Steuertipps

Die steuerlichen Rahmenbedingungen ändern sich stetig. Wir möchten Sie auf ausgewählte aktuelle Themen aufmerksam machen und haben für Sie nützliche Tipps zum Steuerrecht zusammengestellt.

  • Rabatt für den Wasseranschluss

    Wasser ist nicht gleich Wasser, jedenfalls im Umsatzsteuerrecht. So wird Leitungswasser mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent besteuert, abgefülltes Trinkwasser aus dem Lebensmittelhandel jedoch mit 19 Prozent.

    Im Umsatzsteuerrecht ist andererseits aber auch Wasser nicht nur Wasser. Denn das Verlegen eines Hauswasseranschlusses wird umsatzsteuerrechtlich ebenfalls als Lieferung von Wasser mit 7 Prozent angesetzt. Die Finanzverwaltung sah das aber nur dann so, wenn der Wasserversorger den Hauswasseranschluss verlegte. Verlegte ihn ein anderer Unternehmer, sollten 19 Prozent anfallen. Dem widersprach der Bundesfinanzhof bereits 2018 (Urteil vom 7. Februar 2018, Az. XI R 17/17).

    Durch ein jüngst veröffentlichtes Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 4. Februar 2021 schließt sich der Fiskus nunmehr dieser Rechtsprechung an. Damit ist der Weg frei, unabhängig von der Person des Leistungserbringers nur 7 Prozent Umsatzsteuer auf das Verlegen eines Hauswasseranschlusses zu bezahlen, ohne sich mit dem Finanzamt streiten zu müssen. Begünstigt sind neben dem Verlegen auch Reparatur und Wartungsarbeiten an dem Hauswasseranschluss. Das entlastet zum einen Hauseigentümer oder Mieter, die das Haus selbst (privat) bewohnen. Es entlastet aber auch Vermieter umsatzsteuerfrei vermieteter Objekte, die das Hauswasser im Rahmen der Vermietung (mit-)liefern. Denn diese können die Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abziehen; jedenfalls nicht nach Auffassung der Finanzverwaltung.

    Die Finanzverwaltung wendet ihre geänderte Auffassung auf alle verfahrensrechtlich noch offenen Steuerfestsetzungen an. Sie beanstandet es jedoch nicht, wenn auf Arbeiten, die vor dem 1. Januar 2021 ausgeführt worden sind, (weiterhin) der Umsatzsteuersatz von 19 Prozent angewendet bleibt. Diese Nichtbeanstandungsregelung ist etwas unglücklich. Denn nach dem 1.Januar 2021 erbrachte Arbeiten, die bereits abgerechnet worden sind, müssen abermals und korrigiert mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz abgerechnet werden. Selbst zum Vorsteuerabzug berechtigte Unternehmer sollten eine mit 19 Prozent ausgestellte Rechnung nicht auf sich beruhen lassen, da sie aus dieser nur die 7 Prozent abziehen können, nicht mehr auch die weiteren 12 Prozent.

  • Steuern sparen beim Hauskauf

    Wer eine Immobilie kauft, muss je nach Bundesland bis zu 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer auf den Kaufpreis zahlen. Daher lohnt ein genauer Blick, welche Bestandteile des Kaufpreises für die Immobilie der Grunderwerbsteuer unterliegen und welche nicht.

    So unterliegen etwa beim Kauf einer Immobilie miterworbene Einrichtungsgegenstände, wie Möbel oder Einbauküche, nicht dem grunderwerbsteuerlichen Grundstücksbegriff. Darauf entfallende Kaufpreisentgelte können daher aus der Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer herausgerechnet werden. Hier ist anzuraten, im Vertrag zu kennzeichnen, welcher Teil des Verkaufspreises auf die Immobilie und welcher auf miterworbene Gegenstände entfällt. Um zu dokumentieren, dass die Höhe des herauszurechnenden Kaufpreises angemessen ist, bietet sich an, sich Originalrechnungen vom Verkäufer geben zu lassen. Das Finanzamt darf nicht per se (meist niedrigere) Preise von Verkaufsplattformen für gebrauchte Gegenstände als Vergleich heranziehen, zeigt das Urteil des Finanzgerichts Köln vom 8. November 2017 (5 K 2938/16).

