3 Minuten Lesezeit 4 Oktober 2021

Der 5G-Ausbau nimmt Fahrt auf. Deutsche Industrieunternehmen sind gut beraten, jetzt zu investieren.

ein Ingenieur, der sich ein Mobiltelefon in der Nähe eines Fernmeldeturms ansieht

5G-Ausbau: Was deutsche Industrieunternehmen jetzt tun können

Autoren
Olaf Riedel

Leiter des Sektors Technologie, Medien & Telekommunikation I Deutschland, Schweiz, Österreich

Ist passionierter Berater, Hiker, Segler, Skifahrer und Hobbykoch. Zudem Wahlhamburger. Brennt dafür, Tech-, Media- und Telco-Kunden bei ihren Transformationen in sicherem Fahrwasser zu leiten.

Florian Dickgreber

Leiter Consulting für den Sektor Technologie, Medien & Telekommunikation | Deutschland, Schweiz, Österreich

Ist ein passionierter Berater, der mit den EY-Kunden den Fortschritt gestaltet und in die Zukunft denkt. Mit seiner Familie lebt er in Düsseldorf, ist Mountainbike-Fan und Tennisspieler.

3 Minuten Lesezeit 4 Oktober 2021

Der 5G-Ausbau nimmt Fahrt auf. Deutsche Industrieunternehmen sind gut beraten, jetzt zu investieren.

Überblick

  • Nach zögerlichem Beginn nimmt der Ausbau des 5G-Netzes nun an Fahrt auf.
  • Deutsche Industrieunternehmen, die einen Blick ins Ausland wagen, profitieren von Vorbildern.
  • Jetzt ist es an der Zeit, richtig zu investieren.

Der Status quo des deutschen 5G-Netzes ist mit Blick auf andere Nationen wie die USA oder China noch ausbaufähig. Um den Anschluss nicht zu verpassen, haben deutsche Unternehmen einige Möglichkeiten. Ein stärkerer Ausbau des 5G-Netzes ist für das Industrial Internet of Things (IIoT) wichtig. Daher können Unternehmen nun die Initiative ergreifen und durch Campus-Lösungen den ersten Schritt gehen.

5G ist auch in Deutschland angekommen – und gewinnt an Bedeutung. Doch die größte Volkswirtschaft in Europa hinkt beim flächendeckenden Ausbau ihres 5G-Netzes den Wettbewerbern hinterher. Für Industrieunternehmen ist es wichtig, dass das 5G-Netz in Deutschland schnell verfügbar wird. Hauptursachen für die Verzögerung hierzulande waren bzw. sind einerseits der hohe Auktionspreis für die 5G-Lizenzen und andererseits die noch immer bestehenden Unsicherheiten bei der Auswahl der Netzwerkausrüster. Die Corona-Pandemie hat die Ausbreitung zwar auch gebremst, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle. Nun sind Mobilfunkanbieter gewillt, schnell aufzuholen.

Ein gemeinsames Projekt der drei größten europäischen Telekommunikationsunternehmen ist ein erster Hoffnungsschimmer für die Vollendung des 5G-Netzes. Gemeinsam möchten die Konkurrenten insbesondere „weiße Flecken“, also Orte, an denen es eine schlechte Netzabdeckung gibt, eliminieren. 

Corona-Pandemie: Der Fuß ist auf dem Gaspedal

Auch die Corona-Pandemie hatte kurzfristig Einfluss auf den Ausbau des 5G-Netzes, allerdings keinen allzu dramatischen. Da die Anbieter gewillt sind, nun richtig Gas zu geben, werden bald deutliche Aufholeffekte sichtbar werden. Auch politisch ist das Thema auf der Agenda; gemeinsam mit dem Glasfaserausbau ist 5G ein entscheidendes Element bei Zukunftsinvestitionen. Das ist auch wichtig, denn 5G wird für einige Jahre der Standard bleiben. 

Deutschland hängt zurück – China Vorreiter

Wirft man einen Blick in die Länder, die beim Thema 5G-Ausbau eine Führungsposition einnehmen – vor allem China –, sieht man: Insbesondere im Bereich der internen Logistik setzen die Unternehmen auf vernetzte Lösungen mithilfe von 5G. In Deutschland hingegen gibt es erst einige Pilotprojekte, die den Goldstandard von morgen bereits heute einsetzen. Dabei ist es gar nicht notwendig, dass 5G bereits flächendeckend verfügbar ist, um etwa eine Fabrik zu vernetzen. Es gibt dafür sogenannte Campus-Lösungen, die 5G auf das entsprechende Gelände bringen können. 

