Arbeitnehmende im Nachhaltigkeitsmanagement sind oft hohen Belastungen ausgesetzt, für Frauen birgt dieses Berufsfeld zusätzliche Herausforderungen. Das neue Netzwerk “EY Women4Impact” bietet Frauen in diesem Bereich eine Plattform für gezieltes ESG-Networking, Peer-Learning und fachlichen Austausch.

EY Women4Impact: ESG-Networking für Frauen in Österreich

Arbeitnehmende im Nachhaltigkeitsmanagement sind oft hohen Belastungen ausgesetzt, für Frauen birgt dieses Berufsfeld zusätzliche Herausforderungen. Das neue Netzwerk „EY Women4Impact“ bietet Frauen in diesem Bereich eine Plattform für gezieltes ESG-Networking, Peer-Learning und fachlichen Austausch.


Überblick

  • 72 Prozent der Befragten im Sustainability People Report 2024 berichten von einer steigenden Arbeitsbelastung, der häufigste Grund für Unzufriedenheit ist die Desillusionierung aufgrund fehlenden Fortschritts in der Nachhaltigkeit.
  • Frauen in Nachhaltigkeitsberufen sind zusätzlich mit weiteren Hürden konfrontiert, die auf geschlechtsspezifische Rollenbilder zurückgehen.
  • Während der Druck auf Nachhaltigkeitsmanager:innen im Allgemeinen steigt, fehlt oft die Unterstützung und insbesondere Frauen haben weniger Zugang zu informellen Netzwerken.
  • Das Netzwerk „EY Women4Impact“ bietet eine Austauschplattform für Frauen im Bereich Nachhaltigkeit und ESG und stärkt sie in ihrer beruflichen Rolle.

Nachhaltigkeitsmanagement – ein Job, der in den letzten Jahren enormen Aufwind erfahren hat, Veränderungen in Unternehmen in den Mittelpunkt stellt und vor allem Frauen anspricht. Das zeigt auch die Stichprobe des Sustainability People Reports 2024, einer Umfrage von EY Deutschland und Haufe, die sich mit dem Status quo von Nachhaltigkeitsjobs befasst. Hier sind Jobs im Nachhaltigkeitsmanagement überwiegend weiblich besetzt. Das Durchschnittsalter für diese verantwortungsvollen Positionen liegt bei ca. 36 Jahren.

Gleichzeitig hat sich der Inhalt des Berufs stark entwickelt. Immer mehr Unternehmen verankern Nachhaltigkeit und ESG (Environment, Social & Governance) in ihren Unternehmensstrategien und etablieren eigene Nachhaltigkeitsabteilungen, wie im EY Sustainability Barometer 2024 festgestellt wurde. Dennoch breiten sich zur selben Zeit Frustration und Überforderung aus, was unter anderem auf die herausfordernde Regulatorik wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) oder die schwierige wirtschaftliche Lage zurückzuführen ist. Dadurch rücken Nachhaltigkeitsthemen und die nötigen Ressourcen in den Hintergrund.

Nachhaltigkeitsmanagement – ein Job mit Sinn und vielen Hürden

Nachhaltigkeit treibt viele Menschen beruflich an – sie wollen etwas bewirken, Veränderungen anstoßen, Unternehmen zukunftsfähig machen. Doch zwischen Anspruch und Realität klaffen oft Lücken. Wer im Nachhaltigkeitsmanagement arbeitet, braucht nicht nur fachliche Expertise, sondern auch Geduld, Überzeugungskraft und die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen. Besonders Frauen stehen hier vor zusätzlichen Herausforderungen.

Gut argumentiert – und doch ignoriert?

Der Sustainability People Report zeigt, dass fast dreiviertel der Befragten eine zunehmende Arbeitsbelastung in den letzten drei Jahren wahrnehmen; viele davon fühlen sich in ihrem beruflichen Alltag im Nachhaltigkeitsmanagement überfordert. Über die Hälfte beklagt, dass ein Mangel an personellen Ressourcen und Budget die Arbeit erschwert und dass sie von der Unternehmensführung keine oder zu wenig Unterstützung erhalten. Doch der am häufigsten genannte Grund für die Unzufriedenheit ist die Desillusionierung und emotionale Distanzierung wegen des fehlenden Fortschritts in Sachen Nachhaltigkeit. Fast die Hälfte der befragten Nachhaltigkeitsmanager:innen plant schlussendlich, ihre:n aktuellen Arbeitgeber:in innerhalb der nächsten zwei Jahre zu verlassen.

