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Was Unternehmen beim Pension Buy-out beachten sollten

Rentnergesellschaften gewinnen bei der Auslagerung von Pensionsverpflichtungen an Bedeutung. Was zu beachten ist und wie EY Sie unterstützen kann.


Überblick:
  • Mithilfe von Rentnergesellschaften können Unternehmen Pensionsverpflichtungen und damit verbundene Risiken auslagern sowie Bilanz und Verwaltung entlasten.
  • Für eine tragfähige Entscheidung sind vor allem die finanzielle Ausstattung und eine belastbare Governance wichtig.
  • Da sich die Angebote der am Markt agierenden Anbieter teils stark unterscheiden, sollten Preis, Garantien, Compliance und Reputationsrisiken detalliert analysiert werden.

In den Medien häufen sich derzeit Meldungen über deutsche Unternehmen, die im Zuge von Restrukturierungen oder strategischen Neuausrichtungen ihre Pensionsverpflichtungen gegenüber ihren ehemaligen Beschäftigten auf eine Rentnergesellschaft auslagern und diese an einen spezialisierten Anbieter verkaufen.

Dabei sind Rentnergesellschaften kein kurzfristiger Trend. Vielmehr entwickeln sie sich zu einem strategisch relevanten Zukunftsmarkt, der Investoren und Arbeitgeber zusammenbringt. Für Unternehmen können sie eine Möglichkeit sein, Pensionsrisiken gezielt zu übertragen und sich stärker auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

Was ist eine Rentnergesellschaft? Und warum kann sie für Unternehmen interessant sein?

Eine Rentnergesellschaft ist eine Gesellschaft mit dem alleinigen Zweck, sämtliche Zahlungsverpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung (bAV) fristgerecht zu zahlen. Einen weiteren Geschäftsbetrieb und aktive Mitarbeiter hat solch eine „RetireCo“ in der Regel nicht.

Anders als zum Beispiel Pensionsfonds oder Unterstützungskassen ermöglichen Rentnergesellschaften einen vollständigen Risikotransfer der Pensions-Altlasten. Für das abgebende Unternehmen ergibt sich zusätzlich eine Verschlankung von Bilanz und Verwaltung.

Während versicherungsförmige Durchführungswege der bAV der Versicherungsaufsicht unterliegen, genießt eine Rentnergesellschaft mehr Freiheiten bei der Kapitalanlage. So lassen sich langfristig höhere Renditen erzielen, weshalb die Übertragung aus Sicht des abgebenden Unternehmens günstiger sein kann.

Diese fehlende Versicherungsaufsicht bedeutet jedoch nicht, dass Verpflichtungen ohne Absicherung ausgelagert werden können. Der Gesetzgeber verlangt eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Rentnergesellschaft. Zusätzlich besteht eine gesamtschuldnerische Haftung des ursprünglichen Arbeitgebers über zehn Jahre.

Damit stellt sich für Unternehmen insbesondere die Frage, was unter einer ausreichenden Ausstattung zu verstehen ist und wie sich rechtliche und wirtschaftliche Risiken reduzieren lassen.

Was ist unter einem Pension Buy-out zu verstehen?

Von einem Pension Buy-out wird gesprochen, wenn eine Rentnergesellschaft von einem externen Anbieter übernommen wird. Dieser Anbieter ist in der Regel in die konkrete Ausgestaltung der Gesellschaft involviert. Inzwischen gibt es in Deutschland mehrere Anbieter für solche RetireCo-Modelle. Diese unterscheiden sich jedoch nicht nur in ihrer Preisgestaltung, sondern auch in den zugrunde liegenden Annahmen, Sicherungsmechanismen und Governance-Strukturen. Genau darin liegt eine der zentralen Herausforderungen für Unternehmen: Angebote lassen sich häufig nur eingeschränkt direkt vergleichen.

Worauf ist bei einer Rentnergesellschaft zu achten?

Bei der Prüfung eines Pension Buy-out sollten Unternehmen insbesondere drei Kernfragen sorgfältig klären:

  1. Wie ist die finanzielle Ausstattung einer geplanten Rentnergesellschaft zu bewerten? Reichen die finanziellen Mittel aus, um neben den Renten auch die Verwaltung der Rentner:innen und der Assets zu bezahlen? Mit welchen Kostensätzen, Rentenanpassungen und Renditeerwartungen wird gerechnet? Wie groß ist der Puffer für das Langlebigkeitsrisiko und andere unerwartete Ereignisse?
  2. Wie sieht eine gute Governance für eine Rentnergesellschaft aus? Wie kann sichergestellt werden, dass der Anbieter im Interesse der Rentner:innen agiert – heute und auch in 50 Jahren? Wie sind zusätzliche Garantien oder Eigeninvestments der Anbieter zu beurteilen?
  3. Lohnt sich die Auslagerung von Pensionsverpflichtungen auf eine Rentnergesellschaften? Wie lassen sich die Angebote verschiedener Anbieter vergleichen? Und kann es nicht doch von Vorteil sein, die Rentnergesellschaft im eigenen Konzern zu belassen? Wie lassen sich Reputationsrisiken im Rahmen der Auslagerung managen?

Wie EY Ihr Unternehmen unterstützen kann

Wir bieten Ihnen zwar keine Rentnergesellschaft, aber wir kennen den aktuellen Buy-out-Markt und beraten Sie gerne umfassend zu allen Themen rund um eine Rentnergesellschaft – unabhängig.

Wir unterstützen Sie unter anderem in folgenden Bereichen:

Due Diligence in Bezug auf die Pensionslandschaft

  • Qualitative und quantitative Analyse der Pensionslandschaft
  • Identifizierung und Bewertung möglicher Auslagerungsoptionen

Financial Modelling

  • Modellierung der finanziellen Implikationen auf Bilanz, GuV, Liquidität und Steuern von verschiedenen Optionen und Szenarien über die kommenden Jahre
  • Berechnung von Sensitivitäten ausgewählter Parameter

Anbieterauswahl

  • Definition wesentlicher Bewertungs- und Entscheidungskriterien für die Anbieterauswahl
  • Unterstützung bei RfP (Request for Proposal)-Erstellung und Ansprache der Anbieter
  • Qualitative und quantitative Analyse der eingehenden Angebote

Unterstützung bei Steuern, Recht und Bilanzierung

  • Beratung zu gesellschafts-, arbeits- und steuerrechtlichen Fragestellungen
  • Beratung zur Abbildung der Auslagerung in der Rechnungslegung nach HGB und IFRS

Projektmanagement, Verhandlung und Compliance

  • Unterstützung bei Projektmanagement und Verhandlungen mit Anbietern
  • Unterstützung bei der Implementierung angemessener Compliance-Maßnahmen

Fazit – Pension Buy-outs strategisch vorbereiten

Rentnergesellschaften bieten Unternehmen eine Möglichkeit, Verpflichtungen und Risiken aus der betrieblichen Altersversorgung gezielt zu übertragen. Der deutsche Markt entwickelt sich dynamisch und eröffnet neue Handlungsoptionen. Gleichzeitig unterscheiden sich die Modelle der Anbieter in wesentlichen Punkten, sodass eine fundierte Analyse unverzichtbar ist.

Für eine tragfähige Entscheidung kommt es nicht allein auf den Preis oder den unmittelbaren Kapitalbedarf an. Maßgeblich sind ebenso die langfristige finanzielle Ausstattung, zusätzliche Sicherungsmechanismen, eine belastbare Governance und angemessene Compliance-Strukturen.

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