Ressourcen prüfen und flexibel bleiben
Neben diesem Aspekt der Auswirkungsanalyse aus dem Risikobericht ist ökonomische Resilienz dadurch definiert, dass man über die notwendige Substanz verfügt, die notwendigen Maßnahmen überhaupt umsetzen zu können. Eine solche Maßnahmenumsetzung ist geprägt von der Frage, was die Maßnahmen kosten, wer sie überhaupt ausführen könnte und wie agil sich die Organisation bei einer Kursänderung verhält.
Die Agilität führt zur Frage, wie rasch man sich als Organisation auf neue Gegebenheiten einstellen kann und wie die Kultur so gestaltet werden kann, dass Veränderungen als neue Realität und Chance positiv wahrgenommen werden.
Wenn die finanzielle Situation bereits im Vorjahr angespannt war, wird das Treasury eine umso zentralere Rolle im Folgejahr einnehmen. Ein aktuelles Beispiel: Um die Defizitobergrenze von 3 Prozent des BIP nicht zu überschreiten und ein übermäßiges Defizitverfahren (ÜD-Verfahren) zu vermeiden, musste Österreich bis Mitte Januar 2025 Konsolidierungsmaßnahmen in Höhe von 6,3 Milliarden Euro glaubhaft an die Europäische Kommission melden. Eingreifende Budgetkürzungen sind in den unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Sektors eine mögliche Folge. Die Situation verdeutlicht den Druck auf das Treasury, effektive Strategien zur Haushaltskonsolidierung zu entwickeln. Alle Planungen und Planungsszenarien sollten in eine rollierende Liquiditätsplanung und ein Finanzierungsmodell übersetzt sein. Ebenso ist es notwendig, die Kommunikation mit Banken und anderen Geldgeber:innen professionell und transparent zu gestalten, um auf Basis dieser Professionalität eine solide Liquiditätsbasis zu haben, welche wieder entscheidend für die oben angesprochene Resilienz ist.