Arbeitnehmende im Nachhaltigkeitsmanagement sind oft hohen Belastungen ausgesetzt, für Frauen birgt dieses Berufsfeld zusätzliche Herausforderungen. Das neue Netzwerk “EY Women4Impact” bietet Frauen in diesem Bereich eine Plattform für gezieltes ESG-Networking, Peer-Learning und fachlichen Austausch.

EY Women4Impact: ESG-Networking für Frauen in Österreich

Arbeitnehmende im Nachhaltigkeitsmanagement sind oft hohen Belastungen ausgesetzt, für Frauen birgt dieses Berufsfeld zusätzliche Herausforderungen. Das neue Netzwerk „EY Women4Impact“ bietet Frauen in diesem Bereich eine Plattform für gezieltes ESG-Networking, Peer-Learning und fachlichen Austausch.


Überblick

  • 72 Prozent der Befragten im Sustainability People Report 2024 berichten von einer steigenden Arbeitsbelastung, der häufigste Grund für Unzufriedenheit ist die Desillusionierung aufgrund fehlenden Fortschritts in der Nachhaltigkeit.
  • Frauen in Nachhaltigkeitsberufen sind zusätzlich mit weiteren Hürden konfrontiert, die auf geschlechtsspezifische Rollenbilder zurückgehen.
  • Während der Druck auf Nachhaltigkeitsmanager:innen im Allgemeinen steigt, fehlt oft die Unterstützung und insbesondere Frauen haben weniger Zugang zu informellen Netzwerken.
  • Das Netzwerk „EY Women4Impact“ bietet eine Austauschplattform für Frauen im Bereich Nachhaltigkeit und ESG und stärkt sie in ihrer beruflichen Rolle.

Nachhaltigkeitsmanagement – ein Job, der in den letzten Jahren enormen Aufwind erfahren hat, Veränderungen in Unternehmen in den Mittelpunkt stellt und vor allem Frauen anspricht. Das zeigt auch die Stichprobe des Sustainability People Reports 2024, einer Umfrage von EY Deutschland und Haufe, die sich mit dem Status quo von Nachhaltigkeitsjobs befasst. Hier sind Jobs im Nachhaltigkeitsmanagement überwiegend weiblich besetzt. Das Durchschnittsalter für diese verantwortungsvollen Positionen liegt bei ca. 36 Jahren.

Gleichzeitig hat sich der Inhalt des Berufs stark entwickelt. Immer mehr Unternehmen verankern Nachhaltigkeit und ESG (Environment, Social & Governance) in ihren Unternehmensstrategien, wie im EY Sustainability Barometer festgestellt wurde. Dennoch breiten sich zur selben Zeit Frustration und Überforderung aus, was unter anderem auf die herausfordernde Regulatorik wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die Omnibus-Initiative oder die schwierige wirtschaftliche Lage zurückzuführen ist. Dadurch rücken Nachhaltigkeitsthemen und die nötigen Ressourcen in den Hintergrund.


Sustainability Soft Skills Masterclass für ESG- und Nachhaltigkeitsmanagerinnen

Das Seminar ist die Ergänzung zu den Netzwerktreffen und ermöglicht die Entwicklung von Soft Skills im Nachhaltigkeitskontext. Es richtet sich an ESG- und Nachhaltigkeitsmanagerinnen, die für die Nachhaltigkeitsstrategie bzw. Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen verantwortlich sind – von Teammitglied bis Teamleitung. 

 

Durch Workshops und Online-Peer Austausch werden die eigenen Fähigkeiten ausgebaut und der Erfahrungsaustausch untereinander gestärkt, um in der eigenen Rolle noch wirkungsvoller zu agieren.


Nachhaltigkeitsmanagement – ein Job mit Sinn und vielen Hürden

Nachhaltigkeit treibt viele Menschen beruflich an – sie wollen etwas bewirken, Veränderungen anstoßen, Unternehmen zukunftsfähig machen. Doch zwischen Anspruch und Realität klaffen oft Lücken. Wer im Nachhaltigkeitsmanagement arbeitet, braucht nicht nur fachliche Expertise, sondern auch Geduld, Überzeugungskraft und die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen. Besonders Frauen stehen hier vor zusätzlichen Herausforderungen.

 

Gut argumentiert – und doch ignoriert?

