The better the question. The better the answer. The better the world works.

Wie ein digitales Ökosystem individuelle Krebstherapien fördern kann

Wir unterstützten ein weltweit tätiges, führendes Biopharmaunternehmen bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells für die Umsetzung eines bahnbrechenden therapeutischen Ansatzes.

Krankenschwester scannt Medikamentenetikett eines Patienten
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The better the question.

Wie können wir individuellen Krebstherapien den Weg ebnen?

Bis 2030 wird es laut WHO weltweit 23,6 Millionen neue Fälle von Krebs geben.

In den vergangenen 30 Jahren haben wir im Kampf gegen Krebs große Fortschritte verzeichnet. Die Überlebensraten haben sich verdoppelt und Krebspatienten leben länger als je zuvor. Mit neuen Behandlungsmethoden können wir das Fortschreiten oder erneute Auftreten der Krankheit eher verhindern und die allgemeine Lebensqualität von Krebspatienten verbessern.

Steigende Krebsraten

23,6 Millionen

neue Fälle von Krebs weltweit bis 2030 laut WHO.

Krebs ist und bleibt eine der dringlichsten Herausforderungen im Gesundheitswesen weltweit. Da die Weltbevölkerung stetig wächst und immer älter wird, steigt auch die Zahl der Krebspatienten weiter an. Laut WHO wird es bis 2030 weltweit 23,6 Millionen  neue Fälle von Krebs geben. Der wissenschaftliche und technologische Fortschritt muss daher schneller vonstattengehen als die Ausbreitung der tödlichen Krankheit. 

Wir sind mittlerweile in der Lage, unser Wissen über die Mechanismen, die dem Krebs zugrunde liegen, immer besser anzuwenden. Für die meisten Arten von Krebs gibt es heute effizientere Behandlungsansätze: von der klassischen Universaltherapie bis hin zur individualisierten Behandlung. Bei einer individuell abgestimmten Versorgung wird der Tumor des jeweiligen Patienten auf genetische Abnormitäten hin untersucht. Danach wird auf dieser Basis ein Medikament (bzw. eine Medikamentenkombination) entwickelt und mithilfe von molekularen Markern die Reaktion des Tumors verfolgt.

Während Therapien gegen bestimmte molekulare Zielstrukturen in den letzten zehn Jahren im Zentrum der Entwicklung von Krebsmedikamenten standen, sehen wir heute immer häufiger personalisierte Behandlungen, die auf dem Mutationsprofil des jeweiligen Krebspatienten basieren. Personalisierte Ansätze können ganz unterschiedlich aussehen (zum Beispiel adoptive zelluläre Immuntherapien, Impfstoffe auf Peptid- oder mRNA-Basis, Behandlungen auf Genbasis). Die allerersten Therapien auf Basis einer adoptiven zellulären Immuntherapie (CAR-T-Zellen) erhielten bereits ihre Vermarktungs-Freigabe, und andere gezielte Therapien lieferten in frühen klinischen Versuchen vielversprechende Ergebnisse. 

„Individuelle Therapien können die Ergebnisse im Kampf gegen den Krebs immens verbessern und die Beschwerden dieser fatalen Krankheit lindern“, sagt Balraj Kakkar, Geschäftsführer von EY-Parthenon. „Diese bahnbrechenden Erfolge werden nicht nur die Krebsbehandlung revolutionieren, sondern auch Einfluss auf andere schwere Krankheiten haben.“

Der klinische Wandel in der Krebsforschung – weg von der Einheitslösung für die Masse und hin zur personalisierten und damit einzigartigen Therapie für jeden Patienten – hat für die Beteiligten, wie Patienten, Gesundheitseinrichtungen, Versicherer und Pharmaindustrie, ganz unterschiedliche Folgen. Wir bei EY haben uns damit auseinandergesetzt, wie wir das Ökosystem beeinflussen und eine digitale Plattform entwickeln können, um den Herausforderungen gerecht zu werden und diese bahnbrechende Entwicklung raus aus den Labors und hinein in die Kliniken zu holen.

Voraussetzungen für personalisierte Behandlungsansätze

Eine der größten Herausforderungen in der Realisierung personalisierter Therapien sind die passenden Geschäftsmodelle und Lieferketten. Sie müssen sicherstellen, dass jede Therapie individuell gestaltet, produziert, geliefert und verabreicht werden kann – und zwar für den richtigen Patienten, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Nach der Produktion ist es vor allem die Logistik, die Herausforderungen mit sich bringt. Dazu zählen Systeme, Prozesse, Fortbildungen sowie Verhaltensänderungen, die für einen fehlerfreien, fristgerechten Material- und Informationsfluss in der gesamten Wertschöpfungskette nötig sind.

