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Das EY-Parthenon Retail Performance Ranking 2025 zeigt eine leichte Erholung der Konsumentenstimmung in Deutschland. Verbraucherinnen und Verbraucher bewerten Einzelhandelsunternehmen wieder etwas positiver als noch im Vorjahr. Während der Online-Handel weiter an Ansehen einbüßt, steigen Händler mit „stationärer Herkunft“ in der Konsumentengunst und schließen zunehmend zum Online-Handel auf. Nach jahrelangen steigenden Bewertungen bewerten ältere Menschen zum ersten Mal schlechter.
Methodik des EY-Parthenon Retail Performance Rankings
Das EY-Parthenon Retail Performance Ranking 2025 misst erneut die Konsumentenwahrnehmung führender Handelsunternehmen. Das Ranking wurde für sieben Länder erhoben; allein in Deutschland wurden dabei fast 7.400 Konsumentinnen und Konsumenten zu mehr als 143 Händlern aus 14 Branchen befragt und über 40.000 Kundenbeurteilungen berücksichtigt. Das Ranking bewertet das Leistungsversprechen jedes Händlers insgesamt und entlang von 17 Dimensionen in drei Bereichen (stationär, online, übergreifende Leistungsdimensionen). Für eine repräsentative Auswahl wurden je Branche die größten Händler ins Ranking aufgenommen. Die umfangreiche Datenbasis ermöglicht Rückschlüsse auf verschiedene Kundensegmente (zum Beispiel basierend auf Geschlecht, Alter, Bundesland, Ausbildung und Haushaltseinkommen) und deren Händler- und Kaufpräferenzen.
Gesamtbeurteilung der Top-100-Händler, 2025
In der Spitzengruppe dominieren erneut Drogeriemärkte. Erstmals abgefragte Schmuckhändler schaffen auf Anhieb Top-10-Platzierungen. Ergänzt wird die Spitzengruppe von einem großen US-Online-Marktplatz, führenden Sportartikelanbietern sowie einem schwedischen Möbelhaus.
Gesamtbewertung aller Händler aus Konsumentensicht für die Jahre 2019 bis 2025
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bewertung von Handelsunternehmen in Deutschland im EY-Parthenon Retail Performance Ranking 2025 etwas stabilisiert. Die Inflationskrise ist größtenteils beendet und die Konsumentinnen und Konsumenten sind wieder etwas positiver gestimmt.
Entwicklung der Gesamtbewertung aus Konsumentensicht nach Retailer-Typ für die Jahre 2019 bis 2025
Der Negativtrend der Händler mit „Online-Herkunft“ setzt sich jedoch fort. Händler mit „stationärer Herkunft“ rücken weiter an den Online-Handel heran und schließen die während der Covid-19-Pandemie entstandene Lücke in der Konsumentengunst zunehmend. Händler mit „stationärer Herkunft“ haben sich insbesondere in den drei wichtigsten Leistungsdimensionen „Vertrauen“, „Preis-Leistungs-Verhältnis“ und „Relevantes Produktangebot“ gegenüber dem Online-Handel verbessern können. Verbraucher vertrauen Händlern mit „stationärer Herkunft“ auch wieder mehr als Händlern mit „Online-Herkunft“.
Entwicklung der Gesamtbewertung aus Konsumentensicht nach Altersklassen für die Jahre 2019 bis 2025
Junge Konsument:innen werden weiterhin unzufriedener. Erstaunlich ist aber, dass dies erstmalig auch bei den älteren Konsumenten der Fall ist. Diese Entwicklung ist getrieben durch einen Zufriedenheitsrückgang im Online-Handel. Während ältere Menschen im stationären Handel weiterhin zufriedener werden, gab es 2025 erstmalig einen Rückgang bei den Online-Bewertungen.
Die zehn besten Lebensmitteleinzelhändler präsentieren sich innerhalb der allgemeinen Leistungsdimensionen sehr heterogen. Keines dieser Unternehmen schafft es, in allen acht Leistungsdimensionen, darunter etwa Vertrauen, Preis-Leistungs-Verhältnis oder Sortimentsauswahl, einen Top-3-Platz zu erzielen.
Im Vergleich zum Lebensmitteleinzelhandel sind die Top-Platzierungen unter den Drogerie-, Beauty- und Pflegeeinzelhändlern mit wenigen Ausnahmen klar verteilt.
Im Bekleidungssegment mit seinen vielen Einzelhändlern schafft es eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen selektiv in die Top 10 der allgemeinen Leistungsdimensionen.
Im DIY-Handel („Do it yourself“) werden Einzelhändler mit „Online-Herkunft“ tendenziell besser bewertet als solche mit „stationärer Herkunft“. Unter den Händlern mit „stationärer Herkunft“ zeichnet sich entlang der allgemeinen Leistungsdimensionen ein relativ konsistentes Bild ab.
Auch im Elektronikhandel ist das Bild der führenden Händler mit wenigen Ausreißern größtenteils konsistent entlang der allgemeinen Leistungsdimensionen.
Fazit
Trotz leichter Stabilisierung steht der deutsche Einzelhandel weiterhin unter erheblichem Druck. Nur wenige Handelsmodelle florieren, während die meisten Händler vor großen strukturellen und finanziellen Herausforderungen stehen. Eine anhaltend schwache Verbraucherstimmung sowie die zunehmende Preis- beziehungsweise Angebotssensibilität der Konsumentinnen und Konsumenten belasten die Branche.