Wie bist du damit umgegangen?
Ich habe mir bewusst Pausen erlaubt – manchmal auch einen kurzen Powernap, während andere Mittagspause gemacht haben. Disziplin spielt eine große Rolle, aber vor allem Überzeugung. Wenn man an das glaubt, was man tut, gibt das unglaublich viel Kraft.
Warum verschiebt sich der Ramadan jedes Jahr?
Der Ramadan richtet sich nach dem Mondkalender und nicht nach dem Sommerkalender. Aus diesem Grund wandert der Zeitraum jedes Jahr etwa zehn Tage nach vorne. Deshalb fällt er mal in den Winter und mal in den Hochsommer.
Ein wichtiger Punkt: Nicht jede:r fastet.
Genau. Das ist mir sehr wichtig zu betonen. Wer krank ist oder gesundheitlich eingeschränkt, soll sogar nicht fasten. Auch während der Periode, wenn man reist oder stillt wird nicht gefastet. Außerdem dürfen schwangere Frauen oder Kinden nicht fasten. Gesundheit steht immer an erster Stelle.
Was hat dir während des Ramadans besonders Halt gegeben?
Für mich waren es die Werte meiner Religion: Dankbarkeit, Disziplin, Bescheidenheit und Nächstenliebe. Diese Werte lebe ich das ganze Jahr über, im Ramadan aber noch bewusster. Ich führe zum Beispiel seit Jahren ein Dankbarkeitstagebuch.
Welche Rolle spielten Spenden und soziales Engagement?
Eine sehr große. Ich habe unter anderem für Kinder mit schweren Erkrankungen und humanitäre Projekte gespendet und auch über lokale Initiativen wie Frauenhäuser nachgedacht. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen.
Wie hast du das Ramadanfest erlebt?
Sehr familiär. Wir haben uns morgens bei meinen Großeltern getroffen und im Anschluss enge Freund:innen besucht. Baklava darf natürlich auch nicht fehlen. Für uns ist das eines der wichtigsten Feste im Jahr – vergleichbar mit Weihnachten und Ostern.
Was nimmst du aus dieser Zeit mit– auch über den Ramadan hinaus?
Die Werte bleiben. Im Ramadan achtet man noch stärker auf Selbstdisziplin, Gedanken und Verhalten. Aber der Anspruch, ein guter Mensch zu sein, gilt für mich das ganze Jahr. Das ist mein persönlicher Kompass – im Job und im Leben.