- Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 515 Finanzierungsrunden für Startups verzeichnet. Dies entspricht einem Anstieg von 0,4% (2024: 513 Runden).
- Schweizer Startups erzielten im Jahr 2025 ein Finanzierungsvolumen von 3,3 Milliarden Franken – ein Anstieg von 44% gegenüber 2024.
- KI-orientierte Startups gewannen 2025 weiter an Dynamik: In mehr als drei von zehn Finanzierungsrunden (32%) war ein Startup beteiligt, das künstliche Intelligenz in sein Kerngeschäft integriert.
- Bei 23% der Startups, die im vergangenen Jahr eine Finanzierung erhielten, waren Frauen Teil des Gründerteams. Bei 6% der finanzierten Startups bestand das Gründerteam ausschliesslich aus Frauen.
- Im Ländervergleich verzeichnete die Schweiz mit +44% den stärksten Volumenanstieg; Deutschland legte um 19% zu, Österreich sank um 56%.
Zürich, 24. Februar 2026 – Das EY Startup Barometer Schweiz 2026 zeigt deutlich: Nach einem seit dem zweiten Halbjahr 2022 beobachteten Abwärtstrend verzeichnen Schweizer Startups 2025 wieder einen signifikanten Anstieg bei Finanzierungsrunden und Investitionsvolumen. Im Jahr 2025 wurden 515 Finanzierungsrunden für Startups registriert, was einem Anstieg von zwei Finanzierungsrunden im Vergleich zu 2024 (513) entspricht. Auch das in Startups investierte Volumen ist gestiegen: Schweizer Startups generierten im vergangenen Jahr ein Finanzierungsvolumen von 3,3 Milliarden Schweizer Franken, was 44% höher ist als 2024 (2,3 Milliarden Schweizer Franken).
«Nach einigen herausfordernden Jahren beobachten wir im Jahr 2025 eine klare Stabilisierung im Schweizer Startup-Ökosystem. Sowohl die Anzahl der Finanzierungsrunden als auch das investierte Kapital sind wieder gestiegen. Besonders erfreulich ist die starke Dynamik in zukunftsorientierten Bereichen wie KI und Health, die das Wachstum massgeblich vorantreiben», sagt Milja Vulin Petrovic, Leiterin Startups und Scaleups bei EY Schweiz.
Finanzierung in KI mehr als verdreifacht, Gesundheitssektor bleibt volumenstärkster Sektor
Der Fortschritt der künstlichen Intelligenz ist auch bei Jungunternehmen deutlich erkennbar: So stieg die Zahl der Finanzierungsrunden für KI-orientierte Startups im Jahr 2025 auf 163 (2024: 112), was einem Plus von rund 46% entspricht. Gegenüber 2023 hat sich die Zahl nahezu verdreifacht – trotz eines Rückgangs der Gesamtzahl der Finanzierungsrunden von 550 auf 515. Infolgedessen entfielen im vergangenen Jahr insgesamt 32% aller Finanzierungsrunden auf KI-Startups (2023: 10%; 2024: 22%). Die zunehmende Bedeutung von KI im Schweizer Startup-Ökosystem wird beim Blick auf die Finanzierungsvolumina besonders offensichtlich: Die Investitionen in KI-Startups stiegen um 206% – von 345 Millionen Schweizer Franken im Jahr 2024 auf rund 1,1 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2025. Der Anteil von KI-Startups am gesamten Finanzierungsvolumen stieg damit innerhalb von zwei Jahren von 5% auf 32%.
«Während KI-Unternehmen weiter stark an Bedeutung gewinnen, verliert der Bereich Software & Analytics gegenüber dem Vorjahr an Dynamik. Gleichzeitig übernimmt der Gesundheitssektor sowohl bei der Anzahl der Deals als auch beim Investitionsvolumen die Führung», sagt Petrovic. Mit 147 Finanzierungsrunden (2024: 134) und einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Schweizer Franken (2024: rund 1,0 Milliarde Schweizer Franken) ist der Gesundheitssektor weiterhin die stärkste Branche. Damit entfallen 44% des gesamten Venture-Capital-Volumens in Schweizer Startups auf diesen Bereich. Software & Analytics folgt mit 924 Millionen Schweizer Franken und einem Marktanteil von 28% (+133% gegenüber dem Vorjahr). FinTech/InsurTech (9%) sowie Hardware (7%) belegen die weiteren Plätze, während der Energiesektor einen deutlichen Rückgang des Investitionsvolumens um 55% verzeichnete.