Der Sustainability People Report zeigt, dass fast dreiviertel der Befragten eine zunehmende Arbeitsbelastung wahrnehmen; viele davon fühlen sich in ihrem beruflichen Alltag im Nachhaltigkeitsmanagement überfordert. Über die Hälfte beklagt, dass ein Mangel an personellen Ressourcen und Budget die Arbeit erschwert und dass sie von der Unternehmensführung keine oder zu wenig Unterstützung erhalten. Doch der am häufigsten genannte Grund für die Unzufriedenheit ist die Desillusionierung und emotionale Distanzierung wegen des fehlenden Fortschritts in Sachen Nachhaltigkeit. Fast die Hälfte der befragten Nachhaltigkeitsmanager:innen plante 2024 schlussendlich, ihre:n aktuellen Arbeitgeber:in innerhalb der nächsten zwei Jahre zu verlassen.

 

Für Frauen in Nachhaltigkeitsberufen spitzt sich die Lage aufgrund weiterer Faktoren besonders zu. Denn in Ergänzung zu den bereits genannten Herausforderungen sind Frauen mit spezifischen Hürden im Berufsleben konfrontiert, die auf tief verwurzelte geschlechtsspezifische Rollenbilder zurückzuführen sind. So zeigt eine Studie beispielsweise, dass von weiblichen Führungskräften geäußerte Kritik oft weniger akzeptiert wird als von Männern.1 Weiters werden Frauen besonders in Verhandlungen und Entscheidungsprozessen anders bewertet: Während Durchsetzungsstärke bei Männern positiv wahrgenommen wird, erfahren Frauen häufig negative Reaktionen und zögern deshalb, ihre Positionen entschieden zu vertreten und bestimmt zu verhandeln.2 Diesen Situationen sind Nachhaltigkeitsmanagerinnen durch ihre Rollen im besonderen Maße ausgesetzt.

 

Zunehmende Verantwortung und Komplexität

Gleichzeitig kommt Nachhaltigkeitsmanager:innen eine immer bedeutendere Schlüsselrolle zu, Geschäftsmodelle in Richtung Zukunft auszurichten, was im EU-Raum insbesondere über die Regulatorik gefördert wird. Die verpflichtend einzuhaltenden Anforderungen durch CSRD, CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) usw. üben zunehmenden Druck aus: Nachhaltigkeitsverantwortliche müssen in einem komplexen regulatorischen Umfeld für Compliance sorgen. Darüber hinaus wird erwartet, aktuelle soziale und ökologische Veränderungen im Blick zu behalten und die Geschäftsmodelle dahingehend weiterzuentwickeln. Dies geht nicht spurlos an ESG-Profis vorüber. Eine aktuelle Studie aus Oxford zeigt, dass mehr als die Hälfte der in Nachhaltigkeit tätigen Personen zu stark belastet und zu wenig unterstützt werden oder im vergangenen Jahr unter Burnout gelitten haben.3

 

Diese multifaktoriellen Hürden legen dar, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Unterstützungssysteme in der Branche notwendig sind – vor allem für Frauen.



Warum ESG-Networking für Frauen so wichtig ist 

Frauen haben zusätzlich oft weniger Zugang zu informellen Netzwerken, die für beruflichen Aufstieg entscheidend sind – insbesondere in männlich dominierten Branchen. Dies erschwert ihnen den Zugang zu wichtigen Kontakten und Mentor:innen, die für den beruflichen Erfolg entscheidend sein können.4

Die Notwendigkeit von Netzwerken und gegenseitiger Unterstützung ist für Frauen in der Nachhaltigkeitsbranche deshalb besonders groß. Die Initiative EY Women4Impact zielt darauf ab, Frauen im Bereich Nachhaltigkeit und ESG zu unterstützen und zu vernetzen. Sie bietet eine Plattform für Erfahrungsaustausch, Fach- und Führungskompetenzförderung sowie die Unterstützung von Projekten und Initiativen. Mit Vernetzungsmöglichkeiten, Peer-Learning und fachlichem Input wird die Einflussnahme von Frauen in nachhaltigen Themenfeldern sukzessiv gestärkt.

Fazit

Der berufliche Weg in die Nachhaltigkeit kann ganz unterschiedlich aussehen – genauso wie der Schritt in eine Führungsrolle. Entscheidend ist ein Umfeld, das Unterstützung bietet, Potenzial erkennt, Türen öffnet und strukturelle Hürden abbaut. 



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