Für Frauen in Nachhaltigkeitsberufen spitzt sich die Lage aufgrund weiterer Faktoren besonders zu. Denn in Ergänzung zu den bereits genannten Herausforderungen sind Frauen mit spezifischen Hürden im Berufsleben konfrontiert, die auf tief verwurzelte geschlechtsspezifische Rollenbilder zurückzuführen sind. So zeigt eine Studie beispielsweise, dass von weiblichen Führungskräften geäußerte Kritik oft weniger akzeptiert wird als von Männern.1 Weiters werden Frauen besonders in Verhandlungen und Entscheidungsprozessen anders bewertet: Während Durchsetzungsstärke bei Männern positiv wahrgenommen wird, erfahren Frauen häufig negative Reaktionen und zögern deshalb, ihre Positionen entschieden zu vertreten und bestimmt zu verhandeln.2 Diesen Situationen sind Nachhaltigkeitsmanagerinnen durch ihre Rollen im besonderen Maße ausgesetzt.

 

Zunehmende Verantwortung und Komplexität

Gleichzeitig kommt Nachhaltigkeitsmanager:innen eine immer bedeutendere Schlüsselrolle zu, Geschäftsmodelle in Richtung Zukunft auszurichten, was im EU-Raum insbesondere über die Regulatorik gefördert wird. Die verpflichtend einzuhaltenden Anforderungen durch CSRD, CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) usw. üben zunehmenden Druck aus: Nachhaltigkeitsverantwortliche müssen in einem komplexen regulatorischen Umfeld für Compliance sorgen. Darüber hinaus wird erwartet, aktuelle soziale und ökologische Veränderungen im Blick zu behalten und die Geschäftsmodelle dahingehend weiterzuentwickeln. Dies geht nicht spurlos an ESG-Profis vorüber. Eine aktuelle Studie aus Oxford zeigt, dass mehr als die Hälfte der in Nachhaltigkeit tätigen Personen zu stark belastet und zu wenig unterstützt werden oder im vergangenen Jahr unter Burnout gelitten haben.3

 

Diese multifaktoriellen Hürden legen dar, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Unterstützungssysteme in der Branche notwendig sind – vor allem für Frauen.

Warum ESG-Networking für Frauen so wichtig ist 

Frauen haben zusätzlich oft weniger Zugang zu informellen Netzwerken, die für beruflichen Aufstieg entscheidend sind – insbesondere in männlich dominierten Branchen. Dies erschwert ihnen den Zugang zu wichtigen Kontakten und Mentor:innen, die für den beruflichen Erfolg entscheidend sein können.4

Die Notwendigkeit von Netzwerken und gegenseitiger Unterstützung ist für Frauen in der Nachhaltigkeitsbranche deshalb besonders groß. Die Initiative EY Women4Impact zielt darauf ab, Frauen im Bereich Nachhaltigkeit und ESG zu unterstützen und zu vernetzen. Sie bietet eine Plattform für Erfahrungsaustausch, Fach- und Führungskompetenzförderung sowie die Unterstützung von Projekten und Initiativen. Mit Vernetzungsmöglichkeiten, Peer-Learning und fachlichem Input wird die Einflussnahme von Frauen in nachhaltigen Themenfeldern sukzessiv gestärkt.


Ein Jahr nach der Gründung fand das 4. Netzwerktreffen von EY Women4Impact am 19.11.2025 statt. Unter dem Motto „EmpowerHer“ standen Karrierewege im Nachhaltigkeitsbereich und die Wichtigkeit von gegenseitiger Unterstützung im Fokus.
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4. Netzwerktreffen

1 Jahr EY Women4Impact

EmpowerHer – Karrieren & Female Allyship in der Nachhaltigkeit

Ein Jahr nach der Gründung fand das 4. Netzwerktreffen von EY Women4Impact am 19.11.2025 statt. Unter dem Motto „EmpowerHer“ standen Karrierewege im Nachhaltigkeitsbereich und die Wichtigkeit von gegenseitiger Unterstützung im Fokus. „Wie entwickeln sich Karrierepfade im Nachhaltigkeitsbereich? Welche Kompetenzen sind gefragt? Und wie können Frauen ihre Nachhaltigkeitskarriere aktiv gestalten?“ – diese Fragen begleiteten die Besucherinnen durch den Abend.