    Für Gewerbeimmobilien hat der Bundesfinanzhof (BFH) die Erhebung der Grunderwerbsteuer auf Zubehör verneint (Beschluss vom 3. Juni 2020, II B 54/19). Konkret ging es um eine Gewerbeimmobilie, die nebst Ladeneinrichtung veräußert wurde. Laut BFH ist nur der anteilig auf das Grundstück entfallende Kaufpreis in die grunderwerbsteuerliche Bemessungsgrundlage einzubeziehen, aber nicht die Einrichtung.

    Entschieden hat der BFH jüngst die Frage der Berücksichtigung einer anteiligen Instandhaltungsrücklage bei Erwerb einer Eigentumswohnung (BFH-Urteil vom 16. September 2020, II R 49/17). Das Guthaben in der Instandhaltungsrücklage ist rechtlich nicht dem Verkäufer, sondern der Wohnungseigentümergemeinschaft zuzurechnen. Der Veräußerer kann es nicht auf den Käufer übertragen. Was der Erwerber daher dafür aufwendet, gehört für den BFH zur Gegenleistung für den Erwerb der Immobilie. Die anteilige Instandhaltungsrücklage minderte somit nicht die Grunderwerbsteuer. 

  • Werbungskostenabzug bei Vermietung

    Wer eine Wohnung vermietet, hat einiges zu beachten, damit anfallende Kosten in der Einkommensteuererklärung anerkannt werden.

    Für eine steuerliche Geltendmachung der Immobilie muss der Steuerpflichtige die Absicht haben, auf Dauer einen Einnahmenüberschuss zu erwirtschaften. Dies ist insbesondere bei langfristigen Vermietungen anzunehmen, Zeiten des Leerstands, der befristeten Vermietung bei der beabsichtigten anschließenden Selbstnutzung oder die Vermietung von teilweise selbstgenutzten Ferienwohnungen sind in nachprüfbarer Weise zu belegen. In diesem Fall werden die Ausgaben für Anschaffung in Form der Abschreibung, Nebenkosten oder Reparaturen als Werbungskosten in voller Höhe steuermindernd berücksichtigt.

    Verträge mit Angehörigen, so auch Mietverhältnisse, unterliegen regelmäßig der Überprüfung durch die Finanzverwaltung im Hinblick auf ihre Fremdüblichkeit und die daraus folgende steuerliche Anerkennung. In der Einkommensteuererklärung ist daher anzugeben, ob das Objekt ganz oder teilweise an Angehörige überlassen wird. Welche Höhe die vereinnahmte Miete – nicht nur für Angehörige – mindestens betragen muss, ist gesetzlich geregelt und wurde mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 geändert.

    Danach ist die Wohnungsüberlassung zu Wohnzwecken in einen entgeltlichen und in einen unentgeltlichen Teil aufzuteilen, wenn sie verbilligt, d.h. zu weniger als 50 Prozent (zuvor 66 Prozent) der – auf der Grundlage des örtlichen Mietspiegels zu bestimmenden – ortsüblichen Marktmiete erfolgt. Im Ergebnis können nur die auf den entgeltlich vermieteten Teil der Wohnung entfallenden Werbungskosten abgezogen werden. Maßgebend ist die Bruttomiete, d.h. die Kaltmiete und umlagefähige Kosten.

    Vorsicht: Beträgt das Entgelt 50 Prozent und mehr, jedoch weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Miete, muss der Vermieter im Rahmen einer Ertragsprognose dem Finanzamt gegenüber darlegen, dass er langfristig einen „Total-Überschuss“ erreichen kann. Fällt diese Prüfung positiv aus, ist der volle Werbungskostenabzug möglich. Führt sie hingegen zu einem negativen Ergebnis, können die Werbungskosten nur anteilig abgezogen werden. Bei einem vereinbarten Mietzins von mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete entfällt diese Überprüfung.

