Rennwagen fährt über eine verschwommene Strecke

Analysen, Auswertungen & Co. mit KI: Darum sollten Ihre Daten AI-ready sein

Wer im Wettbewerb bestehen will, braucht Daten, mit denen die KI arbeiten kann. Im Artikel erfahren Sie mehr über die drei klassischen Kernblockaden für AI-ready Data – und wie Sie diese Blockaden lösen.


Überblick

  • AI-ready Data schaffen eine verlässliche, gut strukturierte und zugängliche Datenbasis, die es Unternehmen ermöglicht, KI-Anwendungen effizient, skalierbar und mit hoher Qualität umzusetzen.
  • Eine zentrale Voraussetzung für AI-ready Data ist eine klare Datenorganisation mit definierten Verantwortlichkeiten, Standards und Prozessen.
  • Technologie, Governance und Datenkompetenz der Mitarbeitenden müssen zusammenspielen, damit Daten kontinuierlich gepflegt, verstanden und für KI nutzbar gemacht werden können.

Künstliche Intelligenz ist der moderne Treiber für Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung. Für Unternehmen ist der Weg vom ambitionierten KI-Projekt zur erfolgreichen Umsetzung jedoch oftmals herausfordernd. Das liegt weniger an der Komplexität der KI-Modelle selbst, sondern vielmehr an der Qualität und Verfügbarkeit der Unternehmensdaten. Denn ohne eine robuste und vertrauenswürdige Datenbasis bleiben KI-Modelle theoretische Experimente, die im operativen Alltag keinen nachhaltigen Wert liefern können.

Blockaden & Erfolgsfaktoren: Worauf es bei AI-ready Data ankommt

Wir haben drei Kernblockaden für AI-ready Data erkannt und darauf basierend die kritischen Erfolgsfaktoren herausgearbeitet, die dabei helfen, KI-Kompetenzen in Unternehmen zu schärfen und so KI-Projekte langfristig zu beschleunigen. Doch bevor wir diese genauer beleuchten, wollen wir die KI-Problematik nochmals veranschaulichen: Ein KI-Modell ist vergleichbar mit einem Hochleistungsmotor – wie in der Formel 1 – und die Daten sind der Treibstoff. Viele Unternehmen investieren Millionen in diesen „Formel-1-Motor“ und versuchen dann, ihn mit Schweröl, also inkonsistenten, veralteten, silohaften Daten, zu betreiben. Kein Wunder also, dass die Leistung weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Unzureichende Ergebnisse von KI-Modellen machen also oftmals nur die Versäumnisse in der Datenbasis sichtbar.

Dass es sich hierbei nicht nur um eine Metapher, sondern um ein reales wirtschaftliches Risiko handelt, bestätigen Umfragen mit Wirtschaftsexpert:innen: Der größte Stolperstein für KI-Projekte sind fehlende oder unzureichende Datenmanagementpraktiken. Expert:innen warnen, dass bis 2026 ein Großteil aller KI-Projekte scheitern wird, weil die notwendigen AI-ready Daten nicht vorhanden sind.1


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In der Praxis sehen wir fünf Kernfragen, die über den Erfolg entscheiden. Hier unsere Antworten in aller Kürze:

Was genau bedeutet AI-ready?

AI-ready bedeutet, dass Daten so aufbereitet sind, dass KI-Modelle effizient mit ihnen arbeiten können. Dazu müssen sie vollständig, aktuell, strukturiert, kontextualisiert und unternehmensweit vernetzt sein. Anders als klassische BI-Daten, die primär für rückblickende Analysen dienen, benötigen KI-Anwendungen datenübergreifende Zusammenhänge, semantisches Verständnis und sofortige Verfügbarkeit, um präzise Prognosen oder automatisierte Entscheidungen zu ermöglichen. Ein Praxisbeispiel: Während BI-Systeme etwa den Umsatz pro Produktkategorie anzeigen, können sie selbst nicht erklären, was es für das Unternehmen bedeutet. Doch moderne AI-ready Systeme können diese extra Meile ermöglichen, weil deren Daten zusätzlich mit Kund:innenverhalten, Lagerbeständen und externen Marktdaten etc. verknüpft und inhaltlich kontextualisiert sind.