Vor allem in einem dynamischen wirtschaftlichen Umfeld und unter regulatorischen Unsicherheiten verändern sich die Anforderungen an Nachhaltigkeitsrollen rasant. Damit werden die Erwartungen an ESG-Beauftragte immer komplexer. Vorbilder, Mentor:innen und Unterstützer:innen für Frauen in der Nachhaltigkeit sind damit wichtiger denn je.

Viele Wege führen in die Nachhaltigkeit – und in Führungsrollen

In ihrer Keynote Speech gab Ulrike Middelhoff (Swietelsky) einen offenen Einblick in ihren Karriereweg – von der Öl- & Gas-Industrie über Responsible Gaming bis hin zur Nachhaltigkeit. Ihre Botschaft: Nachhaltigkeit ist ein strategisches Berufsfeld, das Generalist:innen, Spezialist:innen – und vor allem Zusammenarbeit braucht. Es ist ein interdisziplinäres Feld, das neben naturwissenschaftlichem Verständnis auch soziale Skills erfordert. Und auch wenn die Regulatorik derzeit für wenig Zuversicht sorgt und Nachhaltigkeitsagenden in den Hintergrund rücken, gilt es, den Kopf hochzuhalten und dran zu bleiben. Die Zeiten werden sich, unter anderem durch die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels, wieder ändern.

Im anschließenden Panel zeigten Bianca Czigler-Reisner (EY) und Tina Deutsch (Kontext – Institut für Klimafragen), wie unterschiedlich die Karrierewege aussehen können. Dabei erzählten sie, welche Unterstützung sie erfahren haben, wie sie mit Entscheidungen rund um die Familiengründung und Elternkarenz umgegangen sind, welche Wirkung weibliche, aber auch männliche Vorbilder haben und wie wichtig Solidarität und Mentoring unter Frauen ist.



Fazit

Der berufliche Weg in die Nachhaltigkeit kann ganz unterschiedlich aussehen – genauso wie der Schritt in eine Führungsrolle. Entscheidend ist ein Umfeld, das Unterstützung bietet, Potenzial erkennt, Türen öffnet und strukturelle Hürden abbaut. 


Vergangene Events

Das erste Event spannte den Bogen von einer Keynote von Rosemarie König bis zu Break-Out Sessions und einer Podiumsdiskussion mit Marijke Janz, Karin Huber-Heim, Nastassja Cernko und Elisa Gramlich.
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1. Netzwerktreffen

EY Women4Impact: Der Auftakt

Das Event spannte den Bogen von einer Keynote von Rosemarie König bis zu Break-out-Sessions und einer Podiumsdiskussion mit Marijke Janz, Karin Huber-Heim, Nastassja Cernko und Elisa Gramlich.

Das erste Networking-Treffen am 28.11.2024 brachte Frauen aus verschiedensten Branchen zusammen – vom Bank- und Finanzwesen über den Verkehrs- und Immobiliensektor bis hin zu Industrieunternehmen. Was alle gemeinsam hatten? Die Überzeugung, dass Vernetzung und Austausch ein wichtiger Schlüssel sind, um den Herausforderungen im Beruf zu begegnen.

Der Abend startete mit motivierenden Worten von Marijke Janz, Managerin bei EY denkstatt, die das Netzwerk ins Leben gerufen und sich die Unterstützung von Frauen in der Branche zum Ziel gemacht hat. Mit einer Keynote-Speech von Rosemarie König, Leiterin der Initiative „EY Women Fast Forward“, gab es weitere Impulse zur Stärkung und Förderung von Frauen in Unternehmen. Nach Break-out-Sessions, bei denen sich die Besucherinnen über ihre Erfahrungen in ihrem Nachhaltigkeitsjob austauschen konnten, erzählten vier Frauen in einer Podiumsdiskussion von ihren Erfolgskonzepten und Ideen, um Nachhaltigkeitsmanagerinnen zu fördern, und wie das Netzwerk EY Women4Impact dazu beitragen kann:

