Pressemitteilung
27 März 2026  | Stuttgart, Germany

DAX-Konzerne 2025: Umsatz und Gewinn erneut rückläufig 

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  • Umsatz der DAX-Konzerne auf niedrigstem Stand seit vier Jahren: Rückgang um 0,6 Prozent
  • Gewinnrückgang um vier Prozent – Gewinneinbruch im vierten Quartal: minus 14 Prozent
  • Europa-Geschäft im Plus, Umsatzrückgänge in Nordamerika und Asien
  • Beschäftigtenzahl sinkt weltweit um 0,8 Prozent – 32.000 Stellen abgebaut

Die DAX-Konzerne erwirtschafteten im vergangenen Jahr den niedrigsten Umsatz und den niedrigsten Gewinn seit 2021. Der Gesamtumsatz aller DAX-Unternehmen schrumpfte im Jahr 2025 um 0,6 Prozent, der Gewinn sank gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent. Besonders schwach verlief das vierte Quartal mit einem Umsatzrückgang um 3,3 Prozent und einem Gewinnminus von 14 Prozent.

Stark rückläufig war die Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr in Nordamerika, wo die Umsätze um vier Prozent sanken, und Asien, wo sogar ein Minus von neun Prozent registriert wurde. In Europa wurde hingegen ein Umsatzplus von drei Prozent erwirtschaftet.

Allerdings: Nicht für alle DAX-Konzerne war 2025 ein Krisenjahr. 53 Prozent der Unternehmen verzeichneten eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr, bei vier Unternehmen erhöhten sich die Umsätze sogar um mehr als zehn Prozent. Auch die Gewinnentwicklung war uneinheitlich – mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Unternehmen berichtet von einem Gewinnplus. Während allerdings die Finanzbranche – also Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen – zusammen einen Rekordgewinn von 46,4 Milliarden Euro einfuhren (Vorjahr: 39,4 Milliarden Euro; plus 18 Prozent), ging der Gewinn der übrigen Unternehmen insgesamt um elf Prozent zurück.

Auch bei der Beschäftigung zeigte der Trend im vergangenen Jahr nach unten: Die Zahl der Beschäftigten schrumpfte um knapp ein Prozent auf 3,95 Millionen. Damit wurden bei den DAX-Konzernen im Vergleich zum Vorjahr weltweit rund 32.000 Stellen abgebaut.

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY auf Basis der Geschäfts- bzw. Quartalsberichte der derzeit im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen.

„Insgesamt fällt die Bilanz des vergangenen Jahres äußerst bescheiden aus“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. „Umsatz und Gewinn liegen auf mehrjährigen Tiefstständen, die Gewinnmargen schrumpfen – und derzeit spricht kaum etwas für eine baldige Trendwende. Die schwachen Ergebnisse der DAX-Konzerne spiegeln den Zustand der deutschen Wirtschaft wider und zeigen die großen Herausforderungen, vor denen der Standort steht.“

Europa wächst – Übersee schwächelt

Während die Umsätze in Europa zulegten, gingen sie in den beiden wichtigen Absatzmärkten USA und China nach unten, betont Ahlers: „Die breite internationale Aufstellung war lange Zeit einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der deutschen Top-Unternehmen. In Zeiten enormer geopolitischer Spannungen, Lieferkettenunterbrechungen und steigender Handelsbarrieren wird der hohe Internationalisierungsgrad jedoch zu einem Problem.“

Vor allem die Industrieunternehmen, die zuletzt erhebliche Umsatz- und vor allem Gewinneinbußen hinnehmen mussten, stünden vor einem schweren Jahr 2026, sagt Jan Brorhilker, Managing Partner des Geschäftsbereichs Assurance von EY in Deutschland: „Viele große deutsche Industrieunternehmen haben bereits mehrere schwierige Jahre hinter sich: Hohe Belastungen aus den US-Zöllen, ein wegbrechender Absatz in China und eine oft nicht mehr wettbewerbsfähige Kostenstruktur sorgen für erhebliche Probleme. Der Iran-Krieg und der starke Anstieg der Energiepreise machen nun eine baldige Erholung der deutschen Industrie noch unwahrscheinlicher. Auch weitere Branchen stehen vor einem schwierigen Jahr, denn die hohen Energiepreise werden zu einer steigenden Inflation führen und den Konsum beeinträchtigen. Kurz gesagt: Der spürbare Aufschwung, der eigentlich für 2026 erwartet worden war, wird wohl noch länger auf sich warten lassen.“

Ahlers wertet die aktuelle Situation als Weckruf an die Politik, endlich die dringend nötigen Reformen am Standort Deutschland anzugehen: „Während die Wirtschaft in anderen europäischen Ländern seitdem gewachsen sei, gab es in Deutschland seit Jahren kein Wirtschaftswachstum und keine Produktivitätsverbesserungen. Die Weltkonjunktur kommt uns auch 2026 nicht zu Hilfe, also müssen wir jetzt Ernst machen bei Reformen der Sozialversicherungen, beim Steuersystem, beim Bürokratieabbau.“

Rüstungsboom versus Auto-Flaute

Am stärksten wuchsen im vergangenen Jahr mit Wachstumsraten von 29 und 18 Prozent Rheinmetall und MTU Aero Engines – zwei Unternehmen, die zumindest teilweise in der Rüstungsbranche tätig sind. Airbus schaffte immerhin ein Plus von sechs Prozent und damit das siebtstärkste Wachstum. Einen sinkenden Umsatz verzeichneten vor allem die Automobilunternehmen, die zusammen ein Umsatzminus von vier Prozent erwirtschafteten.

Den mit Abstand höchsten operativen Gewinn erzielte im vergangenen Jahr die Deutsche Telekom mit 24,8 Milliarden Euro vor der Allianz mit 17,4 Milliarden Euro und Siemens mit 11,4 Milliarden Euro. Die Unternehmen aus der Automobilindustrie erwirtschafteten zusammen einen Gewinn von 30,7 Milliarden Euro – 42 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Zahl der Mitarbeiter sinkt um knapp ein Prozent

Die Mitarbeiterzahl der Dax-Unternehmen ist 2025 leicht gesunken: Zum 31. Dezember 2025 waren insgesamt rund 3,95 Millionen Menschen beschäftigt, das sind rund 32.000 oder 0,8 Prozent weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Allerdings entwickelten sich die Unternehmen sehr unterschiedlich: Während Rheinmetall mit einem Plus von 13 Prozent das stärkste Beschäftigungswachstum zeigte, sank die Zahl der Beschäftigten bei Mercedes-Benz mit 5,6 Prozent am stärksten. Immerhin etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen – 58 Prozent – beschäftigten zum Stichtag mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als zum Vorjahreszeitpunkt.

„Wir werden auch 2026 unterm Strich eher ein Abschmelzen der Beschäftigung sehen“, erwartet Brorhilker. „Das liegt zum einen an der schwierigen konjunkturellen Lage und den Sparprogrammen, die etliche große Industrieunternehmen aufgelegt haben. Aber auch prosperierende Unternehmen realisieren durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz inzwischen deutliche Effizienzgewinne gerade in zentralen Bereichen – was den Einstellungsbedarf sinken lässt. Die Lage am Arbeitsmarkt gerade in Deutschland, wo viele Dax-Unternehmen ihre Zentralbereiche angesiedelt haben, bleibt daher angespannt. Beschäftigungsrückgänge betreffen vor allem Industrieunternehmen am Standort Deutschland.“

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