    Die Herabsetzung der Grenze für die verbilligte Wohnraumüberlassung hat erfreulicherweise zur Folge, dass der Vermieter seine Werbungskosten auch bei sehr günstiger Vermietung in voller Höhe abziehen kann. In der Praxis sollte die vereinbarte Miete jedoch vorsichtshalber nicht zu knapp an den maßgebenden Grenzen bemessen werden.

  • E-Mobilität

    Lohnsteuerfrei beim Arbeitgeber mit seinem eigenen Auto tanken. Das funktioniert durch besondere steuerliche Förderungen bei der E-Mobilität. Wer sein privat angeschafftes Elektroauto an einer Ladevorrichtung bei seinem Arbeitgeber kostenlos oder verbilligt auflädt, muss diesen Vorteil grundsätzlich nicht versteuern. Ebenso lohnsteuerfrei kann der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine Ladevorrichtung für dessen E-Auto zur privaten Nutzung unentgeltlich oder verbilligt überlassen (keine Übereignung). Die Begünstigung ist nicht der Höhe nach begrenzt.

    Nachdem bereits der Gesetzgeber die Förderzeiträume grundsätzlich bis einschließlich 2030 verlängert hat, schärft nun auch die Finanzverwaltung nach (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 29. September 2020).

    Begünstigt sind neben Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen auch E-Bikes und Pedelecs, die verkehrsrechtlich als Fahrzeuge gelten (Geschwindigkeit über 25 km/h). Neu hinzugekommen sind Elektrokleinstfahrzeuge (etwa E-Tretroller). Die Vorteile für das Aufladen von typischen E-Bikes (Geschwindigkeit bis 25 km/h) gelten von vornherein nicht als zu versteuernder Arbeitslohn.

    Auch wer einen E-Dienstwagen vom Arbeitgeber für private Zwecke nutzen kann und diesen zu Hause auflädt, kann profitieren. Die Stromkosten des Arbeitnehmers können vom Arbeitgeber ebenfalls lohnsteuerfrei erstattet werden. Die Erstattung kann in Form einer Pauschale oder auf Basis des tatsächlichen Ladestroms erfolgen. Die vereinfachenden monatlichen Pauschalen hat die Finanzverwaltung in dem aktuellen Schreiben mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 deutlich erhöht. Die Höhe unterscheidet sich, je nachdem, ob beim Arbeitgeber eine zusätzliche Lademöglichkeit besteht oder nicht. Sind die getragenen Kosten höher als die Pauschale, kann sich der Arbeitnehmer die anhand von Belegen nachgewiesenen tatsächlichen Kosten als steuerfreien Auslagenersatz erstatten lassen. Das kann gerade auch aus Umweltgesichtspunkten einen höheren Anreiz für die Nutzung des Elektromotors schaffen.

    Übereignet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Ladevorrichtung oder leistet er ihm Zuschüsse für den Erwerb einer Ladevorrichtung, kann der sich daraus ergebende geldwerte Vorteil des Arbeitnehmers pauschal mit 25 Prozent lohnversteuert werden.

    Wichtig, die Arbeitgeberleistungen sind nur steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Eine Gewährung im Rahmen eines Gehaltsverzichts oder einer Gehaltsumwandlung wäre also nicht begünstigt.

  • Virtuelle Weihnachtsfeier als steuerbegünstigte Betriebsveranstaltung

    Weihnachten naht, aber vieles wird dieses Jahr anders sein. Die klassischen Weihnachtsfeiern in den Unternehmen werden wohl Corona zum Opfer fallen. Doch Unternehmen denken über alternative Lösungen nach. Auch bei einer virtuellen Weihnachtsfeier sollte die steuerliche Begünstigung geprüft werden. „Klassische“ Weihnachtsfeiern gelten als Betriebsveranstaltung, für die zweimal im Jahr ein steuerlicher Freibetrag von 110 Euro je Betriebsveranstaltung und Arbeitnehmer greift. Wichtig: Die Feier muss allen Angehörigen des Betriebs oder eines Betriebsteils offenstehen. Liegen die anteiligen Kosten für die Durchführung der Betriebsveranstaltung pro Arbeitnehmer unter dem Freibetrag, liegt kein steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn vor. Dabei werden grundsätzlich alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Durchführung der Veranstaltung stehen (Bruttobeträge einschließlich Umsatzsteuer), einbezogen und auf die teilnehmenden Arbeitnehmer aufgeteilt.

