EY Retail Outlook 2026: Österreichs Handel zwischen Inflation und Margendruck, Chancen durch KI und neue Konzepte.

Trends im Handel: Das erwartet österreichische Händler:innen in Zukunft

Der österreichische Handel steht unter Druck: Inflation, hohe Preisorientierung und sinkende Margen prägen den Markt. Gleichzeitig eröffnen KI, datenbasierte Kundenbindung und neue Filialkonzepte Chancen für profitables Wachstum. Der aktuelle EY Retail Outlook zeigt, welche Retail-Trends 2026 für österreichische Händler:innen besonders relevant sind.


Überblick

  • Das Wachstum im österreichischen Handel ist derzeit stark inflationsgetrieben, während Konsument:innen weiterhin sehr preis- und promotionsorientiert einkaufen.
  • Der Lebensmittelhandel zeigt sich robuster als der Nonfood-Handel, steht aber ebenfalls unter hohem Margen- und Effizienzdruck.
  • KI entwickelt sich vom Experimentierfeld zum Produktivitätshebel sämtlicher Filialprozesse sowie der gesamten Supply Chain (z. B. Nachfrageprognosen, Bestandsmanagement, Bestellabwicklung, Preissteuerung etc.)
  • Kundenbindung, First-Party-Daten und Vertrauen werden entscheidend, um unterschiedliche Kundensegmente gezielt und relevant anzusprechen.
  • Physische Filialen bleiben wichtig, übernehmen aber neue Rollen als Service-, Auftragsabwicklungs-, Medien- und Erlebnisplattformen.

Der Handel in Österreich befindet sich in einer Phase, in der kurzfristige Resilienz und langfristige Transformation gleichzeitig adressiert werden müssen. Während steigende Kosten, volatile Nachfrage und hohe Rabattorientierung die Profitabilität belasten, entstehen durch Technologie, Automatisierung und neue Geschäftsmodelle zusätzliche Value Pools. Entscheidend wird sein, Kostenkontrolle, Kundennutzen und Zukunftsinvestitionen nicht getrennt zu betrachten, sondern strategisch miteinander zu verbinden.

Handel in Österreich: Aktuelle Lage, Konsumverhalten und Margendruck

Der österreichische Handel wächst aktuell vor allem nominal: Das Umsatzplus ist stark durch Preissteigerungen geprägt und daher kein Zeichen strukturell gesunder Marktdynamik. Besonders deutlich zeigt sich die Spreizung zwischen Food und Nonfood: Während der Lebensmittelbereich 2025 mit einem nominalen Plus von 4,4 Prozent robuster war, lag das Wachstum im Nonfood-Bereich nur bei 1,5 Prozent. Gleichzeitig bleiben Konsument:innen preissensibel, vergleichen stärker und reagieren intensiv auf Aktionen, Rabatte und Treueprogramme.

Wie steht es um den österreichischen Lebensmittelhandel?

Der österreichische Lebensmittelhandel ist durch eine hohe Filialdichte, starke Marktkonzentration und geringe Online-Durchdringung geprägt. Rund 9.400 Verkaufsstellen sorgen für eine sehr gute Nahversorgung und erklären, warum der Online-Lebensmittelhandel in Österreich nur einen vergleichsweise kleinen Marktanteil erreicht. Gleichzeitig ist der Wettbewerb intensiv: Die vier großen Anbieter SPAR, REWE mit BILLA und PENNY, HOFER sowie Lidl stehen für 92 Prozent der Marktumsätze und 75 Prozent der Standorte. Hinzu kommt eine ausgeprägte Aktions- und Diskontorientierung: Ein erheblicher Anteil der Produkte wird über Preisaktionen verkauft, und Kundenbindungsprogramme sind für viele Konsument:innen ein zentraler Bestandteil des Einkaufs.

Österreichischer Lebensmittelhandel auf einen Blick

Der Lebensmittelhandel verzeichnete 2025 ein Umsatzwachstum von knapp über
4%.
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Die vier großen Anbieter SPAR, REWE, Hofer und Lidl erreichen zusammen einen Marktanteil von
92%.
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Der Online-Anteil im Lebensmitteleinzelhandel liegt bei etwas mehr als
2%.
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E-Commerce, Kosten und neue Filialrollen erhöhen den Druck

Im Nonfood-Handel ist der Druck besonders hoch. Spezialisierte Händler:innen, etwa in Mode, Schuhen, Schmuck oder Sport, geraten zwischen E-Commerce, steigenden Kosten und preisorientierten internationalen Formaten unter Druck. Viele Innenstädte verändern sich dadurch sichtbar: Klassische Einzelhandelsflächen gehen zurück, während Gastronomie, Services und Freizeitangebote an Bedeutung gewinnen. Für Händler:innen bedeutet das, dass reine Flächenpräsenz immer weniger ausreicht. Gefragt sind klarere Positionierung, stärkere Kundensegmentierung und neue Rollen für die Filiale. Vor diesem Hintergrund lohnt sich der Blick auf jene strategischen Handlungsfelder, mit denen Händler:innen dem Druck aktiv begegnen.

Welche Trends gibt es im Handel?

Vier strategische Handlungsfelder prägen die Zukunft des Handels und damit die wichtigsten Trends im Handel: profitables Wachstum trotz Preisdruck, Künstliche Intelligenz und Technologie als Produktivitätshebel, datenbasierte Kundenbindung und Vertrauen sowie die Weiterentwicklung physischer Filialen zu Plattformen für Services, Logistik und neue Erlösquellen.


Retail Outlook 2026

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Von Trends zur Umsetzung: Was Händler:innen jetzt tun sollten


Wer diese fünf Handlungsfelder konsequent verfolgt, schafft die Grundlage für ein widerstandsfähigeres und zukunftsfähigeres Geschäftsmodell.

Fazit: Der Handel braucht Effizienz, Relevanz und neue Wertquellen

Die Zukunft des Handels in Österreich wird von einem Spannungsfeld geprägt: Konsument:innen bleiben preisbewusst, Kosten steigen und Margen stehen unter Druck, gleichzeitig steigen Erwartungen an Bequemlichkeit, Personalisierung, Nachhaltigkeit und Vertrauen. Erfolgreiche Händler:innen werden jene sein, die operative Exzellenz mit datenbasierter Kundennähe und gezielten Technologieinvestitionen verbinden. Für die Zukunft des Handels gilt: KI, Kundenbindung, neue Handels- und Filialkonzepte sowie alternative Erlösquellen sind keine isolierten Trends, sondern Bausteine eines Handelsmodells, das widerstandsfähiger, effizienter und relevanter wird.

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