Studie: Wie EU‑Steuerspezialistinnen und ‑spezialisten die aktuellen Anti‑Steuervermeidungsregeln bewerten

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In einer gemeinsamen Studie von Universität Mannheim, ZEW Mannheim und EY bewerten Steuerspezialistinnen und ‑spezialisten aus allen 27 EU‑Mitgliedstaaten die aktuellen Anti‑Steuervermeidungsregeln. Das Ergebnis: Trotz einheitlicher Mindeststandards unterscheiden sich die nationalen Regelungen erheblich und führen zu hoher Komplexität und administrativem Aufwand für Unternehmen. Besonders kritisch gesehen wird das Zusammenspiel von ATAD und globaler Mindeststeuer.

Die EU hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung von Steuervermeidung eingeführt. Eine gemeinsame Studie der Universität Mannheim, des ZEW Mannheim und EY zeigt nun: Trotz einheitlicher Mindeststandards unterscheiden sich die nationalen Regeln der EU-Mitgliedstaaten deutlich in Ausgestaltung und Strenge – mit entsprechend hoher Komplexität für Unternehmen.

Die Studie basiert auf einer umfassenden Befragung lokaler Steuerspezialistinnen und -spezialisten in allen 27 EU-Mitgliedstaaten. Untersucht wurden Umsetzung und Wirkung der ATAD, Maßnahmen im Zusammenhang mit der EU‑Blacklist sowie zusätzliche nationale Instrumente. Zugleich analysiert die Studie erstmals systematisch die Wechselwirkungen dieser Regeln mit der neuen globalen Mindeststeuer.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass viele Länder über die EU‑Mindestvorgaben hinausgehen. Dies erschwert in einigen Fällen zwar aggressive Steuerplanung, führt aber zugleich zu Überschneidungen, Doppelregulierungen und erheblichem administrativem Aufwand. Besonders kritisch wird die parallele Anwendung der globalen Mindeststeuer und bestehender ATAD‑Regelungen gesehen. Die Studie empfiehlt daher, die Mindeststeuer auf EU‑Ebene zu evaluieren und stattdessen die ATAD gezielt weiterzuentwickeln und stärker zu koordinieren.

Direkt zu den Ergebnissen der Umfrage kommen Sie hier.

Konzeption der Studie

Die Erhebung wurde im Frühjahr und Sommer 2024 durchgeführt und umfasst eine systematische Analyse der Anti‑Steuervermeidungsregeln sämtlicher EU‑Mitgliedstaaten. Grundlage war ein detaillierter Fragebogen, der in Zusammenarbeit mit dem internationalen EY‑Netzwerk umgesetzt wurde.


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