  • Marijke Janz, Projektleiterin EY Women4Impact
  • Karin Huber-Heim, Stadt Wien Stiftungsprofessur für Kreislaufwirtschaft & transformative Geschäftsmodelle und Executive Director des Circular Economy Forum Austria
  • Nastassja Cernko, Director Group ESG Office der OeKB Group
  • Elisa Gramlich, Head of ESG Wiener Stadtwerke
In einem dynamischen Umfeld fordert die Rolle von Nachhaltigkeits- und ESG-Managerinnen Standhaftigkeit, strategische Weitsicht und überzeugtes Handeln mehr denn je.
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2. Netzwerktreffen

Im Spannungsfeld von Reporting und Transformation

In einem dynamischen Umfeld fordert die Rolle von Nachhaltigkeits- und ESG-Managerinnen Standhaftigkeit, strategische Weitsicht und überzeugtes Handeln mehr denn je.

Beginnend mit einer Keynote von Christian Plas – EY denkstatt Gründer und Unterstützer des Netzwerks – wurden die Wichtigkeit und Ziele von EY Women4Impact betont. Danach stand eine Panel-Diskussion mit drei inspirierenden Speakerinnen im Zentrum, die den Blick weit öffneten – für gesellschaftliche Herausforderungen, passende Kommunikationsstrategien und persönliche Erfolgsrezepte.

Reporting ist nicht das Ziel, sondern das Werkzeug

Die Debatten um die Omnibus-Initiative lösen derzeit Unsicherheit in vielen Unternehmen aus. Das Ausmaß der aktuellen Diskussionen rund um die Nachhaltigkeitsberichterstattung gibt allerdings zu denken, denn das eigentliche Ziel – nämlich die Nachhaltigkeitstransformation – wird dabei leicht aus den Augen verloren. Sabine Schellander, Director Corporate Sustainability bei Greiner, machte deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht in Reportingpflichten ersticken darf. Die Berichterstattung ist kein Selbstzweck, sondern ein zentrales Steuerungsinstrument. „Wir können nicht steuern, was wir nicht messen können – no data, no strategy“, so Schellander. Im Zuge dessen ist auch Transparenz – intern wie extern – Voraussetzung für wirkungsvolles Nachhaltigkeitsmanagement.

Wir können nicht steuern, was wir nicht messen können – no data, no strategy.

Zielgruppenorientierte Nachhaltigkeitskommunikation für mehr Wirkung 

Gleichzeitig ist klar, dass Reporting und Regulatorik nicht die einzigen Mittel zum Zweck sind. Marktbasierte Anreize, Wettbewerbsvorteile oder kulturelle Normen und Werte können gute Gründe für unternehmerische Veränderung sein. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Hebel jeweils vom Gegenüber abhängig. Deshalb empfiehlt Katharina Gangl, Wirtschafts- und Sozialpsychologin sowie Senior Researcherin am IHS, beim Aufbau einer Kommunikationsstrategie auf die Zielgruppe und auf eine wertekongruente Kommunikation zu achten. Das Thema Nachhaltigkeit kann man von verschiedenen Seiten angehen. Für wirtschaftlich orientierte Personen ist zum Beispiel Risiko ein wirksames Argument, für andere steht soziale Gerechtigkeit im Vordergrund. „Wer bei Ressourcenverbrauch nicht anbeißt, lässt sich vielleicht über Gesundheitsfragen oder regionale Themen erreichen. Und wenn extreme Bedrohungen wie Naturkatastrophen oder der Anstieg des Meeresspiegels Angst und Ohnmacht auslösen, sollte man bei Handlungsaufrufen von Schockbildern und dystopischen Szenarien die Finger lassen“, so Gangl. „Der Köder muss dem Fisch schmecken.“

Verena Winiwarter, renommierte Umwelthistorikerin und Wissenschaftlerin des Jahres 2013, rückte die Begriffe „zivile Sicherheit“ und „One Health“ in den Mittelpunkt. „Zivile Sicherheit“ – etwa im Kontext von Versorgungssicherheit oder Blackout-Vorsorge – kann neue Gesprächsräume öffnen und die Nachhaltigkeitsdebatte in anschlussfähigere und weniger abstrakte Bahnen lenken. Das von der WHO genützte Konzept „One Health“, welches Umwelt-, Tier- und menschliche Gesundheit zusammendenkt, bietet Anknüpfungspunkte, wo klassische Umweltkommunikation an Grenzen stößt.



