Florian Heindl im Interview | Kurzüberblick
Niedermayr: Florian, wo kommst du gerade her und was beschäftigt dich aktuell?
Heindl: Ich komme direkt aus Wien, von einem Banktermin, bei dem wir über unsere neue Konsortialfinanzierung gesprochen haben. Das zeigt auch ganz gut, womit ich mich aktuell beschäftige – die finanzielle Basis des Unternehmens weiter zu stärken, damit wir unsere Wachstumsstrategie auch nachhaltig finanzieren können.
Niedermayr: Du bist seit Mai 2024 CFO. Wie würdest du deinen Auftrag beschreiben?
Heindl: Der Auftrag ist klar definiert und hat sich seit meinem Start nicht verändert: FACC muss profitabler werden und ein stabil cashflow-generierendes Unternehmen sein. Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil wir uns auf neue Flugzeuggenerationen vorbereiten, die gegen Ende der Dekade kommen werden und mit erheblichen Investitionen verbunden sind. Dafür brauchen wir ein solides finanzielles Fundament.
Niedermayr: Ihr wachst stark, gleichzeitig ist das Umfeld geopolitisch angespannt. Wie wirkt sich das auf euer Geschäft aus?
Heindl: Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau und stehen im engen Austausch mit unseren Kunden wie Airbus oder Boeing. Aktuell sehen wir keine direkten Auswirkungen, weshalb wir auch an unserer Guidance von 5 bis 15 Prozent Wachstum festhalten. Risiken entstehen dann, wenn sich das Reiseverhalten der Menschen nachhaltig verändert – etwa durch dauerhaft hohe Ölpreise oder größere geopolitische Eskalationen. Darauf bereiten wir uns vor, etwa durch Szenarioanalysen und konkrete Maßnahmenpläne.
Niedermayr: Wie geht ihr grundsätzlich mit solchen Unsicherheiten um?
Heindl: Geopolitik können wir nicht beeinflussen, aber wir können uns darauf vorbereiten. Wir arbeiten mit Szenarien, analysieren mögliche Entwicklungen und leiten daraus Maßnahmen ab – etwa zur Anpassung von Kapazitäten oder Materialflüssen. Gleichzeitig bleibt unser Basisszenario, dass sich die aktuelle Krise nicht nachhaltig auf unser Geschäft auswirkt.
Niedermayr: Die Luftfahrt gilt als resilient. Wie siehst du das?
Heindl: Die Branche wächst strukturell, im Schnitt um rund vier Prozent jährlich. Krisen führen kurzfristig zu Rückgängen, aber die Erholung erfolgt meist schnell. Das haben wir während Covid gesehen: Nach einem massiven Einbruch kam relativ rasch wieder ein starker Anstieg der Nachfrage, und heute liegen wir wieder bei einem Umsatzniveau von rund einer Milliarde Euro.