Rechenzentren sind unverzichtbar für Europas digitale Zukunft. Sie bilden die Grundlage für Cloud Computing, Künstliche Intelligenz (KI) oder das Internet der Dinge (IoT). Entsprechend stark wächst die Nachfrage. Die Gesamtkapazität europäischer Rechenzentren soll sich bis zum Jahr 2035 beinahe verdreifachen. Die aktuelle EY-Studie „Rechenzentrenboom in Europa“ zeigt jedoch: Energie wird zum Engpass und bestimmt damit die Standortfrage. Wo ausreichend Strom verfügbar ist, wird künftig mindestens ebenso wichtig sein wie die digitale Anbindung.
Wachstum jenseits der etablierten Rechenzentrums-Hubs
Die traditionellen europäischen Rechenzentrumsmärkte bleiben wichtige Standorte. Frankfurt, London, Amsterdam, Paris und Dublin – die sogenannten FLAP-D-Hubs – werden weiter wachsen. Ihr Ausbau wird jedoch durch Netzengpässe, steigende Strompreise, begrenzte Flächen und lokalen Widerstand gegen große neue Anlagen erschwert.
Das Wachstum verlagert sich deshalb zunehmend in andere Regionen Europas. Besonders die nordischen Länder Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen verfügen über gute Voraussetzungen wie reichlich erneuerbare Energien, starke Stromnetze, wettbewerbsfähige Strompreise und niedrige Kühlkosten. Diese Märkte dürften bis 2035 deutlich stärker wachsen als die etablierten Hubs.
Auch Südeuropa gewinnt an Bedeutung. Spanien, Portugal, Italien und Griechenland profitieren unter anderem von starken Solarressourcen, verbesserten Netzverbindungen und günstigeren Investitionsbedingungen.