Pressemitteilung

18 August 2020 Stuttgart, DE

Stadtwerke suchen Zusammenarbeit mit anderen Branchen – Digitalisierung ermöglicht neue Geschäftsfelder

Stuttgart / Berlin 18. 08. 2020. Die zunehmende Digitalisierung und die branchenübergreifende Zusammenarbeit eröffnen den Stadtwerken in Deutschland neue Geschäftsfelder. So sehen 79 Prozent der Energieversorger großes Synergiepotenzial im Bereich Telekommunikation, und jeweils 72 Prozent in der Wohnungswirtschaft und der Wärmeindustrie.

  • Größte Synergiepotenziale in der Telekommunikation, in der Wohnungswirtschaft und in der Wärmeindustrie 
  • Digitalisierung hat für 79 Prozent der Energieversorger besonders hohe Bedeutung
  • Hohe Erwartungen an Ausbau der Smart-Meter-Infrastruktur – z.B. genaue Abrechnung oder Kombitarife möglich
Die zunehmende Digitalisierung und die branchenübergreifende Zusammenarbeit eröffnen den Stadtwerken in Deutschland neue Geschäftsfelder. So sehen 79 Prozent der Energieversorger großes Synergiepotenzial im Bereich Telekommunikation, und jeweils 72 Prozent in der Wohnungswirtschaft und der Wärmeindustrie. 

Damit hat sich das Potenzial für Kooperationen aus Sicht der Stadtwerke noch einmal gesteigert: 2019 sahen nur 56 Prozent großes Synergiepotenzial in der Telekommunikation und 68 Prozent in der Wohnungswirtschaft. Die Wärmeindustrie wurde damals nicht abgefragt.

Insbesondere die Wohnungswirtschaft bietet aus Sicht der Stadtwerke noch viel Potenzial: 85 Prozent sehen Chancen darin, neue Geschäftsfelder etwa bei der Energielieferung (81 Prozent) oder bei Energiedienstleistungen (79 Prozent) und Smart Metering (77 Prozent) zu erschließen

Das sind Ergebnisse der Stadtwerkestudie 2020, für die EY und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 100 Stadtwerke deutschlandweit befragt haben.  

Metin Fidan, EY-Partner und Leiter Energiesektor für Deutschland, Österreich und die Schweiz, sagt: „Die Energiewirtschaft hat bereits viele Überschneidungen mit anderen Branchen. Auf der Suche nach aussichtsreichen neuen Geschäftsmodellen wird sie künftig noch stärker über den eigenen Tellerrand schauen. Insbesondere die Wohnungswirtschaft bietet sich als Kooperationspartner an: Dezentrale und klimafreundliche Energielösungen werden immer wichtiger.“

Smart Meter werden zur Datendrehscheibe für neue Produkte

Künftig ergeben sich nach Ansicht von Fidan sogar noch mehr Möglichkeiten. „Die Smart Meter werden als Datendrehscheibe zu zahlreichen neuen Anwendungen, Produkten und Geschäftsmodellen führen. So sind unter anderem Kombitarife denkbar, die Elektromobilität mit einbeziehen. Mietern könnte außerdem die genaue Abrechnung zum Monatsende angeboten werden.“ Dementsprechend besitzt die Digitalisierung für 81 Prozent der Stadtwerke in den kommenden zwei bis drei Jahren eine besonders hohe Bedeutung und ist damit das Top-Thema der Branche. 73 Prozent wollen sich besonders der Optimierung interner Prozesse widmen, 72 Prozent der Personalentwicklung. 

Unter den digitalen Technologien nimmt das Smart Metering für 81 Prozent der Energieversorger die größte Relevanz ein dicht gefolgt von der Cybersecurity (75 Prozent). 

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung: „Die Stadtwerkestudie zeigt, dass die Versorger die Digitalisierung als strategisches Instrument nutzen, um den Wandel zu gestalten und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Studie verdeutlicht auch, dass die Stadtwerke insbesondere Geschäftsfelder nah an ihrem Kerngeschäft erschließen: Dezentrale Stromerzeugung, Smart Metering und Elektromobilität liegen bei den befragten Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern ganz vorne. Hinzu kommen aber auch Telekommunikations-Dienstleistungen und Angebote in den Segmenten Smart Home und Smart Cities.“ 

Stadtwerke werden Plattformbetreiber

Dabei fallen den Stadtwerken auch neue Rollen zu – etwa die als Plattformbetreiber. 84 Prozent erwarten, dass Energieversorger im Bereich dezentrale Stromerzeugung als Plattformbetreiber auftreten können, 72 Prozent im Bereich  Smart Metering und 71 Prozent im Bereich Elektromobilität. 

„Als Plattformbetreiber können sich Energieversorger zum Dienstleister und Lösungspartner für Unternehmen, Städte, Kommunen und Verbraucher entwickeln“, betont Andreae.

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