    Bisher ist keine gegenteilige Auffassung der Finanzverwaltung bekannt, nach der die Betriebsveranstaltungen physisch gemeinsam an demselben festen Ort durchgeführt werden müssen. Auch virtuelle Weihnachtsfeiern, bei der die Arbeitnehmer per Videokonferenz von zu Hause teilnehmen, sollten grundsätzlich die Kriterien an eine Veranstaltung auf betrieblicher Ebene erfüllen. Zu denken wäre etwa an ein Tasting-Event, bei dem Wein, Lebkuchen oder gebrannte Mandeln jeweils zu Hause verkostet werden, oder auch ein videogeführtes Koch-Event. In die Freibetrags-Berechnung würden dann etwa die Kosten für die erforderlichen und versendeten Lebensmittel und etwaige Kosten eines externen Moderators oder Kochs einbezogen. Auch ein eventuell mitgeschicktes Überraschungsgeschenk muss dazugerechnet werden.

    Auch wer auf ein virtuelles Zusammensein verzichtet, kann alternativ dem Arbeitnehmer steuerfrei Weihnachtsgeschenke im Rahmen der monatlich geltenden sogenannten 44-Euro-Sachbezugsfreigrenze zukommen lassen, etwa einen Buchgutschein. Hier sollte aber zuvor geprüft werden, ob der monatliche Betrag nicht schon für andere Sachbezüge verbraucht ist. Denn anders als der Freibetrag für die Betriebsveranstaltung würden bei einem Überschreiten der Freigrenze das Geschenk und die anderen Sachbezüge zu versteuern sein. Hier ergeben sich auch lohnsteuerliche Pauschalierungsmöglichkeiten. Arbeitgeber können daher auch Weihnachten 2020 zu einem Miteinander ohne steuerliche Mehrbelastungen gestalten.

  • Gold als steuerfreie Kapitalanlage

    Gold als beliebte Kapitalanlage hat viele Facetten. Anleger können nicht nur physisch in Barrengold oder Goldmünzen investieren, sondern auch in Gold-Zertifikate (ETC), die physisches Gold repräsentieren. Diese fallen – wie physisches Gold – grundsätzlich nicht unter die Abgeltungsteuer, sondern lösen nur Steuer aus, wenn sie innerhalb einer 1-Jahresfrist verkauft werden. Allerdings sind die Details der Bedingungen der einzelnen Produkte unterschiedlich, und nur für Xetra-Gold gab es ein höchstrichterliches Urteil des Bundesfinanzhofs.

    Erfreulich für Anleger: Der Bundesfinanzhof (BFH) setzt seine Rechtsprechung nun auch für sogenannte "Gold Bullion Securities" fort. Diese an der Börse gehandelten unbefristeten Inhaberschuldverschreibungen (ohne Verzinsung und ohne Endfälligkeit) verbriefen ebenfalls einen Anspruch gegen die Emittentin auf Lieferung physischen Goldes. Anders als beim „Xetra-Gold“ kann der Inhaber bei Kündigung statt der Auslieferung des Goldes aber alternativ auch das Gold von der Emittentin veräußern und sich den erzielten Veräußerungserlös auszahlen lassen. Diese Cash-Alternative sahen die Richter aber nicht als Grund für eine andere Beurteilung. In der Cash-Alternative liege quasi eine Zusatzleistung zur Sachleistungspflicht „Lieferung des Goldes“. Dabei berücksichtigten die Richter auch, dass die Emittentin nach den Bedingungen nicht frei über das eingesammelte Kapital verfügen konnte, sondern dieses zur Besicherung der Ansprüche in physisches Gold anlegen musste. Da der Verkauf länger als ein Jahr nach dem Erwerb lag, war er auch nicht als privates Veräußerungsgeschäft zu besteuern – im Ergebnis damit steuerfrei (Urteil vom 16. Juni 2020, VIII R 7/17).