Ein genauerer Blick auf den Gesundheitssektor zeigt, dass Biotech-Startups mit einem Volumen von 818 Millionen Schweizer Franken den grössten Anteil ausmachen (2024: 703 Millionen Schweizer Franken), gefolgt von MedTech mit 369 Millionen Schweizer Franken (2024: 275 Millionen Schweizer Franken) und Care mit 272 Millionen Franken (2024: 26 Millionen Franken). Startups im Bereich Software & Analytics sicherten sich 924 Millionen Schweizer Franken und erreichten damit den zweithöchsten Finanzierungsbetrag (2024: 397 Millionen Schweizer Franken), gefolgt von FinTech/InsurTech mit 295 Millionen Schweizer Franken (2024: 193 Millionen Franken). Neu rangiert AgTech mit 101 Millionen Schweizer Franken (2024:108 Millionen Schweizer Franken) vor dem Energiesektor mit 68 Millionen Schweizer Franken (2024: 152 Millionen Schweizer Franken), der im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückfiel.
«Die aktuellen Zahlen zeigen verdeutlichen: KI entwickelt sich zu einem der zentralen Wachstumstreiber im Schweizer Startup-Ökosystem. Sowohl die Zahl der Finanzierungsrunden als auch das investierte Kapital sind spürbar gestiegen. Das unterstreicht das wachsende Vertrauen der Investoren in die Schweiz als führenden Standort für KI-Innovationen. Wir gehen davon aus, dass sich diese Dynamik in den kommenden Monaten fortsetzen wird», sagt Petrovic.
Insgesamt wurden 2025 515 Finanzierungsrunden verzeichnet (2024: 513), wobei für 436 Transaktionen Angaben zum Finanzierungsvolumen vorlagen (2024: 462). Mit Ausnahme kleinerer Finanzierungen bis zu 1 Million Schweizer Franken verzeichneten alle Grössenkategorien mehr Abschlüsse als 2024. Die Zahl der Mega-Deals über 100 Millionen Schweizer Franken verfünffachte sich (2024: 1; 2025: 5), ihr Gesamtvolumen stieg von 158 Millionen auf 747 Millionen Schweizer Franken. Der Anstieg des gesamten Finanzierungsvolumens von 2,3 Milliarden auf 3,3 Milliarden Schweizer Franken ist somit hauptsächlich auf die höhere Anzahl und das deutlich gestiegene Volumen dieser Mega-Deals zurückzuführen.
Die Top Ten der Schweizer Startup-Finanzierungen im Jahr 2025
Bei Betrachtung der zehn Schweizer Startups mit den grössten Finanzierungen im Jahr 2025 fällt besonders auf, dass der Gesundheitssektor wie bereits im vergangenen Jahr die grössten Investitionen anzieht: Erneut gehen sechs der zehn grössten Deals an Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind. Die ersten vier Plätze in der Rangliste werden vollständig von Startups aus dem Gesundheitssektor belegt: An erster Stelle steht Sanoptis (235 Millionen Schweizer Franken), gefolgt von Windward Bio (173 Millionen Schweizer Franken), Distalmotion (120 Millionen Schweizer Franken) und GlycoEra (112 Millionen Schweizer Franken). Es folgt General Intuition aus dem Bereich Software & Analytics (107 Millionen Schweizer Franken). Die Top Ten werden ergänzt durch das AgTech-/FoodTech-Startup Ecorobotix (84 Millionen Schweizer Franken), das Unternehmen Auterion aus dem Bereich Software & Analytics (84 Millionen Schweizer Franken) sowie Neural Concept (80 Millionen Schweizer Franken) und die zwei Gesundheits-Startups Nuclidium (79 Millionen Schweizer Franken) sowie Rhygaze (74 Millionen Schweizer Franken).
Was Finanzierungen in KI-bezogene Startups angeht, hat EY auch die fünf grössten Deals erfasst. Die Rangliste wird von General Intuition mit 107 Millionen Schweizer Franken angeführt, gefolgt von Neural Concept (80 Millionen Schweizer Franken), Toloka (62 Millionen Schweizer Franken), Flexion Robotics (40 Millionen Schweizer Franken) und DeepJudge (34 Millionen Schweizer Franken).
Anteil weiblicher Gründerteams leicht rückläufig – Schweiz bleibt im DACH-Vergleich führend
Im Rahmen des EY Startup Barometers Schweiz wurden insgesamt 447 Schweizer Startups erfasst, die im Jahr 2025 mindestens eine Finanzierungsrunde durchgeführt haben und bei denen die Zusammensetzung des jeweiligen Gründerteams publik gemacht wurde. 26 dieser Startups wurden von rein weiblichen Teams (6%) gegründet, in weiteren 75 Teams (17%) war mindestens eine Frau beteiligt. Die Mehrheit (346 Startups; 77%) entfiel auf rein männliche Teams. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Anteil rein weiblicher Teams leicht von 7% auf 6%. Auch der Anteil gemischter Teams ging geringfügig von 18% auf 17% zurück, während der Anteil rein männlicher Teams moderat von 75% auf 77% zunahm.