„Eine personalisierte Therapie setzt fehlerfreie Prozesse vom ersten bis zum letzten Schritt voraus. Es braucht eine zuverlässige Wertschöpfungskette mit einer höheren Transparenz sowie Echtzeitinformationen über die Behandlungsfortschritte jedes einzelnen Patienten – zu jedem Zeitpunkt und über die gesamte Behandlung hinweg. Da die Krankheit bei den meisten Patienten bereits fortgeschritten ist, müssen Therapien so kurz wie möglich sein“, sagt Karl Roberts von EY Operational Value Creation.

Als Teil unserer Beratungstätigkeit für die bedeutendsten globalen Biotechnologieunternehmen entwickeln wir bei EY gerade einen Ansatz und ein Geschäftsmodell, mit denen unsere Kunden Hürden in der Markteinführung personalisierter Therapien überwinden können. Wie meistern wir diese Herausforderung? Zunächst müssen wir die richtigen Fragen stellen.

Mediziner vergleicht DNA-Stränge
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The better the answer.

Aufbau neuer Geschäftsmodelle und eines geeigneten Ökosystems

Durch die Neugestaltung von Lieferketten, Prozessen und Instrumenten in der Biopharmazie ermöglichen wir Patienten personalisierte Therapien zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Ein bereichsübergreifendes Team von EY sah sich jeden Schritt entlang der Wertschöpfungskette an und untersuchte, welche Veränderungen im bestehenden Ökosystem nötig sind, welche Hürden auftauchen und wie funktionierende Lösungen aussehen könnten. Das Projektteam arbeitete mit verschiedenen Abteilungen von EY in unterschiedlichen Ländern zusammen, um dieses komplexe Problem mit der nötigen Erfahrung und den besten Ressourcen unserer weltweit tätigen Organisation zu lösen.

Hürden in jeder Phase überwinden

  • Genproben und -sequenzierung: Für eine individuelle Behandlung wird der genetische Aufbau des Bluts und der Tumorzellen des Patienten analysiert. Auf der Basis der Analyse des genetischen Aufbaus und der Identifizierung genetischer Mutationen im Tumorgewebe wird eine Therapie entwickelt, die auf die speziellen genetischen Mutationen abzielt. Es gibt jedoch in der DNA-Sequenzierung noch keine Branchenstandards, um die notwendige Genauigkeit zu garantieren bzw. die Methode für einen globalen Markt großflächig anzubieten. Hier stellte sich also die Frage: Wie kann man ein Ökosystem mit passenden Standards schaffen? Die Life-Sciences-Teams von EY-Parthenon untersuchten, wie sie diese Anforderungen in Zusammenarbeit mit Gentechnikfirmen erfüllen können.

  • Transportlogistik: Nicht nur der sorgsame Transport von Blut- und Gewebeproben, auch die sichere Übertragung zahlreicher Patientendaten ist eine zentrale Herausforderung in der Umsetzung personalisierter Therapien. Werden dabei zum Beispiel Landesgrenzen überschritten, können sich auch die rechtlichen Voraussetzungen für die Datenübertragung bzw. den Transport von Gewebeproben und therapeutischen Produkten ändern. Es braucht daher Ansätze, die auch über Landesgrenzen und unterschiedliche Gesetzgebungen hinweg vollständige und reibungslose Abläufe ermöglichen.

  • Verabreichung der Medikamente: Die meisten Krebsmedikamente werden heute Tausenden von Menschen verabreicht. Wie schaffen es also Gesundheitssystem und Onkologen, für jeden einzelnen Patienten individuelle Therapien zu erhalten, zu lagern und zu verabreichen? Das Team von EY-Parthenon befragte über 100 Experten, darunter praktizierende Onkologen, Vordenker aus der Branche und Dienstleister aus dem Gesundheitswesen, aus unterschiedlichen Ländern (USA, Frankreich, Deutschland, Spanien) und trug so die nötigen Daten zusammen, um bestehende Strukturen zu verstehen und von einem kommerziellen Standpunkt aus die nötigen Verhaltens- und Prozessänderungen zu definieren.

  • Behandlungsmanagement: Mit der Lebenserwartung nach der Krebsdiagnose und -behandlung steigt auch das Bewusstsein für die gesundheitlichen, emotionalen und psychosozialen Bedürfnisse des Patienten vom Zeitpunkt der Diagnose bis zur Betreuung nach einer erfolgreichen Behandlung. Eine zentrale Frage befasste sich mit den großen Datenmengen, die bei jedem Patienten zusammenkommen. Könnten wir diese nutzen, um die allgemeine Gesundheit und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, zum Beispiel indem wir ihnen Behandlungsmöglichkeiten für Begleiterkrankungen aufzeigen, unnötige Therapien vermeiden oder ihnen gezielt Veränderungen im Lebensstil empfehlen?Darüber hinaus braucht es neue Tools, um Patienten in der Eigenpflege zu unterstützen. Das könnten Onlineprogramme für die Symptomüberwachung, psychologische Unterstützung oder das allgemeine Gesundheitsmanagement sein. Personalisierte Therapien bieten die einmalige Chance, Patienten aktiv in ihre eigene Behandlung und Gesundheitspflege einzubinden und ihnen mehr Kontrolle zu geben. Wie könnte dies jedoch in einem umfassenden Pflegemanagementsystem umsetzbar sein?  

