Martin Fengler spricht über den persönlichen Gründungsmoment hinter Meteomatics, seine Faszination für Gewitter und die Herausforderung, wissenschaftliche Innovation in unternehmerischen Erfolg zu übersetzen. Zudem erzählt er, welche Bedeutung die Teilnahme am EY Entrepreneur Of The Year für ihn und sein Team hat.
Wie entstand die Idee für Meteomatics? Gibt es eine besondere Geschichte oder einen Schlüsselmoment, der den Anstoss zur Gründung gegeben hat?
Der Auslöser war ein sehr konkreter Moment. Während meiner Flugausbildung geriet ich in Turbulenzen, die die Wettervorhersage so nicht angekündigt hatte. Obwohl ich sicher landete, wurde mir in dieser Situation deutlich, wie ungenau lokale Vorhersagen sein können. Das Besondere daran: Ich hatte bereits jahrelang an numerischen Wettermodellen gearbeitet und kannte die Wissenschaft dahinter genau. In diesem Augenblick kamen theoretisches Wissen und persönliche Erfahrung zusammen und mir wurde klar, dass es besser gehen muss.
Kurz darauf gründete ich 2012 Meteomatics in St. Gallen mit dem Ziel, Wettervorhersagen hyperlokal und deutlich präziser zu machen. Heute unterstützen wir Unternehmen weltweit bei wetterbasierten Entscheidungen. Wenn ich zurückblicke, fasziniert mich noch immer, dass aus diesem persönlichen Erlebnis ein international tätiges Unternehmen mit über 600 Kunden und Mitarbeitenden aus mehr als 30 Ländern entstanden ist.
Wenn man den zehnjährigen Martin Fengler treffen würde – wäre er überrascht, dass er einmal ein Unternehmen für Wetterdaten gründet, oder würde er sagen: «Das habe ich schon immer gewusst»?
Ich glaube, er wäre überrascht und gleichzeitig nicht. Dass daraus einmal ein Unternehmen für Wetterdaten werden würde, hätte er sich mit zehn Jahren nicht ausmalen können; den Begriff kannte damals niemand. Die Neugier, verstehen zu wollen, wie die Natur funktionieren, und die Freude an Mathematik und Physik waren jedoch schon damals da.