Die internationale EY-Organisation besteht aus den Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG). Jedes EYG-Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen. Ernst & Young Global Limited ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht und erbringt keine Leistungen für Kunden.
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Physical AI adressiert genau jene Herausforderungen, die vielen Industriebetrieben unter den Nägeln brennen: Arbeitskräftemangel in hochspezialisierten Bereichen, steigende Lohn- und Energiekosten, der Bedarf an 24/7‑fähigen Produktions- und Logistiksystemen sowie die Volatilität globaler Lieferketten.
KI‑gestützte Robotik, digitale Zwillinge und simulationsbasierte Trainingsumgebungen ermöglichen es, komplexe Szenarien zunächst virtuell durchzuspielen und erst dann in der Realität umzusetzen – vom Layout einer Fertigungslinie über die Flottensteuerung von autonomen Fahrzeugen bis hin zur vorausschauenden Wartung ganzer Anlagenparks.
Damit entsteht eine neue Qualität von industrieller Intelligenz: Produktionssysteme werden nicht nur optimiert, sie beginnen, sich selbst anzupassen. Anomalien werden frühzeitig erkannt, Produktionsparameter dynamisch nachgeregelt und Sicherheitsrisiken durch simulationsgestützte Tests bereits im Vorfeld minimiert.
Herausforderungen & Chancen: Was bedeutet die neue Komplexität für Industriebetriebe?
Die Voraussetzungen, um diese Möglichkeiten zu nutzen, sind anspruchsvoll. In vielen Unternehmen sind Produktions- und IT‑Landschaften über Jahrzehnte gewachsen, ohne dass sie konsequent auf AI‑Readiness ausgerichtet wurden. Daten liegen in isolierten Systemen, proprietären Steuerungen oder Lösungen, die nur mit erheblichem Aufwand für KI‑Modelle nutzbar gemacht werden können (Stichwort: AI-ready Data).
Hinzu kommt, dass Governance‑Strukturen häufig nicht mit der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung Schritt gehalten haben. Fragen wie „Wer ist für die Qualität von KI‑Entscheidungen verantwortlich?“, „Wie werden Modelle überwacht und aktualisiert?“ oder „Wie lassen sich regulatorische Anforderungen an Transparenz und Sicherheit erfüllen?“ sind in vielen Organisationen nur unzureichend beantwortet. Gleichzeitig fehlt es oft an klaren Rollenprofilen und Kompetenzen, um Data‑Science‑Teams, Produktionsverantwortliche und IT‑Abteilungen systematisch zusammenzubringen.
Technologisch stehen viele Unternehmen zudem vor einem Fragmentierungsproblem: Moderne KI‑ und Robotiklösungen müssen mit bestehenden OT‑Systemen, älteren ERP‑Landschaften und heterogenen Sensorik‑Umgebungen interagieren. Ohne eine klare Zielarchitektur und ein stufenweise umsetzbares Migrationskonzept droht der Sprung zu Physical AI im Pilotstadium stecken zu bleiben.