„Mit ihren Gewebeproben sowie genetischen und klinischen Daten geben uns Patienten unschätzbar wertvolle Informationen in die Hand und fördern damit Innovation, die zu besseren Therapien für sie selbst und andere Patienten führen könnte. Wir müssen Ansätze entwickeln, mit denen Patienten ihre Gesundheitsdaten besser verwalten können, und ihnen helfen, in Hinblick auf ihre Behandlung und ihre Gesundheit im Allgemeinen bessere Entscheidungen zu treffen“, erklärt Pothier.

Gemeinsam mit Microsoft zu einer umfassenden digitalen Lösung

In Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelte ein internationales und interdisziplinäres Team von EY ein umfassendes und flexibles Geschäftsmodell für die Bereitstellung personalisierter Therapien. Das Ergebnis ist eine eng vernetzte Infrastruktur aus Daten, Funktionalitäten und Services namens „Digital Ecosphere, die es in dieser Form in der Branche zuvor nicht gab.

Der Aufbau der digitalen Ökosphäre umfasst sechs Kernbereiche:

  1. Biometrische Identitäts-/Überwachungskette
  2. Einbindung des Patienten
  3. Pflegemanagement
  4. Lieferkette
  5. Gesundheitliche Ergebnisse
  6. Fluss der Finanzmittel

Mithilfe dieser funktionalen Bereiche soll eine End-to-End-Lösung entstehen, in der jeder Kunde seinen eigenen Bereich selbst verwalten kann und so seinen Beitrag zu den personalisierten Krebstherapien der Zukunft leistet. 

Das Team von EY unterstützt dabei seine Kunden, erfolgreiche Kaufentscheidungen zu treffen, die richtigen Partner zu finden oder das nötige Know-how im jeweiligen Bereich aufzubauen. Joint Ventures, Partnermanagement und ähnliche Strukturen werden im Aufbau und der Vernetzung der unterschiedlichen Kompetenzen und Systeme eine wesentliche Rolle spielen. Um das gesamte Ökosystem für alle Beteiligten funktional und wirtschaftlich attraktiv zu gestalten, braucht es zudem neue Anreizstrukturen und Performance-Kennzahlen.

„Dank der vereinten Erfahrungswerte von EY und Microsoft entstand mit Digital Ecosphere eine Plattform, die die vielen Stakeholder zusammenbringt, die an der Bereitstellung personalisierter Therapien beteiligt sind“, sagt Adlai Goldberg von EY Advisory. „Digital Ecosphere wird so zur Grundlage für den termingerechten Material- und Informationsfluss über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.“

Patientin in einem Krankenhaus lächelnd mit Tochter
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The better the world works.

Ein Durchbruch in der Behandlung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen

Digital Ecosphere ermöglicht einen termingerechten Material- und Informationsfluss über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg und sorgt so dafür, dass Patienten die Pflege erhalten, die sie brauchen.

Mit Digital Ecosphere legen EY und Microsoft den Grundstein für die effektive Nutzung des vollen Potenzials personalisierter Therapien auf der ganzen Welt.

Und das ist erst der Anfang. Damit personalisierte Pflege funktioniert, ist ein Wandel in Industrie und Gesundheitswesen notwendig.

Die verschiedenen Stakeholder in der Pflege müssen ihre Geschäftsmodelle überdenken und eine vollkommen neue Wertschöpfungskette entwickeln. Wichtig dabei sind zeitnahe und fehlerfreie Koordination, Kommunikation und Übergaben zwischen oft schlecht bis kaum vernetzten Stakeholdern im Gesundheitswesen. Ungeahnte Mengen an medizinischen und genetischen Daten müssen sicher ausgetauscht und empfindliche, patientenspezifische Blut- und Gewebeproben sowie die damit gestalteten personalisierten Therapien effizient übermittelt werden können.

„Wir stehen kurz vor einem Wandel in der Onkologie, wodurch Behandlungsergebnisse drastisch verbessert, die Lebensqualität erhöht und das menschliche Leid stark reduziert werden könnten“, meint Roberts. „Es ist ein schönes Gefühl, auf diese Weise einen Beitrag zur Schaffung einer besseren Welt für uns alle zu leisten.“

Die Digitalisierung aus jedem Winkel betrachten

EY-Einblicke in die digitale Transformation können Ihnen helfen, neue Werte zu erschließen und das Unternehmen der Zukunft zu erschaffen. 

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Fazit

Personalisierte Therapien können Behandlungsergebnisse für Patienten drastisch verbessern und die Last einer Krebsdiagnose mindern. EY und Microsoft legen den Grundstein, um diese revolutionäre Therapieform für Patienten weltweit bereitzustellen und damit die Behandlung von Krebs zu revolutionieren.