Die internationale EY-Organisation besteht aus den Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG). Jedes EYG-Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen. Ernst & Young Global Limited ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht und erbringt keine Leistungen für Kunden.
So unterstützen wir Sie
-
Jedes Unternehmen kann von Betrug, Bestechung und Korruption betroffen sein. Wie EY Ihnen mit seiner Fachexpertise helfen kann, erfahren Sie hier.
Mehr erfahren
Wann, wie und warum exfiltrieren Mitarbeitende Daten?
Datenabfluss beim Austritt von Mitarbeitenden wird häufig mit vorsätzlichem Fehlverhalten verbunden. Die Praxis zeigt jedoch ein differenzierteres Bild – ein Großteil dieser Aktivitäten erfolgt nicht zwingend mit schädigender Absicht, sondern aufgrund fehlender Regelungen oder Kontrollen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- fehlendes Bewusstsein oder Nachlässigkeit bei der Rückgabe von Dokumenten oder Datenträgern
- Karriereinteressen, beispielsweise durch Wechsel zu Wettbewerbern
- persönlicher Vorteil oder persönliche Rechtfertigung, etwa durch Sicherung eigener Arbeitsergebnisse
- persönliche Konflikte oder bewusst schädigende Absichten bzw. Vergeltungsgedanken
Studien zeigen außerdem, dass Daten besonders häufig in persönliche E-Mail-Konten, private Cloud-Speicher oder auf externe Datenträger übertragen werden – diese Art der Übertragung wirkt im Arbeitsalltag oft unauffällig und bleibt daher häufig unentdeckt.
Besonders relevant ist der Zeitraum rund um den Austritt: Die meisten Datenabflüsse erfolgen in den 90 Tagen bevor Mitarbeitende ihre Kündigung einreichen oder nachdem seitens des Unternehmens eine Kündigung ausgesprochen wurde.
Sicherheitsmaßnahmen & Prävention: Was Unternehmen tun können
Der Austritt von Mitarbeitenden zählt zu den sensibelsten Phasen im Lebenszyklus von Unternehmensdaten. Gleichzeitig werden Insider-Risiken in vielen Organisationen noch immer unterschätzt. Unternehmen sollten Datensicherheit daher als festen Bestandteil ihres Offboarding-Prozesses verstehen und technische, organisatorische sowie forensische Maßnahmen etablieren, um kritische Vorfälle bzw. Datendiebstahl frühzeitig zu erkennen und nachvollziehbar aufzuklären – zum Beispiel durch die Analyse von Log-Daten, Dateiaktivitäten und anderen digitalen Spuren.
Ein proaktiver Ansatz reduziert nicht nur das Risiko, Abflüsse zu übersehen, sondern senkt auch die Kosten im Ernstfall. Durch vorausschauendes Handeln profitieren Unternehmen von:
- kürzerer Expositionszeit
- schnellerer Schadensbegrenzung
- besserer Aufklärung von Vorfällen
- langfristiger Compliance und Risikominimierung