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EY Cybersecurity Studie 2026: Wie gut Österreichs Unternehmen auf Cyberangriffe vorbereitet sind

Österreichs Unternehmen erkennen Cyberrisiken zunehmend – doch viele handeln noch zu zögerlich und setzen zu wenige Schutzmaßnahmen um.


Überblick

  • 12 Prozent der Befragten schätzen das Risiko für einen Cyberangriff als sehr hoch ein, 26 Prozent als eher hoch – in Summe 38 Prozent nach 47 Prozent im Vorjahr.
  • 71 Prozent der betroffenen Unternehmen berichten von Phishing-Angriffen; Malware-Attacken legen von 44 auf 52 Prozent zu, Deepfakes von 3 auf 10 Prozent.
  • 20 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI-Technologien zur Cyberabwehr ein – fast doppelt so viele wie im Vorjahr, bei Betrieben ab 51 Mio. Euro Umsatz sind es sogar 35 Prozent.


Key-Findings der EY Cybersecurity Studie 2026

38 %
38 %
sehen ein eher/sehr hohes Risiko durch Cyberangriffe
71 %
71 %
berichten von Phishing-Angriffen
64 %
64 %
verzeichneten in den letzten 5 Jahren keine Datenangriffe
20 %
20 %
nutzen KI konkret zur Cyberabwehr
22 %
22 %
kennen die NIS2-Fristen und sind mit der Umsetzung im Einklang
94 %
94 %
bieten mittlerweile Awareness-Schulungen an


Österreichs Unternehmen sind auf Cyberangriffe zunehmend besser vorbereitet – und das schlägt sich erstmals seit Jahren auch in der Risikowahrnehmung nieder: Sie geht im Vergleich zu 2025 leicht zurück und bewegt sich wieder auf dem Niveau von 2024. Das heißt aber nicht, dass Entwarnung angesagt wäre. Cyberangriffe werden professioneller, KI-gestützt und häufiger – gleichzeitig wächst das Bewusstsein in den Führungsetagen und Unternehmen investieren spürbar in ihre Abwehr.

12 Prozent der Befragten der aktuellen EY-Cybersecurity-Studie schätzen das Risiko für einen Cyberangriff als sehr hoch ein, 26 Prozent als eher hoch. In Summe halten also 38 Prozent das Risiko für sehr oder eher hoch – nach 47 Prozent im Vorjahr und 35 Prozent im Jahr 2024. Besonders gefährdet sehen sich der Pharma-, Chemie- und Gesundheitssektor (28 Prozent sehen hier ein sehr hohes Risiko), die Versicherungsbranche und Banken (jeweils 26 Prozent) sowie die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche (18 Prozent). Deutlich entspannter sieht sich der öffentliche Sektor (5 Prozent sehr hohes Risiko), der Handel (13 Prozent) sowie die Bau- und Immobilienbranche (4 Prozent). Auch mit dem Umsatz steigt die Risikowahrnehmung: Bei Unternehmen ab 51 Millionen Euro Jahresumsatz sehen 24 Prozent ein sehr hohes Risiko.

Österreichs Unternehmen fühlen sich sicherer – und genau das kann trügerisch sein. Die Angriffszahlen steigen weiter, die Methoden werden professioneller. Wer sich zurücklehnt, verliert.

Der Blick in die Zukunft bleibt pessimistisch – und wird sogar noch etwas düsterer: Drei von zehn Befragten (30 Prozent) rechnen mit einem sehr starken Anstieg von Cyberangriffen und Datenklau, weitere 52 Prozent mit einem moderaten Anstieg. Nur 6 Prozent gehen von einem Rückgang aus. Besonders skeptisch ist die Versicherungsbranche (74 Prozent erwarten einen starken oder moderaten Anstieg), auch der Pharma- und Gesundheitsbereich sowie die Industrie sehen mehrheitlich zunehmende Bedrohungen.


EY Cybersecurity Studie 2026

Cyberangriffe zählen zu den größten Bedrohungen für Unternehmen weltweit. Unsere aktuelle Studie zeigt: In Österreich hat bereits mehr als jedes dritte Unternehmen einen Datenangriff erlebt – Tendenz steigend.


Wie häufig sind österreichische Unternehmen von Cyberangriffen betroffen?

