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Was ist EPM? Wie Steuerung mit System Ihr Unternehmen zukunftsfit macht

Enterprise-Performance-Management entwickelt sich immer mehr zum strategischen Erfolgsfaktor – und die passenden Tools gewinnen zunehmend an Relevanz. Erfahren Sie, worauf es bei deren Auswahl und Implementierung ankommt.


Überblick

  • Enterprise-Performance-Management schafft eine integrierte Plattform, die Planung, Reporting und Konsolidierung verbindet und damit eine verlässliche Basis für fundierte Unternehmensentscheidungen bietet.
  • Moderne EPM-Lösungen erhöhen Effizienz und Transparenz, indem sie komplexe Steuerungsprozesse automatisieren und Daten aus verschiedenen Quellen harmonisieren.
  • Unternehmen, die EPM strategisch einsetzen, stärken ihre Agilität und können schneller und sicherer auf regulatorische Anforderungen und Marktveränderungen reagieren.

Die Rolle des Finanzmanagements hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert: Daten müssen schneller verfügbar sein, Geschäftsmodelle werden komplexer und Steuerungsprozesse zunehmend dynamischer. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Transparenz, Effizienz und Prognosefähigkeit in Unternehmen aller Größen. Vor diesem Hintergrund gewinnt ein systematischer, integrierter Steuerungsansatz zunehmend an Bedeutung. Das Stichwort: EPM.

Was versteht man unter EPM?

Unter Enterprise‑Performance‑Management (EPM) versteht man einen ganzheitlichen Ansatz zur Planung, Steuerung und Analyse der Unternehmensleistung. EPM verbindet zentrale Steuerungsprozesse wie Planung, Reporting und Konsolidierung auf einer integrierten Plattform, harmonisiert Daten aus unterschiedlichen Quellen und schafft damit die Grundlage für fundierte, zukunftsorientierte Entscheidungen.

Die Anforderungen an das Finanzmanagement und die Unternehmenssteuerung haben sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Während die Konsolidierung früher vor allem als lästige Pflichtaufgabe galt, ist sie heute ein zentrales Element der strategischen Unternehmensführung. Ein zusätzlicher Treiber für die aktuelle Relevanz des Themas ist, dass viele bestehende EPM-Tools in den kommenden Jahren eingestellt oder vom Hersteller nicht mehr weiterentwickelt werden. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, sich zeitgerecht nach einer passenden Lösung umzusehen.

Was sind EPM-Tools?

Ein EPM-Tool (Enterprise-Performance-Management) ist eine integrierte Softwarelösung, die Unternehmen dabei unterstützt, zentrale Steuerungsprozesse wie Planung, Budgetierung, Forecasting, Reporting und Konsolidierung effizient und transparent abzuwickeln. Es verbindet Daten aus unterschiedlichen Quellen, automatisiert komplexe Abläufe und schafft eine einheitliche Informationsbasis für fundierte Entscheidungen. Unternehmen stehen daher nicht nur vor der Herausforderung, ihre Konsolidierungsprozesse effizient und zukunftssicher zu gestalten, sondern müssen sich auch aktiv mit der Auswahl und Implementierung neuer, moderner Lösungen auseinandersetzen. 

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und reichen von neuen regulatorischen Anforderungen über die Digitalisierung bis hin zu einem veränderten Rollenverständnis der Finanzfunktion. Konsolidierungsprozesse müssen heute nicht nur effizient und fehlerfrei ablaufen, sondern auch als Basis für fundierte Managemententscheidungen dienen.

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Digital vs. manuell: Warum sich EPM-Tools lohnen

Die Notwendigkeit einer systemgestützten Konsolidierung per EPM-Tool ergibt sich vor allem aus der zunehmenden Komplexität der Unternehmensstrukturen und der Datenlandschaft. Moderne Konzerne agieren international, unterliegen unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben und müssen eine Vielzahl von Tochtergesellschaften und Geschäftsbereichen koordinieren. Hinzu kommen neue Anforderungen wie die Berücksichtigung von ESG-Kriterien oder die Umsetzung von BEPS Pillar 2, die eine flexible und präzise Konsolidierung erfordern.

 

In diesem Kontext stoßen manuelle Prozesse schnell an ihre Grenzen. Sie sind nicht nur fehleranfällig und zeitaufwendig, sondern bieten auch wenig Spielraum für die Integration neuer Anforderungen oder die Automatisierung von Routineaufgaben.

 

Systemgestützte Lösungen bieten hier entscheidende Vorteile:

  • Automatisierung zentraler Konsolidierungsschritte (z. B. Währungsumrechnung, Aufwands- und Ertragskonsolidierung, Schuldenkonsolidierung)
  • Reduktion von Fehlerquellen
  • Schnellere, effizientere Prozesse
  • Höhere Datenqualität durch einheitliche Datenquellen und automatisierte Validierung

Das Ergebnis all dieser Faktoren: eine ideale Grundlage für verlässliche Berichte und fundierte Entscheidungen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität und Skalierbarkeit moderner EPM-Plattformen. Sie sind in der Lage, sowohl aktuelle als auch zukünftige Anforderungen abzudecken, und lassen sich problemlos an neue regulatorische Vorgaben oder interne Steuerungsbedürfnisse anpassen.

