Pressemitteilung
9. Jänner 2026  | Wien, Austria

EY Industriebarometer Q3 2025 

Österreichische Industrie weiter unter Druck – zehnte Umsatzdelle in Folge, Exporte in die USA brechen ein

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  • Umsatz des produzierenden Bereichs im dritten Quartal um 0,6 Prozent gesunken – zehntes Quartal in Folge mit Rückgang
  • Beschäftigung im Jahresvergleich um 1,9 Prozent bzw. rund 20.900 Personen gesunken
  • Automobilindustrie erneut stärkste Verliererin bei Umsatz, Beschäftigung und Exporten
  • Exporte im dritten Quartal um 1,7 Prozent gesunken – USA mit Einbruch um 27 Prozent größter Belastungsfaktor
  • Chemie/Pharma sowie Elektrotechnik/Elektronik bleiben Wachstumstreiber

Die Rezession in der österreichischen Industrie hält an: Im dritten Quartal 2025 erwirtschafteten die heimischen Unternehmen des produzierenden Bereichs einen Umsatz von 94,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit schrumpfte der Industrieumsatz bereits zum zehnten Mal in Folge. Positiv ist jedoch, dass sich die Rückgänge im laufenden Jahr deutlich abgeschwächt haben: Bereits im ersten und zweiten Quartal lagen die Umsatzrückgänge jeweils unter einem Prozent.

„Die österreichische Industrie befindet sich weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Gleichzeitig sehen wir aber, dass sich die Dynamik der Rückgänge zuletzt abgeschwächt hat – ein erstes Signal für eine mögliche Stabilisierung, wenn auch auf niedrigem Niveau“, sagt Axel Preiss, Sector Leader Industrials bei EY Österreich.

Während die Gesamtindustrie rückläufig blieb, entwickelten sich einzelne Branchen deutlich besser: Chemie/Pharma verzeichnete im dritten Quartal ein Umsatzplus von über 13 Prozent, auch die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (+9 %) sowie der Maschinenbau (+3 %) konnten spürbar zulegen. Besonders schwach schnitten erneut die Automobilindustrie (-7 %), die Papier- und Pappeindustrie (-6 %) sowie die Textil- und Bekleidungsindustrie (-5 %) ab.

Das sind Ergebnisse des aktuellen Industriebarometers der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsorganisation EY*.

Beschäftigungsrückgang setzt sich fort – Autoindustrie verliert jede zwölfte Stelle

Zum Ende des dritten Quartals 2025 waren im produzierenden Bereich in Österreich rund 1,07 Millionen Menschen beschäftigt – das sind 1,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Innerhalb von zwölf Monaten gingen damit rund 20.900 Arbeitsplätze verloren. Der Rückgang fiel damit etwas stärker aus als im zweiten Quartal (-1,8 %).

In sieben von acht untersuchten Industriebranchen lag die Beschäftigung unter dem Vorjahresniveau. Am stärksten betroffen ist erneut die Automobilindustrie: Dort sank die Zahl der Beschäftigten im Jahresvergleich um gut acht Prozent, was einem Abbau von rund 2.900 Stellen entspricht. Einzig die Chemie- und Pharmabranche konnte im Vergleich zum Vorjahr Personal aufbauen – knapp 280 Stellen.

Langfristig zeigt sich ein differenziertes Bild: Seit 2019 wurden in vier der acht untersuchten Industriebranchen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen – allen voran in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (+9.800 Stellen / +14 %), im Maschinenbau (+7.000 / +8 %) sowie in der Chemie-/Pharmabranche (+5.100 / +14 %). Dagegen verlor die Automobilindustrie seit 2019 insgesamt rund 7.700 Arbeitsplätze (-20 %).

Exporte im dritten Quartal erneut rückläufig – USA-Geschäft bricht massiv ein

Die Ausfuhren beweglicher Güter inklusive elektrischem Strom beliefen sich im dritten Quartal 2025 auf 45,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 1,7 Prozent bzw. 811 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit sind die Exporte nun seit sieben Quartalen in Folge rückläufig.

Haupttreiber des Exportrückgangs war der massive Einbruch der Ausfuhren in die USA, die um 27 Prozent bzw. 1,6 Milliarden Euro sanken. Auch die Exporte nach China (-11 %) sanken deutlich; jene nach Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner Österreichs, gingen um gut vier Prozent zurück. Positiv entwickelten sich hingegen die Ausfuhren nach Großbritannien und in die Schweiz (jeweils +21 %) sowie nach Italien.

Innerhalb der Industrie zeigten fünf von acht Branchen ein Exportwachstum. Angeführt wurde das Ranking von der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (+9 %), gefolgt von Chemie/Pharma (+5,5 %). Die Automobilindustrie verzeichnete dagegen einen Rückgang der Exporterlöse um gut acht Prozent.

„Der Einbruch der Exporte in die USA ist außergewöhnlich stark und unterstreicht, wie verwundbar die exportorientierte Industrie gegenüber globalen Konjunktur- und Handelsschocks ist. Umso wichtiger sind Investitionen in Innovationskraft, technologische Differenzierung und neue Absatzmärkte“, betont Preiss.

Innovative Industrien trotzen der Krise – klassische Sektoren unter strukturellem Druck

Während energie- und kostenintensive Industrien weiter unter Margendruck stehen, profitieren technologie- und innovationsgetriebene Branchen von strukturellen Zukunftstrends. Chemie/Pharma sowie Elektrotechnik/Elektronik profitieren insbesondere von der Nachfrage nach nachhaltigen Materialien, Digitalisierung und Energieeffizienzlösungen. Dagegen kämpfen klassische Industrien wie Automobil, Papier/Pappe oder Metallerzeugung weiterhin mit Nachfrageschwäche, hohen Kosten und strukturellem Anpassungsbedarf.

Transformation entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit

Die österreichische Industrie bleibt auch im dritten Quartal 2025 unter Druck: Umsatz, Beschäftigung und Exporte sind weiter rückläufig. Positiv ist, dass sich die Rückgänge zuletzt abgeschwächt haben. Gleichzeitig zeigen einzelne Branchen, dass Wachstum auch in einem schwierigen Umfeld möglich ist.

„Die kommenden Quartale werden entscheidend sein. Gelingt es, Investitionen in Zukunftstechnologien, Qualifizierung und nachhaltige Produktionsmodelle zu mobilisieren, kann die Industrie gestärkt aus dieser Phase hervorgehen. Bleiben diese Impulse aus, droht eine weitere Erosion der Wettbewerbsfähigkeit“, so Preiss abschließend.

*Die Analyse basiert – soweit nicht anders gekennzeichnet – auf den Konjunkturdaten der EU-harmonisierten Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich (Abschnitte B bis F der ÖNACE 2008 und 2025), hier im speziellen auf den monatlichen Unternehmensdaten (Primärerhebung plus modellbasierte Datenergänzung). Die Analyse der Exportentwicklung insgesamt und nach Ländern basiert auf der Außenhandelsstatistik (ITGS – International Trade in Goods Statistics) und erfasst Importe und Exporte beweglicher Güter inkl. elektrischem Strom. 

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EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.500 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2023/2024 einen Umsatz von 229 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt über 400.000 Mitarbeiter:innen der internationalen EY-Organisation betreut EY Kund:innen überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung sowie Strategie- und Transaktionsberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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