Die Anzahl der tatsächlichen Angriffe steigt weiter leicht an. 64 Prozent der befragten Unternehmen hatten in den vergangenen fünf Jahren keine Hinweise auf Datenangriffe, 36 Prozent hingegen schon (17 Prozent einmal, 19 Prozent mehrfach) – ein Plus von vier Prozentpunkten gegenüber 2025. Besonders auffällig: Bei Unternehmen, die bereits KI-Technologien einsetzen, liegt der Anteil mit Angriffshinweisen bei 65 Prozent, ohne KI-Einsatz bei nur 29 Prozent. Mit dem Umsatz steigt die Wahrscheinlichkeit erneut: Bei Unternehmen ab 51 Millionen Euro Umsatz berichten 48 Prozent von mehrfachen Angriffen.

 

Bei den möglichen „Tätergruppen“ bleibt das Bild stabil: Die Gefahr, dem organisierten Verbrechen zum Opfer zu fallen, wird am höchsten eingeschätzt – 25 Prozent halten das Risiko für sehr groß, 14 Prozent für groß. Auf Platz zwei folgen Angriffe durch Hacker:innen bzw. „Hacktivist:innen" wie Anonymous (19 Prozent sehr groß, 11 Prozent groß). Ausländische staatliche Stellen und Geheimdienste spielen wie im Vorjahr nur eine untergeordnete Rolle (12 Prozent sehen ein sehr großes Risiko). Neu erhoben im Rahmen der EY Cybersecurity Studie 2026 und ebenfalls relevant: die Lieferkette – 5 Prozent sehen hier ein sehr großes Risiko.

 

Die schwerwiegendste Folge eines Angriffs wäre für 48 Prozent der Befragten Datenverlust bzw. eine Datenschutzverletzung, gefolgt von Betriebsunterbrechung (26 Prozent) und finanziellen Verlusten (23 Prozent). Bei kleineren Unternehmen unter 10 Millionen Euro Umsatz überwiegt die Sorge um Datenverlust (55 Prozent), bei größeren Betrieben rückt der Produktionsstillstand stärker in den Fokus (31 Prozent bei mehr als 51 Millionen Euro Umsatz).

Welche Branchen sehen sich besonders gefährdet für Cyberangriffe?

  • Pharma, Gesundheit, Chemie: 28 % sehr hohes Risiko
  • Banken und Versicherungen: je 26 % sehr hohes Risiko
  • Technologie, Medien, Telekommunikation: 18 % sehr hohes Risiko
  • Energie: 17 % sehr hohes Risiko
  • Handel: 13 % sehr hohes Risiko

Welche Cyberangriffe treffen Unternehmen am häufigsten – und welche Rolle spielt KI dabei?

Die EY Cybersecurity Studie 2026 zeigt deutlich, dass Phishing mit Abstand die Bedrohung Nummer 1 bleibt: 71 Prozent der betroffenen Unternehmen berichten von einem solchen Angriff (2025: 73 Prozent). Bemerkenswert ist die Entwicklung bei Malware-Angriffen: Nach einem Rückgang im Vorjahr steigen sie 2026 wieder deutlich an – von 44 Prozent im Jahr 2025 auf nun 52 Prozent. Ransomware-Angriffe legen ebenfalls leicht zu (21 Prozent, 2025: 19 Prozent). Und auch künstliche Intelligenz spielt zunehmend eine Rolle. Deepfakes betrafen mittlerweile 10 Prozent der Befragten – ein deutlicher Sprung gegenüber den 3 Prozent aus dem Vorjahr – und auch bei den klassischen Phishing-Attacken kommt zunehmend KI zum Einsatz.

 

Am häufigsten treffen die Angriffe Kommunikations- und Kollaborationsservices (46 Prozent), gefolgt von Daten- und Speicherservices (35 Prozent) sowie Arbeitsplatz- und End-User-Services (31 Prozent).
 

Welche Schutzmaßnahmen helfen wirksam gegen Cyberangriffe?