Worauf Sie bei der Wahl eines EPM-Tools achten sollten

Das Finden eines geeigneten EPM-Tools ist ein komplexer Prozess, der eine strukturierte Vorgehensweise und die Einbindung aller relevanten Stakeholder:innen erfordert. Damit dieser möglichst reibungslos abläuft, hilft es, einige zentrale Erfolgsfaktoren zu bedenken:

Projektvorbereitung

Am Anfang steht die sorgfältige Planung und Organisation des Projekts. Es empfiehlt sich, ein interdisziplinäres Team zusammenzustellen, das die Anforderungen aller Beteiligten vertritt. Die Definition klarer Ziele und die Erarbeitung eines Projektplans mit Meilensteinen sind essenziell, um den Auswahlprozess von Anfang an auf eine solide Basis zu stellen. Die BI- beziehungsweise EPM-Strategie des Unternehmens bildet dabei die Grundlage für den gesamten Auswahlprozess. Häufige Fehler in dieser Phase sind eine unzureichende Ressourcenausstattung, eine einseitige Besetzung des Projektteams oder das Fehlen klarer Entscheidungsträger:innen mit der nötigen Durchsetzungskraft.

Anforderungsanalyse

Im nächsten Schritt folgt die Anforderungsanalyse, die als Herzstück der EPM-Auswahl gilt. Mithilfe von Fragebögen und Interviews werden die funktionalen, technischen, organisatorischen und anbieter:innenbezogenen Anforderungen erhoben und gewichtet. Die Ergebnisse werden in einem umfassenden Kriterienkatalog zusammengefasst, der als Grundlage für die weitere Auswahl dient. Besonders wichtig ist es, zwischen Muss- und Kann-Kriterien zu unterscheiden und auch zukünftige Anforderungen sowie aktuelle Trends zu berücksichtigen. Die Einbindung aller relevanten Fachbereiche und der IT ist dabei unerlässlich, um Akzeptanzprobleme zu vermeiden und eine möglichst umfassende Anforderungsaufnahme zu gewährleisten.

Markteingrenzung

Angesichts des stark gewachsenen Marktes für EPM- und Konsolidierungslösungen ist eine grobe Markteingrenzung anhand der definierten K.-o.-Kriterien hilfreich, um die Anzahl der potenziellen Lösungen zu reduzieren. In einer ersten Informationsphase verschafft sich das Projektteam einen Überblick über den Gesamtmarkt und die relevanten Marktsegmente. Anschließend wird eine Long List mit geeigneten Lösungen erstellt, die durch eine detaillierte Bewertung der K.-o.-Kriterien auf eine Short List von idealerweise drei bis fünf Lösungen eingegrenzt wird.

Reporting

Im Zuge des Auswahlverfahrens ist es essenziell, die unterschiedlichen Reporting-Anforderungen der verschiedenen Unternehmensbereiche zu berücksichtigen. Dazu zählen insbesondere Monatsreporting, Konsolidierung, Planung und Controlling sowie neue Anforderungen wie ESG-Reporting und die Umsetzung von BEPS Pillar 2. Diese vielfältigen Anforderungen sollten bereits in der Anforderungsanalyse systematisch erfasst und bei der Bewertung potenzieller EPM-Tools mitbedacht werden, um sicherzustellen, dass die ausgewählte Lösung alle relevanten Berichts- und Steuerungsanforderungen abdeckt.

Evaluierung

Der entscheidende Schritt zur Auswahl der besten Lösung: Ein vergleichender Proof of Concept (PoC) mit den Anbieter:innen der Short List bietet die größte Sicherheit, da die Lösungen unter realen Bedingungen getestet und bewertet werden können. Dabei empfiehlt es sich, ein umfassendes Aufgabenpapier zu erstellen, das die Anforderungen und Rahmenbedingungen klar definiert. Die Einbindung aller Projektbeteiligten in die Bewertung sorgt dafür, dass die Entscheidung auf einer breiten und fundierten Basis getroffen wird. Neben technischen und funktionalen Aspekten sollten auch organisatorische Anforderungen und die Integration in bestehende Systeme berücksichtigt werden.

