Mann betrachtet die Skyline von Hongkong bei Nacht.

KI verändert die Angriffsfläche – wie Cyberresilienz neu gedacht wird

Gut ein Drittel der kritischen Unternehmenswerte sind ungeschützt. Unsere EY-Studie zeigt den Umgang mit neuen digitalen Bedrohungen.


Überblick:

  • KI erweitert die digitale Angriffsfläche und macht verborgene Schwachstellen zu einem wachsenden Geschäftsrisiko.
  • Entscheidend sind Transparenz über alle digitalen Werte sowie kontinuierlich angepasste Sicherheitsmaßnahmen.
  • Unsere EY-Studie zeigt, wie Organisationen und Unternehmen Cyberresilienz zum Erfolgsfaktor ihrer digitalen Transformation machen.

Die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) verändern die Bedrohungslage für Unternehmen rasant. Mehr als ein Drittel aller Unternehmenswerte – von Maschinen über Daten bis zu Software – sind nicht ausreichend geschützt, wie unsere aktuelle EY Global Cybersecurity Leadership Insights Study 2026 zeigt. Schwachstellen wie diese sind das Einfallstor für Cyberangriffe, die durch KI immer schneller und gezielter erfolgen. Der Artikel zeigt, wo sich die größten Cyberrisiken heute verbergen, warum blinde Flecken so gefährlich sind und wie Unternehmen gegensteuern können.

Für Organisationen und Unternehmen bedeutet dies: Ohne vollständige Transparenz über ihre digitalen Werte entstehen erhebliche operative und finanzielle Risiken.

Die neue Realität: KI beschleunigt Cyberrisiken

KI treibt Innovationen voran, erweitert aber gleichzeitig die digitale Angriffsfläche. Neue Anwendungen, Cloud-Plattformen, Programmierschnittstellen und eng vernetzte Partnerökosysteme schaffen kontinuierlich neue potenzielle Schwachstellen. Nach einem erfolgreichen Eindringen benötigen Angreifer heute im Durchschnitt nur noch 29 Minuten, um sich innerhalb der IT-Umgebung eines Unternehmens auszubreiten. 

Cybersicherheit
29 Min
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brauchen Angreifer im Durchschnitt, um sich im Unternehmen auszubreiten.

Im Mittelpunkt der Studie, für die 840 Führungskräfte und Cybersecurity-Experten aus 128 Ländern befragt wurden, steht daher nicht die Frage, wie viele Sicherheitsmaßnahmen Unternehmen implementieren. Entscheidend ist, ob sie einen vollständigen Überblick über ihre kritischen Werte besitzen und ob Sicherheitskontrollen konsequent weiterentwickelt werden. Die größten Risiken liegen heute dort, wo die Sicherheit hinter der technologischen Entwicklung zurückbleibt.


EY Global Cybersecurity Leadership Insights Study 2026

Die EY-Studie zeigt, warum 36 Prozent der Unternehmens-Assets in der „Vulnerability Zone“ liegen – und wie Unternehmen ihre Resilienz in den nächsten 12 bis 18 Monaten messbar stärken können.

Man kann nur schützen, was man kennt

Viele Unternehmen investieren kontinuierlich in ihre Cybersicherheit. Dennoch entstehen mit jeder neuen Anwendung, jedem Cloud-Dienst und jedem externen Partner weitere potenzielle Schwachstellen. Wer diese Veränderungen nicht laufend erfasst und bewertet, verliert schnell den Überblick.
 

Genau hier liegt das Problem: Sieben von zehn Befragten gehen davon aus, dass sich ihre größten Cyberrisiken in Bereichen verbergen, die sie heute nicht vollständig kennen. Gleichzeitig sind nur 45 Prozent überzeugt, dass ihr Verzeichnis aller digitalen Werte vollständig und aktuell ist.
 

Besonders kritisch sind dabei sogenannte blinde Flecken, etwa wenn Mitarbeiter eigenständig KI-Werkzeuge nutzen oder neue Anwendungen kurzfristig eingeführt werden. Solche Systeme entziehen sich häufig der zentralen Kontrolle und bleiben dadurch länger ungeschützt.
 

