2 Minuten Lesezeit 9 Juni 2021
Freiwillige Helfer reichen Kartons vom Lieferwagen

Wie man in aller Welt Gutes tun kann

Von Tax & Law Magazine

Das Kundenmagazin von EY Deutschland zu aktuellen Steuer- und Rechtsthemen.

2 Minuten Lesezeit 9 Juni 2021

Das deutsche Gemeinnützigkeitsrecht bietet Möglichkeiten für ein grenzüberschreitendes Engagement.

Viele Unternehmen und Unternehmer unterstützen Hilfsprojekte und karitative Institutionen im Ausland. Das deutsche Gemeinnützigkeitsrecht bietet Philanthropen und Good Corporate Citizens dafür verschiedene Möglichkeiten. Über den grenzüberschreitenden Transfer von Spenden hinaus lassen sich auch ausländische Vermögenswerte gemeinnützig und somit steuerbegünstigt international verwenden. Oftmals dient Deutschland durch sein bewährtes Gemeinnützigkeitsrecht sogar als Dreh- und Angelpunkt für diverse Projekte rund um den Globus. Seit der Gemeinnützigkeitsrechtsreform Ende Dezember 2020 erleichtert der Gesetzgeber internationales Wirken und die Zusammenarbeit mit ausländischen Organisationen. Folgende Neuerungen des Gemeinnützigkeitsrechts spielen hierbei eine Rolle.

Zuwendungsempfängerregister 

Die steuerliche Anerkennung von Spenden an ausländische Organisationen war bisher an eine Vielzahl von Voraussetzungen geknüpft. Nun wurde die Einführung eines Zuwendungsempfängerregisters beschlossen, das ab 2024 Organisationen aufführt, die zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen berechtigt sind. Dieses Register steht auch ausländischen Organisationen offen, die dann eine Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Vordruck ausstellen dürfen. Auf diese darf ein Spender wiederum beim Finanzamt vertrauen.  

Grenzüberschreitende Kooperationen

Mit dem Register wird eine anlassbezogene Prüfung durch das Bundeszentralamt für Steuern eingeführt. Dieses ermittelt auch, ob eine ausländische Körperschaft den deutschen Voraussetzungen für eine Steuerbegünstigung entspricht. Profitieren können davon überdies inländische Organisationen, die mit ausländischen Partnern zusammenarbeiten. Unterstützt wird eine solche Zusammenarbeit bereits durch die mit dem Jahressteuergesetzt 2020 eingeführten Neuerungen zu gemeinnützigen Kooperationen.

Förderung ausländischer Organisationen

Einige Körperschaften haben es sich zur Aufgabe gemacht, die jeweiligen satzungsmäßigen Zwecke nicht durch eigene Projekte zu erfüllen, sondern Mittel für andere Hilfsorganisationen zu beschaffen. Gefördert werden können unter bestimmten Voraussetzungen auch ausländische Organisationen. Sie müssen laut Gesetzesbegründung lediglich die empfangenen Mittel nachgewiesenermaßen für steuerbegünstigte Zwecke verwenden. Das würde eine wesentliche Vereinfachung und größere Rechtssicherheit für förderwillige Organisationen bedeuten.  

Holdingstrukturen

Durch die Reform wird das Halten und Verwalten von Anteilen an steuerbegünstigten Gesellschaften selbst zu einer gemeinnützigen Tätigkeit. Steuerbegünstigt in diesem Sinne könnten jedoch nur in Deutschland steuerpflichtige Gesellschaften sein. Ob diese Einschränkung tatsächlich so gewollt war, bleibt abzuwarten.

Co-Autorinnen: Lara Veronique Piechulla, Luzia Hirn

 

Fazit

Ein grundsätzliches Hindernis für den Aufbau internationaler und gemeinnütziger Konzernstrukturen dürfte auch die ausschließliche Steuerbegünstigung für lediglich in Deutschland steuerpflichtige Gesellschaften nicht sein. Über den grenzüberschreitenden Transfer von Spenden hinaus lassen sich auch ausländische Vermögenswerte gemeinnützig und somit steuerbegünstigt international verwenden. Insgesamt bietet das deutsche Gemeinnützigkeitsrecht einen guten Ausgangspunkt für wohltätiges Wirken auf der ganzen Welt.

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