Was ist der direkte Business-Nutzen einer Datenlandschaft mit AI-ready Data?

AI-ready Data beschleunigen KI-Anwendungsfälle von Monaten auf Tage und minimieren Risiken durch hohe Qualität.

Wie organisieren wir Data-Governance, ohne die Fachbereiche auszubremsen?

In Abhängigkeit von der Unternehmensgröße und Unternehmenskultur ist oftmals eine geteilte Verantwortung notwendig, bei der die strategische Steuerung in einem zentralen Data-Office liegt, während die operative Verantwortung in den Fachbereichen verankert ist.

Welche Skills brauchen unsere Teams, um diese Transformation umzusetzen?

Vor allem das Verständnis für den Datenlebenszyklus ist entscheidend. Bedeutet: Data-Literacy unternehmensweit zu fördern, wiegt deutlich stärker, als die Zahl der Data-Scientists zu erhöhen.

Wie gewährleistet man eine verlässliche und unternehmensweite Datenverfügbarkeit?

Durch Datenkatalogisierung mit der Information: Welche Daten haben wir? Wo liegen sie? Wem gehören sie und wie verlässlich sind sie? Unternehmen, die bereit sind, sich intensiv mit diesen Fragen zu befassen, schaffen die notwendige Transparenz und das Fundament, um das immense Potenzial von KI voll auszuschöpfen.

Die Herausforderungen auf dem Weg zu AI-ready Data

Derzeit sehen wir bei unseren Kund:innen, die KI-Projekte initiieren möchten, drei Kernblockaden:

  • Unternehmen leiden unter unzureichender Datenqualität. Da KI nur so gut ist wie ihre Trainingsdaten, führen fehlerhafte oder unklare Daten unweigerlich zu schlechten KI-Ergebnis-sen. Hinzu kommt, dass die Konsolidierung von Daten über Fachbereiche und Systeme hinweg häufig scheitert.
  • Diese Probleme sind oft ein Beiprodukt einer tieferliegenden kulturellen Haltung: Daten werden nicht als strategisches Asset behandelt. Datenprobleme werden meist nur ad hoc für einzelne KI-Projekte gelöst. Diese reaktive Denkweise führt dazu, dass bei jedem neuen KI-Projekt großer Aufwand in die manuelle Aufbereitung fließt und somit neue Projekte unattraktiv wirken können.
  • Viele Unternehmen sind mit kulturellem Widerstand gegen die datengesteuerte Transformation konfrontiert. Dies manifestiert sich auf zwei Arten: Entweder werden Daten als Wissensmonopol zurückgehalten oder die Verantwortung für schwer pflegbare Daten wird auf die IT abgewälzt. Beides verhindert das notwendige Teilen und Nutzen von Daten.

Ähnliches gilt für die KI selbst, die entweder gehypt wird oder auf tiefes Misstrauen stößt. Diese Kluft lässt sich nur durch Vertrauen in hochqualitative, dokumentierte Daten und nachvollziehbare KI-Ergebnisse schließen.

Kritische Erfolgsfaktoren für die KI-Wertschöpfung

Die Überwindung dieser Hürden erfordert oftmals eine strategische Neuausrichtung, bei der Technologie, Governance und People Hand in Hand arbeiten. Entscheidungsträger:innen benötigen die Garantie, dass Investitionen in Daten und KI einen nachweisbaren Wert liefern und kontrollierbare Risiken minimieren. Um dies sicherzustellen, muss das Unternehmen die folgenden vier strategischen Anforderungen meistern:

 