Vernetzte Systeme erhöhen das Risiko

Nicht einzelne Technologien stellen heute das größte Risiko dar, sondern ihre zunehmende Vernetzung. KI-Anwendungen greifen auf Unternehmensdaten zu, tauschen Informationen über Programmierschnittstellen aus und kommunizieren mit Cloud-Diensten sowie externen Partnern. Dadurch entstehen komplexe Abhängigkeiten, die sich mit klassischen Sicherheitskonzepten kaum noch vollständig überwachen lassen.
 

Besonders deutlich zeigt sich das bei Lieferanten- und Partnernetzwerken. Sie gehören inzwischen zu den am stärksten gefährdeten Bereichen der digitalen Infrastruktur, auch weil sie häufig die blinden Flecken darstellen. Hinzu kommt: 59 Prozent der befragten Unternehmen verfügen nicht über eine umfassende Überwachung ihrer digitalen Werte. Fast jedes zweite Unternehmen segmentiert seine IT-Umgebungen nicht ausreichend. Gelangt ein Angreifer in ein Netzwerk, kann er sich dadurch leichter auf weitere Systeme ausbreiten.
 

Die Studie zeigt außerdem deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Branchen. Während beispielsweise Banken aufgrund regulatorischer Anforderungen vergleichsweise hohe Transparenz und Sicherheitsreife aufweisen, sind Infrastruktur-, Industrie- oder Life-Sciences-Unternehmen deutlich schwächer aufgestellt. Eines haben jedoch alle Branchen gemein: Mit zunehmender Digitalisierung verschiebt sich Cyberrisiko stärker in operative Prozesse und vernetzte Ökosysteme.
 

Cyberresilienz wird zum Wettbewerbsvorteil

Cybersicherheit darf deshalb kein nachgelagerter Schritt eines Digitalisierungsprojekts sein. Sie muss von Anfang an mitgedacht werden – insbesondere beim Einsatz von KI. Nur wenn Unternehmen ihre digitalen Werte kennen, Veränderungen kontinuierlich bewerten und Sicherheitsmaßnahmen laufend anpassen, können sie mit der Geschwindigkeit technologischer Innovation Schritt halten.

Drei Handlungsfelder sind dabei besonders wichtig:

  • Transparenz schaffen: Unternehmen benötigen einen vollständigen Überblick über ihre Daten, Systeme, Maschinen, KI-Anwendungen und Partnernetzwerke.
  • Sicherheit kontinuierlich weiterentwickeln: Neue Anwendungen, Schnittstellen und Geschäftsprozesse müssen laufend überprüft und abgesichert werden.
  • Cybersicherheit strategisch verankern: Sicherheit sollte als Voraussetzung für Innovation verstanden werden, nicht als Hindernis.

 

KI braucht Cyberresilienz

Künstliche Intelligenz eröffnet Unternehmen enorme Chancen. Gleichzeitig verschiebt sie das Kräfteverhältnis zwischen Angreifern und Verteidigern. Wer seine digitale Infrastruktur nicht vollständig kennt, schafft unbeabsichtigt neue Einfallstore.
 

Die EY Global Cybersecurity Leadership Insights Study 2026 macht deutlich: Erfolgreiche Organisationen und Unternehmen schützen nicht nur ihre wichtigsten Systeme. Sie schaffen Transparenz über ihre gesamte digitale Infrastruktur, schließen Sicherheitslücken frühzeitig und entwickeln ihre Sicherheitsmaßnahmen ebenso dynamisch weiter wie ihre Technologien. So wird Cyberresilienz vom reinen Schutzmechanismus zu einer Voraussetzung für nachhaltige Innovation und langfristigen Unternehmenserfolg.


Fazit

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Geschäftsmodelle, sondern auch die Dynamik von Cyberangriffen. Die EY Global Cybersecurity Leadership Insights Study 2026 zeigt, dass vielen Unternehmen die notwendige Transparenz über ihre digitale Infrastruktur fehlt und dadurch erhebliche Risiken entstehen. Entscheidend für eine wirksame Cyberstrategie sind ein vollständiger Überblick über digitale Werte, die kontinuierliche Bewertung neuer Technologien sowie die konsequente Integration von Sicherheit in Transformationsprojekte. Organisationen und Unternehmen, die Cyberresilienz strategisch verankern, schaffen die Grundlage für Innovation, Vertrauen und nachhaltigen Erfolg.


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