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SAP S/4HANA Cloud: warum Public oder Private selten die erste Frage ist

Vor der Explore-Phase braucht die SAP S/4HANA-Cloud-Entscheidung mehr als die Überlegung Public oder Private.


Überblick:

  • SAP S/4HANA Cloud Public und Private Edition erfordern eine faktenbasierte Entscheidung vor der Explore-Phase.
  • Entscheidend sind nicht Modellpräferenzen, sondern Anforderungen, Architektur, Governance und Wirtschaftlichkeit.
  • Ein Discovery-Assessment wie EY Fit/4Cloud kann Entscheidungsreife schaffen und spätere Reibung reduzieren.

Die Diskussion über SAP S/4HANA Cloud findet in vielen Organisationen früher als noch vor einigen Jahren statt. Häufig ist sie Teil strategischer Überlegungen zur Modernisierung der ERP-Landschaft, zur Weiterentwicklung der IT Architektur oder zur Stärkung der digitalen Wettbewerbsfähigkeit. Parallel dazu wächst der Erwartungsdruck: Standardisierung gilt als Voraussetzung, Geschwindigkeit als Vorteil – und der Ruf nach klaren Entscheidungen wird lauter.

Diese Diskussion betrifft dabei nicht nur Organisationen, die vor der erstmaligen Einführung von S/4HANA stehen. Auch Unternehmen, die bereits mit S/4 arbeiten, nutzen das aktuelle Zeitfenster zunehmend, um bestehende Betriebs‑ und Cloud‑Entscheidungen unter veränderten technologischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erneut zu überprüfen.


Die Frage nach dem passenden Cloud Modell – Public oder Private Edition – wird oft gestellt, bevor klar ist, welche Anforderungen tatsächlich nicht verhandelbar sind, welche Abhängigkeiten bestehen und welche organisatorischen Realitäten berücksichtigt werden müssen.


Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass genau diese frühen Entscheidungen selten trivial sind. Die Frage nach dem passenden Cloud Modell – Public oder Private Edition – wird oft gestellt, bevor klar ist, welche Anforderungen tatsächlich nicht verhandelbar sind, welche Abhängigkeiten bestehen und welche organisatorischen Realitäten berücksichtigt werden müssen. In solchen Situationen entwickelt sich eine sachliche Abwägung nicht selten zu einer Richtungsdebatte, die politisiert wird, lange bevor sie entscheidungsreif ist.

S/4HANA Cloud Public versus Private: wenn frühere Entscheidungslogiken nicht mehr ausreichen


Über Jahre hinweg haben sich einfache Strategien etabliert, um Cloud Entscheidungen einzuordnen. Public Cloud galt als schnell und standardnah, Private Cloud als flexibler und besser steuerbar. Mittelständische Organisationen wurden eher der Public Edition zugeordnet, große Konzerne tendenziell der Private Edition. Solche Vereinfachungen hatten ihre Berechtigung, weil sie Komplexität reduzierten.
 

Heute greifen sie jedoch zunehmend zu kurz. Viele Organisationen bewegen sich in einer Grauzone: Sie sind groß genug, um komplexe Anforderungen zu haben, aber nicht groß genug, um beliebige Sonderlösungen dauerhaft tragen zu können. Sie operieren international, unterliegen regulatorischen Vorgaben, verfügen über gewachsene Systemlandschaften und erwarten gleichzeitig eine planbare Transformation. In diesem Kontext ist „Public oder Private“ keine reine Produktfrage mehr, sondern Teil einer strukturellen Entscheidung.

In vielen S/4HANA‑Transformationen wird zu früh über das Zielsystem diskutiert. Entscheidend ist jedoch, ob die Organisation bereits die notwendige Entscheidungsreife erreicht hat, um diese Frage strukturiert und faktenbasiert zu beantworten.

Entscheidungsreife vor Explore-Phase herstellen


Die Frage „Public oder Private“ ist selten die wichtigste; entscheidend ist vielmehr, ob vor der eigentlichen Detailkonzeption und Lösungsvalidierung – in SAP-Transformationen häufig als „Explore-Phase“ bezeichnet – Klarheit über nicht verhandelbare Anforderungen, architektonische Leitplanken und wirtschaftliche Rahmenbedingungen besteht.
 

Diese Klarheit entsteht nicht automatisch. Sie setzt voraus, dass Organisationen bereit sind, den Entscheidungsvorgang bewusst zu strukturieren, bevor sie in die Design oder Umsetzungsphase einsteigen. Andernfalls wird die Explore-Phase häufig als Orientierungsinstrument genutzt, obwohl sie dafür ursprünglich nicht konzipiert war. Das Ergebnis ist hohe Aktivität bei begrenzter Entscheidungsfähigkeit.
 

