Kann sich Ihre anorganische Wachstumsstrategie an das Zeitalter der Konvergenz anpassen?

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4 Minuten Lesezeit 22 Februar 2019
Von

EY Global

Multidisciplinary professional services organization

4 Minuten Lesezeit 22 Februar 2019

Die Geschäftsstrategien der Unternehmen im Bereich Technologie, Medien/Unterhaltung und Telekommunikation (TMT) gleichen sich einander – und an den Wandel – an.

In einer Zeit der Ungewissheit durchläuft die TMT-Branche einen rasanten Wandel: Ein schier endloser Quell an Innovationen treibt die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle unaufhörlich voran, wobei häufig schnellere und kostengünstigere Lösungen die alten ablösen.

Zwischen 2014 und 2016 sind die M&A-Aktivitäten im Bereich Technologie, Medien & Telekommunikation in die Höhe geschnellt, mit mehr als 100 Deals im Wert von über einer Milliarde US-Dollar drei Jahre in Folge. 2017 wurde diese Marke mit 95 Deals in Höhe von mindestens einer Milliarde US-Dollar nur knapp verfehlt.

Die Ergebnisse unseres 17. Capital Confidence Barometer stimmen uns jedoch zuversichtlich für die zukünftigen M&A-Aktivitäten in der TMT-Branche.

Transaktionswert

2,7 Bio. $

Gesamtwert (2014 bis 2017)

Transaktionsvolumen

948 Mio. $

Durchschnittliches Volumen (2014 bis 2017)

Mehrdimensionale Konvergenz

Dem Wagniskapitalinvestor Marc Andreessen zufolge sind Technologiekonzerne gerade dabei, die Weltwirtschaft „aufzuessen“. Doch gleichzeitig möchte auch der Rest der Welt die Technologie „aufessen“.

Neben den Trends, die die M&A-Aktivitäten des gesamten TMT-Bereichs vorantreiben, gibt es auch spezielle Trends, die eine branchenübergreifende Konvergenz – inner- und außerhalb der TMT-Branche – befördern. „Es gibt da draußen kaum noch ein Unternehmen, das Technologie nicht als einen zentralen Baustein für zukünftigen Markterfolg betrachtet“, bemerkt Clarence Mitchell, EY Global TMT Strategy Leader.

Es gibt da draußen kaum noch ein Unternehmen, das Technologie nicht als einen zentralen Baustein für zukünftigen Markterfolg betrachtet.
Clarence Mitchell
Partner, Global Strategy Leader for TMT

Partnerschaften werden wichtiger

Während die Zahl und Vielfalt potenzieller neuer Geschäftsmodelle steigt, beschleunigen Komplexität, Konvergenz und die Notwendigkeit von Größe und Schnelligkeit, um auf dem Markt zu bestehen, sich gegenseitig. Ein klug agierendes TMT-Unternehmen benötigt mehr Optionen auf dem Tisch als M&A-Aktivitäten allein abdecken können.

Aus diesem Grund ist einer der deutlichsten Datenpunkte, der aus unserer Studie hervorgeht, die rasante Vermehrung strategischer Bündnisse und Partnerschaften über alle drei TMT-Branchen hinweg. Dabei zeigte sich jedoch auch eine qualitative Verschiebung in der Art der TMT-Branchen

„In der Vergangenheit waren viele Partnerschaften eher lose Bündnisse“, erklärt Mitchell. „Heute haben Allianzen im TMT-Bereich in der Regel mehr Gewicht und sind enger verzahnt. Die Partner teilen untereinander Daten, entwickeln gemeinsam Produkte und Angebote und schaffen aktiv Ökosysteme und Plattformen. Wir beobachten ,realere‘ Verbindungen der unternehmerischen Aktivitäten zwischen den Partnern.“

Konvergenz richtig machen

Bei der Abwägung der diversen Konvergenzoptionen stehen TMT-Unternehmen vor einer Vielzahl schwieriger Fragen:

