozent. Die Mehrheit – 54 Prozent der Studienteilnehmer – möchte ihre Immobilienquote auf gleichem Niveau halten. Während vor der Pandemie keiner der Befragten beabsichtigte, die Immobilienanlagen zu verringern, gaben dies nun sieben Prozent der Versicherer an. „Ein leicht negativer Effekt durch die Pandemie ist erkennbar. Von einer Trendumkehr, wie wir sie nach der Weltfinanzkrise erlebt haben, kann derzeit jedoch noch keine Rede sein“, sagt Fischer. „Im Gegenteil: Ein Großteil der Versicherungsbranche möchte Immobilienanlagen auch heute, inmitten der Pandemie, weiter halten oder gar ausweiten.“ 

Höhere Volatilität erfordert Anpassungen

59 Prozent der Befragten gaben an, dass Immobilien die Anlageklasse seien, die sie trotz Pandemie am stärksten ausbauen. Und 74 Prozent der Befragten erwarten pandemiebedingt einen sich noch weiter verschärfenden Anlagenotstand auf den Immobilienmärkten. Gleichzeitig wollen 96 Prozent der Teilnehmer aufgrund einer erwarteten höheren Volatilität ihre Anlagen noch intensiver beobachten. 84 Prozent konzentrieren sich darauf, mögliche Abwärtsrisiken abzusichern. Generell steigt als Folge der Pandemie die ohnehin schon recht hohe Risikoaversion der Assekuranz aus Sicht von 77 Prozent der Teilnehmer. 

Pandemie-Resilienz treibt Anlageallokation

Beliebteste Assetklasse für die Assekuranz – 83 Prozent der Befragten legen ihren Fokus hierauf – ist nun der Logistikimmobiliensektor. Auch Wohnimmobilien, die 75 Prozent der Teilnehmer im Fokus haben, bleiben weiterhin attraktiv, im Vorjahr hatten 74 Prozent der Befragten hier einen Schwerpunkt gesetzt. „Bemerkenswert ist die Verschiebung des Investmentfokus: Die Versicherungsbranche hat rasch reagiert und adjustiert ihre Anlageallokation hin zu pandemieresilienten Assetklassen“, sagt Fischer. 

Anders sieht es bei den Assetklassen aus, die von der Pandemie unmittelbar betroffen waren oder sind. Büroimmobilien, das bislang bevorzugte Segment der Versicherer, verlieren krisenbedingt an Attraktivität: Während im Vorjahr noch alle Befragten ihren Fokus auf Büroimmobilien legten, sind es derzeit nur noch 73 Prozent. Deutlich drastischer stellt sich die Lage im Einzelhandels- und Hotelimmobiliensegment dar: Einzelhandelsimmobilien werden – wie auch Gesundheitsimmobilien – nur von 35 Prozent der Studienteilnehmer nachgefragt. Noch weiter abgeschlagen ist der Hotelimmobiliensektor: Lediglich sieben Prozent der Versicherer legen hierauf nur einen mittleren Fokus. 

Europa und Deutschland sind favorisierte Immobilienmärkte für Versicherer

Weltweit bleibt Europa mit 46 Prozent der klar favorisierte Standort der befragten Versicherer, gefolgt von Nordamerika (36 Prozent) sowie Asien und Ozeanien (25 Prozent). An den Immobilienmärkten Zentral- und Südamerikas sowie Afrikas besteht kein Interesse. Innerhalb Europas bevorzugen die Versicherungen West- (64 Prozent), aber auch Nordeuropa (46 Prozent). Beliebtestes Land bleibt Deutschland: 96 Prozent der Befragten legen demnach ihren Investmentfokus für das laufende Jahr darauf. 

 

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