Die gute Nachricht: Jede einzelne Sicherheitsmaßnahme wird 2026 häufiger eingesetzt als in den Jahren zuvor. Firewalls und Antivirus-Software sind mit 97 Prozent bei praktisch jedem Unternehmen Standard, ebenso regelmäßige Sicherheitsupdates und Patches (92 Prozent). Auch mehrstufige Authentifizierung (88 Prozent) und die Verschlüsselung sensibler Daten (81 Prozent) sind mittlerweile weit verbreitet. Deutlich zugelegt haben Notfallpläne und Incident-Response-Teams (73 Prozent, 2025: 57 Prozent), automatisierte Überwachungsmechanismen (70 Prozent, 2025: 53 Prozent) sowie regelmäßige Sicherheitsaudits und Penetrationstests (68 Prozent, 2025: 61 Prozent). Die Unternehmen selbst schätzen den Reifegrad ihrer Maßnahmen als hoch ein – über alle Kategorien hinweg liegen die Mittelwerte zwischen 4,1 und 4,4 auf einer Skala von 1 bis 5.

 

Entsprechend zuversichtlich zeigen sich die heimischen Unternehmen: 87 Prozent fühlen sich durch die eingesetzten Maßnahmen sehr gut oder gut auf zukünftige Bedrohungen vorbereitet (40 Prozent sehr gut, 47 Prozent gut). Bei Unternehmen ab 51 Millionen Euro Umsatz liegt dieser Wert sogar bei 100 Prozent. Trotzdem gilt: Kleinere Unternehmen haben noch Aufholbedarf, insbesondere bei Verschlüsselung, Sicherheitsaudits und Notfallplänen, um bei einem etwaigen Cyberangriff entsprechend reagieren zu können.

Die stärkste Firewall nützt wenig, wenn ein Klick genügt, um sie zu umgehen. Der Mensch bleibt die entscheidende Schwachstelle – und gleichzeitig die stärkste Verteidigungslinie.

Welche Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe setzen Unternehmen bereits um?

  • Firewalls und Antivirus-Software: 97 %
  • Regelmäßige Sicherheitsupdates und Patches: 92 %
  • Mehrstufige Authentifizierung: 88 %
  • Verschlüsselung sensibler Daten: 81 %
  • Notfallpläne und Incident-Response-Teams: 73 %
  • Automatisierte Überwachungsmechanismen: 70 %
  • Regelmäßige Sicherheitsaudits und Penetrationstests: 68 %

Wie setzen Unternehmen künstliche Intelligenz zur Cyberabwehr ein?

KI spielt eine immer wichtigere Rolle – sowohl bei neuen Angriffsmethoden als auch bei der Abwehr. Der Anteil der Unternehmen, die bereits KI-Technologien in der Cybersecurity einsetzen, ist von 15 Prozent (2025) auf 20 Prozent gestiegen. Bei Unternehmen ab 51 Millionen Euro Umsatz sind es sogar 35 Prozent, bei jenen mit hoher Risikowahrnehmung 30 Prozent. Von den 80 Prozent, die derzeit noch keine KI einsetzen, haben 8 Prozent konkrete Einführungspläne, weitere 27 Prozent zeigen Interesse, aber noch ohne konkrete Vorstellung – besonders im Energie-, Bau- und Immobilien- sowie Pharma- und Gesundheitssektor.

Der wahrgenommene Nutzen von KI steigt dabei deutlich: 21 Prozent der Anwender:innen sprechen von einem sehr großen Beitrag zur Cybersicherheit – dreimal so viele wie im Vorjahr (2025: 7 Prozent). Weitere 33 Prozent sehen einen eher großen Beitrag. Eingesetzt wird KI vor allem für Anomalieerkennung (61 Prozent), automatisierte Sicherheitsüberwachung (59 Prozent) und Bedrohungsanalyse (55 Prozent). Die zentralen Herausforderungen – Datenschutz- und Ethikbedenken, hohe Kosten und Personalmangel – nehmen im Zeitvergleich weiter ab. Jedes zweite KI nutzende Unternehmen plant in den kommenden zwölf Monaten eine Ausweitung oder die Einführung neuer KI-Technologien.

Wie gut sind Unternehmen auf die NIS2-Richtlinie vorbereitet?

Rund um die NIS2-Richtlinie herrscht weiterhin große Orientierungslosigkeit: 44 Prozent der Unternehmen können ihre eigene Betroffenheit nicht belastbar einschätzen. 6 Prozent stufen sich als „wesentliche Einrichtung“ ein, 9 Prozent als „wichtige Einrichtung“. 10 Prozent sind indirekt betroffen. Weitere 9 Prozent prüfen ihre Betroffenheit derzeit, 21 Prozent sehen sich nach aktueller Einschätzung nicht betroffen.