  1. Welche Technologien und Inhalte ergänzen unsere Wachstumsstrategie am besten?
  2. Wo bieten sich die besten Chancen für Übernahmen und Partnerschaften? 
  3. Welche Deals könnten helfen, potenzielle Disruption von unten oder unerwarteten, orthogonalen Wettbewerb abzufangen? 
  4. Welche Deals bieten das stärkste und schnellste Ertragswachstum? 
  5. Welche führen zum zukunftsfähigsten Geschäftsmodell? 
  6. Wie können wir uns Datenwerte in disruptiven, ertragsgenerierenden Modellen zunutze machen?

All dies sind schwierige Fragen, auf die es nur selten eine eindeutige Antwort gibt. Auch wenn die optimale strategische Ausrichtung bereits feststeht, so kommt auf TMT-Unternehmen anschließend noch immer die Entscheidung für einen anorganischen Wachstumspfad zur Erreichung ihrer Konvergenzziele zu. Die Palette an Möglichkeiten ist groß und reicht von traditionellen M&A-Aktivitäten bis hin zu Gründerzentren, Corporate Venturing und traditionellen Partnerschaften.

Wachstum durch Veräußerung

Angesichts immer neuer Möglichkeiten durch den technologischen Fortschritt erfolgt ein Unternehmensaufbau heute nicht mehr linear.

Dieselbe Art der Innovation, die den Anstieg von M&A-Aktivitäten und Partnerschaften im TMT-Bereich antreibt, stellt im Grunde sicher, dass sich die Geschäftsstrategie von TMT-Unternehmen weiterhin verändern wird. Unternehmen sollten daher auch künftig ihre Portfolios prüfen, um zu beurteilen, welche Vermögenswerte ihren Zielen zuträglich sind und welche nicht.

Neuere Forschungen von EY bekräftigen dieses Konzept: Es zeigte sich, dass schnell wachsende TMT-Unternehmen häufiger Capital-Budgeting-Prozesse durchführen als langsam wachsende TMT-Unternehmen und schnell wachsende nicht-TMT-Unternehmen.Kurz gesagt: in Zeiten von Konvergenz und technologischer Disruption sollten TMT-Unternehmen ihre Portfolios regelmäßig evaluieren und auf Grundlage der Ergebnisse Neues wagen.

Neues Denken für die Zukunft

Technologisch bedingte Disruption, Unsicherheit der Geschäftsmodelle, Rekorde an den Aktienmärkten sowie branchenübergreifende Konvergenz sind für die TMT-Branchen Teil des Umfelds geworden. An ihnen führt kein Weg mehr vorbei.

Risikoinvestitionen legen den Grundstein für Tausende von Start-ups, die das Rad disruptiver technologischer Neuerungen immer weiter antreiben, während Private-Equity-Sponsoren in der M&A-Landschaft der TMT-Branchen eine immer größere Rolle einnehmen. Im TMT-Kosmos multiplizieren sich Erfolge derart rasant, dass Unternehmen, die nicht als erstes oder zweites auf einem Markt auftauchen, Gefahr laufen, irrelevant zu sein.

Diese Unsicherheiten machen es äußerst schwer, Entscheidungen zu treffen – insbesondere große Kapitalallokationsentscheidungen wie M&A-Aktivitäten. Hinzu kommt, dass die alten Spielregeln der Fusionsintegration durch gegenwärtige M&A-Erfolge in den TMT-Branchen zum Teil ihre Gültigkeit verloren haben. Um in dieser Zeit des Wandels den Wert eines Deals zu steigern, braucht es neue Denkweisen und neue Ansätze.

Fazit

Für Unternehmen in den Bereichen Technologie, Medien/Unterhaltung und Telekommunikation sind M&A-Aktivitäten und Partnerschaften möglicherweise genau das strategische Mittel, das ihnen bislang gefehlt hat, um Konsolidierung, geografische Expansion oder Konvergenz-Deals erfolgreich umzusetzen.

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