Pressemitteilung

15 März 2021 Stuttgart, DE

Fachkräftemangel bleibt auch in Corona-Zeiten ein großes Problem für den deutschen Mittelstand

Stuttgart, 15. März 2021. Auch inmitten der Pandemie bleibt der Fachkräftemangel eine der größten Sorgen für den deutschen Mittelstand: 54 Prozent der deutschen Mittelständler sehen die größte Gefahr für die Entwicklung des eigenen Unternehmens darin, dass sie nicht genügend geeignete Bewerber finden – vor einem Jahr betrug der Anteil 56 Prozent.

  • „70 Prozent fällt es schwer oder sehr schwer, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden
  • 81 Prozent der Mittelständler in der chemisch-pharmazeutischen Industrie und in der Elektrotechnik mit Schwierigkeiten
  • Ein Drittel aller Mittelständler kann Stellen in der Produktion aus Mangel an geeigneten Bewerbern nicht besetzen

Auch inmitten der Pandemie bleibt der Fachkräftemangel eine der größten Sorgen für den deutschen Mittelstand: 54 Prozent der deutschen Mittelständler sehen die größte Gefahr für die Entwicklung des eigenen Unternehmens darin, dass sie nicht genügend geeignete Bewerber finden – vor einem Jahr betrug der Anteil 56 Prozent.

Die Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften haben sich für die deutschen Mittelständler gegenüber dem Vorjahr noch leicht verschärft: 70 Prozent fällt es schwer oder sehr schwer, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden – gegenüber einem Anteil von 65 Prozent im vergangenen Jahr. Gleichzeitig sagen nur noch 30 Prozent, dass ihnen die Rekrutierung von Fachkräften leicht oder sogar sehr leichtfällt. Vor einem Jahr ging es noch 34 Prozent der Mittelständler so.

Der Mangel an geeigneten Kandidaten stellt viele Personalabteilungen weiterhin vor Probleme. Immerhin planen 16 Prozent der Mittelständler, die Zahl ihrer Mitarbeiter in den kommenden sechs Monaten zu erhöhen, neun Prozent wollen die Zahl der Mitarbeiter senken. Unterm Strich will der deutsche Mittelstand also trotz der volatilen Konjunktur Stellen aufbauen.

Das sind Ergebnisse des Mittelstandsbarometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Für die Studie wurden deutschlandweit 1.150 nicht kapitalmarktorientierte mittelständische Unternehmen mit mindestens zehn Millionen Euro Umsatz befragt. Die Studie wird seit dem Jahr 2004 jährlich durchgeführt.

„Die Arbeitslosenzahlen sind in der Corona-Pandemie gestiegen und trotzdem finden viele deutsche Mittelständler keine ausreichend qualifizierten Bewerber“, kommentiert Michael Marbler, Partner bei EY und verantwortlich für den Bereich Mittelstand. „Es fehlt offenbar an genügend Fachkräften mit spezifischen Qualifikationen. Zudem erschwert die Pandemie die Bewerberauswahl und den Einstellungsprozess.“

Knapp ein Fünftel der Mittelständler im Maschinenbau fällt Fachkräftesuche „sehr schwer“

Besonders große Schwierigkeiten haben momentan die Elektrotechnik und die chemisch-pharmazeutische Industrie: In beiden Branchen haben 81 Prozent Probleme, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeitende zu finden. In der Baubranche und im Maschinenbau geben 80 beziehungsweise 78 Prozent an, dass ihnen die Fachkräftesuche schwerfällt. Im Maschinenbau ist der Anteil derjenigen Unternehmen, denen es sogar „sehr schwer“ fällt Fachkräfte zu gewinnen, mit 18 Prozent besonders hoch.

Vor allem in der Produktion bleiben zahlreiche Stellen unbesetzt: Ein Drittel aller Mittelständler kann Positionen in dem Bereich aus Mangel an geeigneten Bewerbern nicht besetzen. Führungspositionen im technischen Bereich bleiben bei 17 Prozent der Mittelständler unbesetzt und Marketing- und Vertriebsstellen bei 15 Prozent.

„Gerade in der Produktion verändert die Digitalisierung derzeit Prozesse und ganze Berufsfelder – vielen Bewerbern fehlen die dazu nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten“, sagt Marbler. „Digitale Kompetenz etwa für die Datenanalyse oder die Automatisierung wird immer wichtiger und sollte jungen Menschen so früh wie möglich vermittelt werden. Da es in Deutschland einen Mangel an entsprechend ausgebildeten Fachkräften gibt, ist es ein wichtiges Signal, dass mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz im vergangenen Jahr der Zuzug von qualifiziertem Personal aus dem Nicht-EU-Ausland neu geregelt wurde. Allerdings konnte das Gesetz bislang nicht richtig greifen, da durch die Corona-Pandemie weniger Zuwanderung stattfand.“

Dennoch bleibe es eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Deutschland als modernen, attraktiven Arbeitsstandort international zu positionieren, betont Marbler. Die Pandemie hat aufgezeigt, dass die digitale Infrastruktur deutlich ausbaufähig ist. Aber auch die einzelnen Unternehmen müssen sich weiterhin anstrengen und den Jobsuchenden ein attraktives Gesamtpaket anbieten. 

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EY im Überblick

EY* ist eine der großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist EY deutscher Marktführer. EY beschäftigt über 11.000 Mitarbeiter an 20 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Gesamtumsatz von 2,1 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den mehr als 284.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Mandanten überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Strategy and Transactions, Consulting und Immobilienberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.