    Das Finanzamt sieht das immer noch anders, beim Einbehalt von Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) sind die Banken an die Weisungen der Finanzbehörden gebunden. Da die Bank regelmäßig Kapitalertragsteuer auf den Gewinn abführt, muss der Anleger über sein Veranlagungsverfahren unter Berufung auf die BFH-Rechtsprechung diese Kapitalertragsteuer zurückzuholen. Bei Goldzertifikaten und -fonds sollten Anleger daher genau prüfen, in welche Kategorie ihr Investment fällt. Weitere Klärung dürfte die Entscheidung des BFH zu einem Fall bringen, in dem der Anleger bei Veräußerung seiner Fondsbeteiligung statt Geld die Lieferung einer bestimmten Goldmenge verlangen kann, (anhängig unter VIII R 15/18). Abzuwarten bleibt auch, ob der Gesetzgeber nicht doch noch auf die Rechtsprechung reagiert. 

     

  • Steuer- und sozialversicherungsfreier Corona-Bonus

    Die Corona-Krise bringt für viele Arbeitnehmer besondere Belastungen mit sich. Zumindest eine gewisse finanzielle Entlastung bietet der sogenannte Corona-Bonus, der vom Arbeitgeber geleistet werden kann. Besonderer Vorteil: Der Bonus ist bis zu 1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Er kann daher dem Arbeitnehmer eins zu eins ohne zusätzliche Abgaben für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugewendet werden. Die Begünstigung gilt bereits ab 1. März 2020, jedoch nur noch bis 31. Dezember 2020.

    Mit dem sogenannten Corona Steuerhilfegesetz eingeführt, erstreckt sich die Steuerbefreiung auf Leistungen sowohl von öffentlich-rechtlichen als auch von privaten Arbeitgebern. Nicht nur die Beschäftigten in den system-relevanten Berufen sollen von der Förderung profitieren, sondern alle Beschäftigte, unabhängig davon, welcher Branche sie angehören und ob es sich um eine Voll- oder Teilzeitbeschäftigung handelt. Daher sind auch geringfügig entlohnt Beschäftigte (sog. Minijobber) begünstigt.

    Allerdings sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Die Steuerfreiheit greift nur, wenn die Leistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt. Wann das der Fall ist, sieht der Fiskus eng und schließt die Steuerfreiheit insbesondere im Rahmen eines Gehaltsverzichts oder von Gehaltsumwandlungen aus. Vorsicht ist auch bei Leistungsprämien geboten – hier ist eine Zahlung als steuerfreie „Corona-Beihilfe“ grundsätzlich nicht möglich.

    Wichtig: der steuerfreie Bonus gilt nur für Leistungen, die zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise gewährt werden. Ein zeitlicher und sachlicher Zusammenhang mit der Corona-Krise muss erkennbar sein. Deshalb sollte die Sonderzahlung am besten explizit auch als „Corona-Bonus“ deklariert werden. Für Leistungen des Arbeitsgebers, die auf einer vertraglichen Vereinbarung oder einer anderen vertraglichen Verpflichtung schon vor Beginn der Krise (als Stichtag gilt hier der 1. März 2020) beruhen, kann der Corona-Bonus daher nicht in Anspruch genommen werden.

    Begünstigt sind neben Geld übrigens auch Sachzuwendungen. Der (weitere) Bürokratieaufwand hält sich in Grenzen. Der Bonus muss zwar im Lohnkonto aufgezeichnet, aber nicht auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen werden. Zudem unterliegt der Freibetrag nicht dem Progressionsvorbehalt, erhöht also nicht den persönlichen Einkommensteuersatz für die anderen Einkünfte.