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Datendiebstahl durch Mitarbeitende: Wie das Offboarding zum Sicherheitsrisiko wird

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Fast jede zweite ausscheidende Person nimmt Unternehmensdaten mit – oft mit finanziellen Schäden und Reputationsverlust für das betroffene Unternehmen. Besonders häufig erfolgt der Datenabfluss über private E-Mail-Adressen. Umso wichtiger ist es, mit präventiven Maßnahmen dem Datendiebstahl proaktiv vorzubeugen.


Überblick

  • Fünf Prozent der ausscheidenden Mitarbeitenden nehmen Unternehmensdaten mit – darunter teilweise sensible Informationen, geistiges Eigentum und Geschäftsgeheimnisse.
  • 43 Prozent der Datenabflüsse erfolgen per E-Mail an private Adressen und sind damit die häufigste Form der Datenexfiltration.
  • Die meisten Datenabflüsse passieren in den 90 Tagen vor oder nach einer Kündigung und bleiben oft lange unentdeckt.
  • DSGVO-Verstöße, finanzielle Schäden und Reputationsverluste zählen zu den größten Risiken für betroffene Unternehmen.
  • Ein proaktiver IT-forensischer Quick Check hilft, Datenabflüsse frühzeitig zu erkennen, Compliance sicherzustellen und Risiken nachhaltig zu reduzieren.

Wenn Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen, stehen meist organisatorische Fragen im Vordergrund: die Übergabe laufender Projekte, die Rückgabe von Arbeitsmitteln oder die Sicherung von Wissen. Deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält häufig die Frage, welche Unternehmensdaten das Unternehmen gemeinsam mit den Mitarbeitenden verlassen. Dabei birgt genau der Offboarding-Prozess das größte Risiko für Datendiebstahl.

Welche Daten werden von Mitarbeitenden mitgenommen?

Internationale Untersuchungen zeigen, dass 45 Prozent der ausscheidenden Mitarbeitenden Unternehmensdaten mitnehmen. Datenabfluss über E-Mails, die an private Adressen gesendet werden, sind mit 43 Prozent die häufigste Variante. Zu den häufigsten betroffenen Informationen zählen nicht nur allgemeine Dokumente, sondern Kund:inneninformationen, Angebots- und Preisdokumente, Projektdaten, internes Know-how, Geschäftsgeheimnisse sowie Forschungs- und Entwicklungsunterlagen bzw. geistiges Eigentum. Die Gefahr wird dabei oft unterschätzt: Mitarbeitende haben naturgemäß weitreichenden Zugriff auf sensible Daten und können diese häufig ohne großen Aufwand aus dem Unternehmensnetzwerk ausleiten. Die Mitnahme bleibt oft unentdeckt und kann somit über lange Zeit ein unerkanntes Risiko für finanzielle, operative und rechtliche Schäden sein.

45 %
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der Mitarbeitenden laden, speichern oder versenden arbeitsbezogene Dateien, bevor sie ihr Unternehmen verlassen.
43 %
43 %
der Fälle von Datenabfluss entfallen auf geschäftliche E-Mails, die an private Konten weitergeleitet wurden.

Wann, wie und warum exfiltrieren Mitarbeitende Daten?

Datenabfluss beim Austritt von Mitarbeitenden wird häufig mit vorsätzlichem Fehlverhalten verbunden. Die Praxis zeigt jedoch ein differenzierteres Bild – ein Großteil dieser Aktivitäten erfolgt nicht zwingend mit schädigender Absicht, sondern aufgrund fehlender Regelungen oder Kontrollen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

 

  • fehlendes Bewusstsein oder Nachlässigkeit bei der Rückgabe von Dokumenten oder Datenträgern
  • Karriereinteressen, beispielsweise durch Wechsel zu Wettbewerbern
  • persönlicher Vorteil oder persönliche Rechtfertigung, etwa durch Sicherung eigener Arbeitsergebnisse
  • persönliche Konflikte oder bewusst schädigende Absichten bzw. Vergeltungsgedanken

Studien zeigen außerdem, dass Daten besonders häufig in persönliche E-Mail-Konten, private Cloud-Speicher oder auf externe Datenträger übertragen werden – diese Art der Übertragung wirkt im Arbeitsalltag oft unauffällig und bleibt daher häufig unentdeckt.

 

Besonders relevant ist der Zeitraum rund um den Austritt: Die meisten Datenabflüsse erfolgen in den 90 Tagen bevor Mitarbeitende ihre Kündigung einreichen oder nachdem seitens des Unternehmens eine Kündigung ausgesprochen wurde.

 

Sicherheitsmaßnahmen & Prävention: Was Unternehmen tun können

 

Der Austritt von Mitarbeitenden zählt zu den sensibelsten Phasen im Lebenszyklus von Unternehmensdaten. Gleichzeitig werden Insider-Risiken in vielen Organisationen noch immer unterschätzt. Unternehmen sollten Datensicherheit daher als festen Bestandteil ihres Offboarding-Prozesses verstehen und technische, organisatorische sowie forensische Maßnahmen etablieren, um kritische Vorfälle bzw. Datendiebstahl frühzeitig zu erkennen und nachvollziehbar aufzuklären – zum Beispiel durch die Analyse von Log-Daten, Dateiaktivitäten und anderen digitalen Spuren.

 

Ein proaktiver Ansatz reduziert nicht nur das Risiko, Abflüsse zu übersehen, sondern senkt auch die Kosten im Ernstfall. Durch vorausschauendes Handeln profitieren Unternehmen von:

  • kürzerer Expositionszeit
  • schnellerer Schadensbegrenzung
  • besserer Aufklärung von Vorfällen

Setzen Sie auf die Expertise von EY

IT-forensische Analysen können Unternehmen dabei unterstützen, ungewöhnliche Datenbewegungen rund um den Austritt von Mitarbeitenden nachzuvollziehen und potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen. 


Fazit: Datenabfluss als Teil des Offboarding-Prozesses verstehen

Der Austritt von Mitarbeitenden ist ein hochsensibler Moment im Lebenszyklus organisatorischer Sicherheit. Ein strukturierter, IT-forensischer Ansatz – insbesondere ein präventiv integrierter Quick Check – ermöglicht es Unternehmen, Risiken zu erkennen, Beweise gerichtsfest zu sichern und nachhaltig Vertrauen zu schaffen.

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