Resilient führen: Wie Frauen in der Nachhaltigkeit langfristig wirksam bleiben 

Zum Schluss stellt sich eine Frage, die viele Nachhaltigkeitsmanager:innen beschäftigt: Wie führt man diesen oft zermürbenden Kampf, ohne dabei auszubrennen? Die Antwort ist einfach und herausfordernd zugleich: Dranbleiben – aber mit Pausen.

Teil des Diskurses zu sein ist die Voraussetzung für Einfluss und Veränderung, oder wie Donna Haraway es ausdrückt: Stay with the trouble!

Wichtig ist, sich die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um dem Job sowie auch den eigenen Anforderungen gerecht bleiben zu können, unter Berücksichtigung der individuellen Kapazitäten und Bedürfnisse. Die Leidenschaft für das Thema Nachhaltigkeit nicht zu verlieren ist essenziell, kann aber auch zum Verhängnis werden. Die niemals endende Arbeit, der Druck und das ständige Multitasking können ausgesprochen ermüdend sein. Umso wichtiger ist es, bewusste Auszeiten zu schaffen und sich abzugrenzen – sei es durch Sport, Meditation oder regelmäßigen Urlaub. „Nur wer Pausen macht – sich einen Ausgleich schafft – kann langfristig wirksam bleiben“, betont Schellander.  Außerdem braucht es strategisches Fingerspitzengefühl. Nicht jede Schlacht muss geführt werden: „Manchmal ist es auch sinnvoll, strategisch abzuwarten, und sich nicht an jeder Debatte zu verbrennen – und auch mal am Flussufer zu sitzen und zu beobachten, was der Strom mit der Zeit vorbeiträgt.“

Trotzdem sollte man keine Scheu vor Konflikten haben. Winiwarter ermutigt dazu, unangenehmen Diskussionen nicht auszuweichen, den Austausch mit anders Denkenden zu suchen und dranzubleiben: „Teil des Diskurses zu sein ist die Voraussetzung für Einfluss und Veränderung, oder wie Donna Haraway es ausdrückt: Stay with the trouble!“

Ebenso entscheidend ist es, Erfolge sichtbar zu machen – für sich selbst und im Team. „Sprecht über eure konkreten Fortschritte und feiert gemeinsam, was ihr erreicht habt“, empfiehlt Gangl. Doch auch schlechte Tage dürfen sein und als solche benannt werden.

Schlussendlich sollte man sich außerdem regelmäßig daran erinnern, warum und wofür man das alles auf sich nimmt: Denn trotz aller Hürden ist es eine zutiefst sinnstiftende Aufgabe, sich tagtäglich für eine bessere Zukunft einzusetzen.

Das 3. Event der Initiative EY Women4Impact zeichnete sich durch ein EY Four Futures Special, Impulse von Expertinnen aus der Praxis sowie eine Q&A-Session mit Iris Kral und Margit Kapfer von EY denkstatt aus.
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Sonderveranstaltung

EY Four Futures Experience Special

Wie fühlt sich die Zukunft an – und wie verändert sie unseren Blick auf heute?

In einem Sonderformat von EY Women4Impact trafen Kunst, Wissenschaft, emotionale Geschichten und Diskussion aufeinander – und schufen ein eindrucksvolles Erlebnis, die weit über klassische Keynotes hinausging.

Im Zentrum des Abends stand die EY Four Futures Experience – eine immersive Installation, die Zukunftsszenarien hör- und erlebbar macht. In Kleingruppen begaben sich die Teilnehmerinnen auf eine emotionale Zeitreise ins Jahr 2055. Viele zeigten sich bewegt: Das Format vermittelt Dringlichkeit, schafft einen bildhaften Eindruck zu den Folgen des Klimawandels und regt dazu an, sich intensiver mit Klimafragen und den Auswirkungen unseres heutigen Handelns auseinanderzusetzen. 

