Stabilisierung der Zinsmargen erwartet – auf einem wenig attraktiven Niveau
Trotz des jüngsten Rückgangs erwarten 65% der Banken in den nächsten ein bis zwei Jahren stabile oder sogar steigende Zinsmargen (im Vorjahr: 26%). Diese Erwartung basiert auf dem aktuellen Nullzinsumfeld sowie auf der Annahme, dass es in naher Zukunft keine Negativzinsen geben wird.
Stabilisierung bedeutet jedoch keine Entlastung. Die Margen dürften auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau stagnieren und damit im Zinsgeschäft weiterhin nur begrenztes Gewinnpotential bieten. Infolgedessen wird die Sicherung der Profitabilität künftig weniger durch Volumenwachstum, sondern zunehmend durch Preisgestaltung, Portfolioqualität und operative Effizienz bestimmt werden.
Stabile KMU-Kredite, wobei Kantonalbanken vorsichtiger werden
KMU-Finanzierungen werden von den Schweizer Banken weiterhin insgesamt als resilient eingeschätzt. Wie auch im Vorjahr rechnen 33% der befragten Banken in den nächsten ein bis zwei Jahren mit höheren Wertberichtigungen und Rückstellungen bei KMU-Krediten.
Dieses stabile Ergebnis ist bemerkenswert, da es weiterhin unter den langfristigen Erwartungen bezüglich Wertberichtungen und Rückstellungen für KMU-Kredite liegt und mit den aktuellen makroökonomischen Entwicklungen kontrastiert. Zunehmende geopolitische Spannungen, handelspolitische Unsicherheiten und schwächere Wirtschaftsindikatoren setzen viele Unternehmen – insbesondere in exportorientierten Branchen – unter stärkeren Druck.
Dies zeigt sich in einem differenzierteres Bild unter den Kantonalbanken, welche traditionell ein höheres KMU-Kreditrisiko haben. Entsprechend erwarten die meisten Kantonalbanken langfristig ansteigende Kreditausfälle in ihrem KMU-Portfolio.
Steigende Kosten bleiben ein Hauptproblem
Der Kostendruck prägt den Ausblick für die kommenden Jahre. 57% der befragten Banken sehen in steigenden Betriebskosten die bedeutendste Belastung ihrer künftigen Ertragskraft.
In dieser Dynamik spielt Technologie eine zentrale Rolle. Investitionen in KI, Digitalisierung, Modernisierung der Kernsysteme und Cloud-Migration sind notwendig, jedoch mit hohen Kosten verbunden. Regulatorische Anforderungen, die wachsende Bedeutung operationeller Widerstandsfähigkeit und des Managements von Drittparteirisiken erhöhen die Kostenbasis weiter.
Gleichzeitig sind mit diesen Investitionen auch Chancen verbunden. Neue Technologien ermöglichen Effizienzgewinne, verbessern das Kundenerlebnis und schaffen die Grundlage für neue Dienstleistungsmodelle. Die Herausforderung für die Banken besteht darin, ihren Fokus auf Anwendungsfälle mit tatsächlich realisierbarem Nutzen zu richten und die zeitliche Diskrepanz zwischen den notwendigen Anfangsinvestitionen und der späteren Realisierung von Effizienz- und Ertragsgewinnen aktiv zu managen.