Neubau: Erste Trendwende im Wohnungsneubau zeichnet sich ab
Der Neubau war in den vergangenen Jahren der stärkste Negativtreiber in der Bauwirtschaft in Österreich. Das reale Neubauvolumen im Hochbau sank zwischen 2021 und 2025 von 35,4 Mrd. Euro auf 27,9 Mrd. Euro. Das entspricht einem durchschnittlichen Rückgang von 5,8 Prozent pro Jahr. Besonders stark betroffen war der Wohnungsneubau, der 2025 nochmals um 3,8 Prozent nachgab. Für 2026 wird erstmals wieder ein leichtes Plus von 0,6 Prozent erwartet. Damit deutet sich zwar eine Trendwende an, sie dürfte jedoch nicht ausreichen, um die massiven Rückgänge der Vorjahre rasch aufzuholen.
Renovierungen: Sanierungen stabilisieren den Markt, verlieren aber an Dynamik
Renovierungen entwickelten sich in den vergangenen Jahren deutlich beständiger und wirkten stabilisierend auf den Markt. Das Renovierungsvolumen lag 2025 mit 15,4 Mrd. Euro nahezu auf dem Niveau von 2021. Positive Impulse kamen zuletzt vor allem aus hohen Energiepreisen und umfangreichen Förderprogrammen. Im Wohnungsbau legten Renovierungen 2025 real um 2,1 Prozent zu, im Gesamtmarkt um 1,4 Prozent. Für 2026 wird jedoch ein Rückgang von 1,9 Prozent erwartet, da zentrale Fördervolumina auslaufen, verschoben oder reduziert werden. Anschließend dürfte das Segment weitgehend seitwärts verlaufen. Für den Prognosezeitraum bis 2028 lässt sich trotz großer Anforderungen durch den Klimawandel derzeit kein Wachstumsschub ableiten.
Infrastrukturbau: Stabilitätsanker mit rückläufigen Wachstumsaussichten
Der Infrastrukturbau entwickelte sich zwischen 2021 und 2025 robuster als der Hochbau. Das reale Infrastrukturvolumen stieg von rund 8,0 Mrd. Euro auf 8,6 Mrd. Euro (+1,7 % p. a.) und wirkte stabilisierend auf die Gesamtbauwirtschaft. Ab 2026 wird eine Abschwächung erwartet: Bis 2028 dürfte das Infrastrukturvolumen auf rund 8,1 Mrd. Euro zurückgehen (–1,9 % p. a.). Während der Energiebereich vergleichsweise stabil bleiben dürfte, werden bei Straße, Bahn, Telekommunikation und Wasser rückläufige Bauvolumina erwartet. Infrastruktur bleibt damit ein wichtiger Stabilitätsfaktor, kann die Schwäche im Hochbau volumenmäßig aber nicht kompensieren.