  1. Unternehmen müssen den hohen Stellenwert von Daten in ihrer Unternehmensstrategie verankern. Die digitale Transformation der Daten muss zwingend von den Geschäftszielen abgeleitet werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Daten nicht nur nebenher gesammelt werden.
  2. Eine starke Data-Governance legt die Spielregeln für den Umgang mit Daten fest. Sie definiert klare Rollen, Verantwortlichkeiten und Prozesse. Diese Struktur ist notwendig, damit Mitarbeitende im Fachbereich Verantwortung für die Datenpflege übernehmen und die Prozesse einfach und skalierbar bleiben.
  3. Die Technologie dient als zentraler Enabler. Sie muss sich den Geschäftszielen, der Governance und den Skills anpassen. Das bedeutet, sie muss die kontinuierliche Verfügbarkeit und Qualität der Daten gewährleisten, beispielsweise durch automatisierte Qualitätsprüfungen. Wichtig ist auch die Bereitstellung von Kontextinformationen zu Daten, um Mitarbeitenden deren schnelle Bewertung zu ermöglichen.
  4. Mitarbeitende sind der entscheidende Erfolgsfaktor für die Transformation. Sie sind sowohl die Treiber:innen als auch die Konsument:innen der Daten. Durch gezielte Trainings werden sie befähigt, datengestützte Entscheidungen zu treffen und den Datenwert aktiv zu nutzen.

Fallbeispiel: Der Weg zu AI-ready Data

Die vier Erfolgsfaktoren bilden das theoretische Gerüst, doch wie sieht die erfolgreiche Anwendung in der Praxis aus? Das folgende Beispiel unseres Kunden verdeutlicht den Weg von der Herausforderung zur Lösung:

Unser Kunde benötigte dringend ein gesamthaftes Kosten- und Einnahmen-Forecasting. Erste Versuche scheiterten, weil die Daten aus verschiedenen Abteilungen und Ländern inkompatibel waren – ein typisches Problem von Datensilos. Dieses Scheitern machte klar: Die Datenbasis muss neu gedacht und auf AI-ready Niveau gebracht werden. Hierzu wurden vier Schritte unternommen:

  1. Zuerst wurde beschlossen, dass alle wichtigen Unternehmensentscheidungen datenbasiert getroffen werden sollen. Die Notwendigkeit einer KI-tauglichen Datenbasis wurde somit in der Unternehmensstrategie verankert.
  2. Es wurden klare Regeln und neue Prozesse für den Umgang mit Daten definiert und etabliert. Dies sorgt für Transparenz, legt Verantwortlichkeiten fest und gewährleistet eine hohe Datenqualität.
  3. Anhand der wichtigsten Ziele und Use-Cases wurde abgeleitet, welche Fähigkeiten im Unternehmen noch fehlen. Die Mitarbeitenden wurden gezielt geschult.
  4. Außerdem wurden neue technische Werkzeuge wie Datenplattformen und Datenkataloge eingeführt. Diese haben es den Anwendenden erleichtert, Daten zu finden, zu verstehen und für KI-Modelle bereitzustellen.

Gerade dieses Zusammenspiel aus Strategie, klaren Regeln, geschulten Mitarbeitenden und passender Technologie hat die Datenbasis erfolgreich transformiert und die Grundlage für AI-ready Data geschaffen.

Am Ende ist es für Finanzexpert:innen eine einfache Rechnung: Der größte Hebel für die KI-Wertschöpfung ist die Investition in das Datenfundament. Der Mehrwert von AI-ready Data ist die Minimierung des Risikos, teure Fehlinvestitionen zu tätigen, und die gleichzeitige Maximierung der Rendite.


Fazit: KI-optimierte Daten als Schlüssel zu Wertschöpfung

AI-ready Daten sind der entscheidende Hebel, um KI von Pilotprojekten zur echten Wertschöpfung zu führen. Fehlende Datenqualität, kulturelle Widerstände und siloartige Strukturen bremsen Unternehmen heute stärker aus als technische Hürden. Erst wenn Daten als strategisches Asset verstanden, klar verantwortet und technologisch verlässlich bereitgestellt werden, kann KI ihr volles Potenzial entfalten. Dafür braucht es ein Zusammenspiel aus Datenstrategie, Governance, modernen Technologien und einer datenkompetenten Organisation. Unternehmen, die diese Grundlagen schaffen, reduzieren Risiken, beschleunigen KI-Initiativen und sichern sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile.

FAQ – Häufige Fragen zu AI-ready Data

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