Sie sehen: Der Erfolg des Auswahlprozesses hängt maßgeblich von einer strukturierten Vorgehensweise, einer umfassenden Anforderungsanalyse und der Einbindung aller relevanten Akteur:innen ab. Unternehmen, die diese Faktoren berücksichtigen, profitieren nachweislich von höheren Business-Benefits und einer stärkeren Zufriedenheit mit der gewählten Lösung. Die Harmonisierung von Stammdaten und die Integration in bestehende Systeme sind entscheidend für die Effizienz und Zukunftsfähigkeit der Lösung. Ein interdisziplinäres Projektteam sorgt für eine umfassende Anforderungsaufnahme und verhindert Akzeptanzprobleme.

Erfolgsfaktoren und Stolpersteine bei der EPM-Implementierung

Die erfolgreiche Auswahl eines EPM-Tools ist nur der erste Schritt – mindestens ebenso entscheidend ist die anschließende Implementierung. Hierbei gibt es bewährte Vorgehensweisen, die den Projekterfolg sichern:

  • Frühzeitige und kontinuierliche Einbindung aller Parteien: Nur wenn Fachbereiche, IT und Management gemeinsam an einem Strang ziehen, können die Anforderungen umfassend abgedeckt und die Akzeptanz für das neue System sichergestellt werden.
  • Klare Zieldefinition: Das Projektteam sollte messbare Ziele und Prioritäten festlegen, um den Fokus während der gesamten Implementierung zu behalten.
  • Sicherstellung einer hohen Datenqualität: Bereits vor dem Systemstart sollten Stammdaten harmonisiert und bereinigt werden, um spätere Fehler und Mehraufwände zu vermeiden. Die Implementierung sollte iterativ erfolgen – also in überschaubaren Schritten und mit Pilotbereichen, in denen neue Funktionen getestet und optimiert werden können.
  • Aktives Change-Management: Gezielte Kommunikations- und Schulungsmaßnahmen sind unerlässlich, damit die Anwendenden die Vorteile des neuen Systems erkennen und es effizient nutzen.
  • Dokumentation und Wissenstransfer: Ähnlich wie bei anderen Change-Prozessen sind auch beim EPM-Management eine umfassende Dokumentation und ein strukturierter Wissenstransfer an interne Teams essenziell, um die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern.

Darüber hinaus gibt es einige häufige Fehlerquellen, die den Prozess maßgeblich verlangsamen können. Dazu gehören:

  • Unterschätzung des Aufwands: EPM-Projekte sind komplex und betreffen viele Unternehmensbereiche; sie benötigen daher ausreichend Kapazitäten hinsichtlich Budget, Zeit und Ressourcen.
  • Einseitiger Fokus: Wer sich nur auf die IT oder Fachbereiche konzentriert, riskiert den Erfolg des gesamten Projekts. Nur ein gemeinsames Vorgehen führt zu einer Lösung, die sowohl technisch als auch fachlich überzeugt.
  • Fehlen einer klaren Datenstrategie: Ohne ein durchdachtes Konzept für die Datenintegration und das Stammdatenmanagement drohen Inkonsistenzen und Akzeptanzprobleme. Auch ein „Big Bang“-Ansatz, also die vollständige Umstellung auf einen Schlag, birgt erhebliche Risiken. Besser ist ein schrittweises Roll-out, das eine bessere Kontrolle und schnellere Lernerfolge ermöglicht.
  • Unzureichende Trainings: An der Schulung der Anwendenden sollte keinesfalls gespart werden – fehlende Kenntnisse führen zu Frustration und ineffizienter Nutzung des Systems. Ebenso wichtig ist es, regelmäßige Erfolgskontrollen und Reviews einzuplanen, um frühzeitig gegensteuern und das Projekt kontinuierlich verbessern zu können.

Zukunftsaussichten: Konsolidierung als strategischer Erfolgsfaktor

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und der Integration neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz wird die Konsolidierung immer mehr zum strategischen Werkzeug. Moderne EPM-Plattformen ermöglichen die nahtlose Verbindung von Planung, Reporting und Konsolidierung und schaffen eine zentrale Datenbasis für das gesamte Unternehmen. Unternehmen, die diesen Wandel aktiv gestalten und ihre Konsolidierungsprozesse entsprechend anpassen, werden in der Lage sein, schneller auf Marktveränderungen zu reagieren und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Fazit: Auf gute Organisation kommt es an

Die Auswahl eines EPM-Tools ist ein komplexer, aber entscheidender Prozess für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Eine systemgestützte Konsolidierung bietet zahlreiche Vorteile in Bezug auf Effizienz, Transparenz und Flexibilität. Der Erfolg hängt maßgeblich von einer strukturierten Vorgehensweise, einer umfassenden Anforderungsanalyse und der Einbindung aller relevanten Stakeholder:innen ab. Unternehmen, die diese Erfolgsfaktoren berücksichtigen, schaffen die Grundlage für eine agile, datengesteuerte und strategisch ausgerichtete Finanzfunktion, die den Anforderungen einer sich ständig wandelnden Geschäftswelt gerecht wird.

FAQ – Häufige Fragen zu Enterprise-Performance-Management

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