Impulse aus der Praxis

Den inhaltlichen Rahmen des Abends bildete eine Q&A-Session mit Margit Kapfer und Iris Kral von EY denkstatt. Im Fokus standen dabei zentrale Fragen: Wie kommen wir ins Tun, ohne auf politische Rahmenbedingungen zu warten? Welche – auch weniger bekannte – positiven Beispiele können als Orientierung dienen? Und wie gelingt es, mit konstruktiver Klimakommunikation möglichst viele Menschen zu erreichen?

Ergänzt wurde die Diskussion durch zwei starke Impulse aus der Praxis: Monika Schmid von AGRANA sprach über die besondere Betroffenheit der Landwirtschaft durch die Klimakrise und betonte die zentrale Rolle von Kooperation entlang der gesamten Lieferkette. Brigitte Bichler von der OMV gab Einblicke in die strategische Transformation ihres Unternehmens – von konkreten Dekarbonisierungszielen bis zur Herausforderung, Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg miteinander zu verbinden.


Beim kürzlichen Netzwerktreffen kamen Frauen aus unterschiedlichen Branchen zusammen, um sich auszutauschen.
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3. Netzwerktreffen

Best Practices aus dem Netzwerk

Gemeinsam neue Energie für den Endspurt des Jahres sammeln

Beim dritten Women4Impact-Treffen kamen zahlreiche Teilnehmerinnen aus Wirtschaft, Beratung und Industrie zusammen, um voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen. Nach der Eröffnung durch Marijke Janz, Gründerin des Netzwerks, führte Hannah Strickner von EY denkstatt das Publikum durch den Abend. Gleich zu Beginn machte sie deutlich: Nachhaltigkeit ist kein Selbstläufer – es braucht Prioritäten, Mut und den offenen Dialog.

Nachhaltigkeit ist keine Option, sondern Pflicht. Wir müssen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit unter einen Hut bringen.

Kreislaufwirtschaft als Motor der Transformation

Den Auftakt bildete ein Impuls von Susan Üstün, die Kreislaufwirtschaft als zentralen Transformationshebel beschrieb. Sie zeigte, dass es nicht nur um Abfallmanagement geht, sondern um einen echten Perspektivenwechsel: Abfallströme können auch Wertströme sein und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.

Nachhaltigkeit als Pflicht und Chance

Im anschließenden Kamingespräch mit Doris Pulker-Rohrhofer (Hafen Wien) stand die Frage im Fokus, wie Unternehmen auf Klimarisiken reagieren und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich bleiben können. Ihr klares Statement als Reflexion auf ihren Besuch bei der EY Four Futures Experience: „Nachhaltigkeit ist keine Option, sondern Pflicht. Wir müssen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit unter einen Hut bringen.“ – eine Botschaft, die vielen Teilnehmerinnen als Leitsatz im Gedächtnis blieb.

Praxisbeispiele und Kommunikation

Auch die anschließenden Beiträge machten deutlich, wie wichtig konkrete Ansätze für die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen sind. Iris Kral und Nicole Unger (Mondi Group) zeigten, wie sich Product Carbon Footprints schrittweise etablieren lassen – von ersten Pilotprojekten bis hin zu systematischer Verankerung im Unternehmen. Mirjam Ernst diskutierte mit Ulla Gürlich (Heinzel Group) und Nina Schellnegger (Merkur Versicherung) darüber, wie Nachhaltigkeitsstrategien im Unternehmen durch Governance-Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und gute, für Zielgruppen maßgeschneiderte Kommunikation greifbar gemacht werden.

Dekarbonisierung im Fokus

Eingeleitet von Margit Kapfer, stellte Alexandra Kernbauer zum Abschluss die Dekarbonisierungsroadmap der ÖBB-Infrastruktur vor. Sie veranschaulichte, wie ein Großkonzern an den vielfältigen Herausforderungen arbeitet – von der Elektrifizierung des Fuhrparks bis hin zu Pilotprojekten im Bereich Scope-3-Emissionen.

Das Resümee des Abends: Nachhaltigkeit gelingt nur, wenn wir Wissen teilen, voneinander lernen und gemeinsam handeln. Das Treffen zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll ein starkes Netzwerk ist, um Mut zu gewinnen, neue Perspektiven einzunehmen und mit frischer Energie in den Jahresendspurt zu gehen.


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