Was können deutsche Unternehmen tun, um den Anschluss nicht zu verlieren?

Unternehmen in Deutschland können von den Ansätzen aus dem Ausland lernen und 5G zügig zum Standard in ihrer Produktion machen. Campus-Netze sind ein sehr guter, insbesondere in Deutschland verfügbarer Ansatz, um sich das 5G-Netz in den Betrieb zu holen und von den zahlreichen Vorzügen zu profitieren. Für die moderne Fabrik, die effizient arbeitet, wird nur der 5G-Standard allen Anforderungen gerecht. 

Folgende Schritte bieten sich für die Integration von 5G in der Produktion an:

  • Use Cases für 5G definieren (zum Beispiel produktionsübergreifende Steuerung, AGV, VR/AR, Automatisierung)
  • Enterprise-Architektur für den 5G-Einsatz anpassen (u. a. in den Bereichen Edge Computing, Cloudifizierung, Datenarchitektur, Sensorik, Aktorik)
  • schrittweise Umsetzung in Sprints planen, um bereits Teilerfolge nutzbar zu machen (zum Beispiel Sensoren nutzen, Daten sammeln und auswerten, Predictive Maintenance)
  • Umsetzung auf weitere Unternehmensbereiche ausrollen 

In der Fabrik der Zukunft könnten Produktions- und Steuerungsprozesse hochgradig automatisiert ablaufen. Logistische Prozesse – sowohl die Lieferkette im Unternehmen als auch die Prozesse mit Lieferanten und Kunden – können eng ineinandergreifen. Eine ausgefeilte Analytik in Echtzeit würde nicht nur für eine kosten- oder Output-optimierte Produktion sorgen, sondern auch die notwendige Flexibilität in Produktion und Logistik bringen, um sich sehr kurzfristig auf Veränderungen in der Nachfrage anpassen zu können.

Die Corona-Pandemie hat für Verzögerungen beim 5G-Ausbau gesorgt. Doch der 5G-Zug hat hierzulande wieder an Fahrt aufgenommen. Um ihre internationale Konkurrenzfähigkeit sicherzustellen, ist es für deutsche Unternehmen ratsam, jetzt zu investieren und anzufangen, 5G-Lösungen in ihre Produktion zu implementieren.

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Podcast zum Thema 5G

Worin liegt der entscheidende Vorteil bei der Nutzung von 5G in der Industrie? Und: Kann man nicht einfach 5G auslassen und erst bei 6G wieder einsteigen? Diese und weitere Fragen diskutieren Dr. Christoph Strnadl, Wolfram Eberhardt und Martin Neuhold.

Jetzt reinhören!

Fazit

Der 5G-Ausbau ging längere Zeit schleppend voran, dann kam noch die Corona-Krise und bremste weiter. Doch jetzt nimmt der 5G-Zug an Fahrt auf. Deutsche Industrieunternehmen sind gut beraten, jetzt zu investieren. Inspiration und Vorbilder können sie sich dabei aus dem Ausland holen, wo insbesondere das 5G-Netz im Industrial Internet of Things (IIoT) bereits konkrete Anwendung findet.

Über diesen Artikel

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Olaf Riedel

Leiter des Sektors Technologie, Medien & Telekommunikation I Deutschland, Schweiz, Österreich

Ist passionierter Berater, Hiker, Segler, Skifahrer und Hobbykoch. Zudem Wahlhamburger. Brennt dafür, Tech-, Media- und Telco-Kunden bei ihren Transformationen in sicherem Fahrwasser zu leiten.

Florian Dickgreber

Leiter Consulting für den Sektor Technologie, Medien & Telekommunikation | Deutschland, Schweiz, Österreich

Ist ein passionierter Berater, der mit den EY-Kunden den Fortschritt gestaltet und in die Zukunft denkt. Mit seiner Familie lebt er in Düsseldorf, ist Mountainbike-Fan und Tennisspieler.