Auch beim durch das neue NISG (Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz) vorgegebenen Fristenlauf tun sich viele schwer: 61 Prozent kennen die Fristen nicht, weiteren 10 Prozent sind sie nur teilweise bekannt. Nur 22 Prozent geben an, die Fristen vollständig zu kennen und im Einklang mit der eigenen Umsetzung zu sein; 7 Prozent kennen die Fristen, sehen aber ein Umsetzungsrisiko. Deutlich informierter zeigen sich Unternehmen mit hohem Umsatz: Bei den Betrieben ab 51 Millionen Euro liegt der Anteil der Fristenkenner bei 35 Prozent.

Bei der konkreten Umsetzung zentraler NIS2-Maßnahmenbereiche zeigt sich ein durchwachsenes Bild: 69 Prozent geben an, in keinem der Bereiche eine weitgehend abgeschlossene Umsetzung zu haben. Am weitesten fortgeschritten sind Risikoanalyse und Sicherheitskonzepte, Schulungen und Managementverantwortung sowie Kryptographie- und Zugangskontrollen (jeweils rund 23 Prozent).


Wie steht es um Schulungen, Awareness und Budgets für Cybersecurity in Österreich?

Bei den Schulungs- und Awareness-Maßnahmen zeigen die österreichischen Unternehmen laut der EY Cybersecurity Studie 2026 ein klares Bekenntnis: 83 Prozent setzen auf die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen, 80 Prozent auf konkrete Awareness-Maßnahmen, 67 Prozent auf regelmäßige Schulungen zur Cybersicherheit, 52 Prozent auf spezifische Trainings zu aktuellen Bedrohungen und 48 Prozent auf die Simulation von Phishing-Angriffen. Nur 6 Prozent geben an, keinerlei Schulungs- oder Fortbildungsmaßnahmen umzusetzen. Aktuelle Themen wie Deepfakes und KI-Bedrohungen sind bereits bei 48 Prozent Bestandteil der Schulungen, weitere 23 Prozent planen dies.

Beim Budget ist das Bild differenzierter:

  • 6 Prozent haben kein gesondertes Cybersecurity-Budget
  • 41 Prozent liegen unter 25.000 Euro
  • 10 Prozent zwischen 25.000 und 50.000 Euro
  • 9 Prozent zwischen 50.000 und 100.000 Euro
  • 2 Prozent zwischen 100.000 und 500.000 Euro
  • 1 Prozent zwischen 500.000 und einer Million Euro
  • Ein Drittel (32 Prozent) kann keine konkrete Angabe machen

Von jenen mit Budget planen nur die wenigsten deutliche Erhöhungen – der Großteil hält am aktuellen Niveau fest. Bei Unternehmen ohne gesondertes Budget wollen 17 Prozent künftig eines festsetzen, 83 Prozent nicht.


Fazit: Cyberangriffe nehmen zu, doch Österreichs Unternehmen stärken ihre Cybersicherheit

Die EY Cybersecurity Studie 2026 zeigt: Österreichs Unternehmen investieren sichtbar in ihre Cybersicherheit, setzen mehr Schutzmaßnahmen um, schulen ihre Mitarbeiter:innen konsequenter und fühlen sich insgesamt besser vorbereitet. Die Risikowahrnehmung sinkt entsprechend leicht auf das Niveau von 2024 zurück. Gleichzeitig steigen die tatsächlichen Angriffszahlen weiter an, Malware- und Deepfake-Attacken nehmen deutlich zu und KI verändert die Cyberlandschaft auf beiden Seiten – als Angriffs- wie als Abwehrwerkzeug. Beim Thema NIS2 fehlt vielen heimischen Unternehmen weiterhin die nötige Klarheit über Betroffenheit, Fristen und Umsetzung. Die zentrale Schwachstelle bleibt der Mensch: Gezielte Schulungen, klare Notfallpläne und ein professionelles Zusammenspiel aus Technik, Organisation und Awareness entscheiden darüber, wer langfristig widerstandsfähig gegenüber Cyberbedrohungen bleibt.

FAQ – Häufige Fragen zur EY Cybersecurity Studie 2026

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