Der E-Commerce-Sektor verzeichnete mit 28% den höchsten Anteil an Gründerinnen; bei 32% der finanzierten Startups war mindestens eine Frau im Gründungsteam vertreten. Es folgt der Gesundheitssektor mit einem Gründerinnenanteil von 19%. In den übrigen Sektoren ist die weibliche Beteiligung moderat bis gering. Software & Analytics sowie Professional Services weisen jeweils 10% Gründerinnen auf, während Hardware (6%), AdTech (0%) und PropTech/Mobility (5%) die niedrigsten Frauenanteile verzeichnen.
Im Ländervergleich mit Deutschland und Österreich wies die Schweiz im vergangenen Jahr unter Startups mit mindestens einer Finanzierungsrunde mit 11,9% (122 von 1’025) den höchsten Anteil weiblicher Gründerinnen auf. Deutschland folgte mit 8,8% (137 von 1’565); in 18% der Teams war mindestens eine Frau vertreten. Österreich verzeichnete mit 7,1% (20 von 283) den niedrigsten Anteil; lediglich 15% der Gründerteams enthielten eine Frau.
Geografische Verteilung und Schweiz im Ländervergleich
Ein Blick auf die geografische Verteilung der Startup-Investitionen zeigt ein vertrautes Bild: Die meisten Finanzierungsrunden wurden im Kanton Zürich (213) registriert, gefolgt von der Romandie (165), der Zentralschweiz (56) und Nordwestschweiz (27). Hinter diesen Regionen folgen das Mittelland mit 25, der Kanton Tessin mit 20 und die Ostschweiz mit 9 Runden. Diese Rangliste ändert sich leicht in Bezug auf die Investitionsvolumina: Der Kanton Zürich führt mit rund 1,3 Milliarden Schweizer Franken (2024: 776 Millionen Schweizer Franken), gefolgt von der Romandie mit 909 Millionen Schweizer Franken (2024: 751 Millionen Schweizer Franken). Die Zentralschweiz rückt mit 517 Millionen Schweizer Franken (2024: 302 Millionen Schweizer Franken) auf den dritten Platz vor, während die Nordwestschweiz mit 503 Millionen Schweizer Franken (2024: 315 Millionen Schweizer Franken) folgt. Die unteren Ränge umfassen das Mittelland mit 59 Millionen Schweizer Franken (2024: 148 Millionen Schweizer Franken), den Kanton Tessin mit 53 Millionen Schweizer Franken (2024: 61 Millionen Schweizer Franken) und die Ostschweiz mit 24 Millionen Schweizer Franken (2024: 8 Millionen Schweizer Franken).
Im Vergleich zu Deutschland und Österreich blieb die Zahl der Finanzierungsrunden in der Schweiz stabil bis leicht steigend (+0,4%; von 513 auf 515) und war damit das einzige der drei Länder mit einem Zuwachs. Zuvor war die Zahl der Deals zwei Jahre in Folge gesunken – vom Rekordwert von 806 Runden im Jahr 2022 auf 513 im Jahr 2024. Deutschland verzeichnete hingegen zum vierten Mal in Folge einen Rückgang (−5,2%; von 755 auf 716), erreichte damit aber dennoch den sechsthöchsten Wert im Betrachtungszeitraum. Auch Österreich meldete ein leichtes Minus (−2,0%; von 151 auf 148), was dennoch dem fünfhöchsten Wert im betrachteten Zeitraum entspricht. «Die Entwicklung der Finanzierungsrunden in der Schweiz signalisiert eine klare Stabilisierung auf Vorjahresniveau. Im Unterschied zu Deutschland und Österreich zeigt sich der hiesige Markt damit robuster und kehrt vorsichtig auf einen Wachstumspfad zurück», sagt Petrovic.
Bei den in Startups investierten Volumina zeigt sich für die Schweiz ein deutlicher Anstieg: Das Finanzierungsvolumen erhöhte sich um 47% auf rund 3,5 Milliarden Euro (2024: 2,41 Milliarden Euro; alle Angaben auf Euro-Basis zur besseren Vergleichbarkeit im DACH-Raum). Deutschland verzeichnete ebenfalls ein Plus von 19% auf 8,4 Milliarden Euro (2024: 7 Milliarden Euro) und erreichte damit den dritthöchsten Stand im Betrachtungszeitraum. Zugleich markiert dies das zweite Wachstumsjahr in Folge, nachdem das Investitionsvolumen zwischen 2021 und 2023 um mehr als 11 Milliarden Euro zurückgegangen war. In Österreich sank das Volumen hingegen deutlich um 56% auf 253 Millionen Euro (2024: 579 Millionen Euro). Bei den Sektoren zeigen sich klare Schwerpunkte: In der Schweiz entfällt der grösste Anteil des investierten Kapitals auf den Gesundheitssektor (44%), gefolgt von Software & Analytics (28%). In Deutschland führt Software & Analytics (32%), während der Energiesektor (14%) den zweiten Platz belegt. In Österreich steht ebenfalls Software & Analytics (38%) an der Spitze, gefolgt von E-Commerce (23%).