Fünf Dimensionen einer belastbaren Cloud Entscheidung


Eine sachgerechte Cloud Entscheidung lässt sich nicht auf einzelne Kriterien reduzieren. Sie erfordert einen integrierten Blick auf mehrere Dimensionen, die gemeinsam betrachtet werden müssen.
 

Fachlicher Scope und nicht verhandelbare Anforderungen


Am Anfang steht die Frage, welche Anforderungen zwingend erfüllt sein müssen. Regulatorische Vorgaben, Kernprozesse oder organisatorische Rahmenbedingungen lassen sich nicht beliebig relativieren. Zugleich ist die bewusste Abgrenzung dessen, was verhandelbar ist und was gegebenenfalls angepasst werden kann, von Relevanz.


Am Anfang einer sachgerechten Cloud-Entscheidung steht die Frage, welche Anforderungen zwingend erfüllt sein müssen.


Industrie und Lokalisierungsrealität

Branchenspezifika und Länderanforderungen prägen den Gestaltungsspielraum erheblich. Sie entscheiden darüber, wie weit Standardisierung tragen kann und wo zusätzliche Komplexität entsteht. Werden diese Aspekte erst spät betrachtet, führen sie häufig zu Korrekturen, die vermeidbar gewesen wären.

Architektur, Integration und Umsysteme

Die Rolle bestehender Umsysteme, Integrationsmuster und Datenflüsse ist keine nachgelagerte Detailfrage. Sie beeinflusst frühzeitig, welche Cloud Optionen realistisch sind und wie nachhaltig eine Zielarchitektur gestaltet werden kann. Architektur fungiert hier als Entscheidungsleitplanke, nicht als technisches Endprodukt.

Wirtschaftlichkeit und Lizenzlogik

Eine tragfähige Entscheidung setzt Transparenz über die zugrunde liegende Kosten und Lizenzlogik voraus. Dabei geht es in dieser frühen Phase weniger um konkrete Preise als um ein belastbares Verständnis der strukturellen Auswirkungen unterschiedlicher Betriebs und Lizenzmodelle. Ein klar hergeleiteter Bill of Material schafft hierfür die notwendige Grundlage und bereitet die anschließende kommerzielle Klärung vor.

Umsetzbarkeit, Governance und Entscheidungsfähigkeit

Schließlich ist zu klären, wie entscheidungsfähig die Organisation ist. Governance Strukturen, Rollenverständnis und die Bereitschaft zur Standardakzeptanz beeinflussen den Erfolg mindestens ebenso stark wie technische Faktoren.

Typische Fehlstarts in der Praxis

Viele Verzögerungen und Eskalationen lassen sich auf eine falsche Reihenfolge von Entscheidungen zurückführen.

Häufig wird zunächst ein Cloud Modell festgelegt, bevor die maßgeblichen Rahmenbedingungen bekannt sind. In der Folge drehen sich Diskussionen weniger um die Eignung des Modells als um die Frage, wie es unter den bestehenden Einschränkungen doch noch funktionsfähig gemacht werden könnte.

Ebenso verbreitet ist der Start in Explore Phasen ohne klaren Entscheidungsrahmen. Die Organisation ist intensiv beschäftigt, gewinnt jedoch kaum zusätzliche Klarheit. Statt Entscheidungen voranzubringen, verfestigen sich Positionen.

Architektur und Integration werden vielfach erst dann thematisiert, wenn Designentscheidungen bereits getroffen wurden. Dadurch werden strukturelle Konflikte erst spät sichtbar und müssen unter Zeitdruck gelöst werden.

Schließlich wird die wirtschaftliche Betrachtung häufig rückwärts aufgesetzt. Kosten und Lizenzfragen werden erst dann detailliert diskutiert, wenn eine Option faktisch gesetzt ist. Die sachliche Abwägung wird dadurch erschwert.

Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Auswahl des Modells, sondern im strukturierten Umgang mit Unsicherheit vor der Explore‑Phase. Organisationen müssen zunächst Transparenz über Anforderungen, Abhängigkeiten und Rahmenbedingungen schaffen, bevor sie tragfähige Entscheidungen treffen können.

Warum ein vorgelagertes Discovery Format sinnvoll ist

Explore Phasen sind darauf ausgelegt, Prozesse zu gestalten und Lösungen zu konkretisieren. Sie sind nicht primär dafür konzipiert, grundlegende Weichenstellungen unter unsicheren Rahmenbedingungen vorzunehmen. Genau hier entsteht eine Lücke.

Ein vorgelagertes Discovery-Format schließt diesen Gap, indem es die relevanten Entscheidungsfaktoren gebündelt betrachtet – und gezielt dort vertieft, wo Risiken oder eine mögliche Nicht-Passung erkennbar sind. Im Folgenden wird ein solches vorgelagertes Entscheidungsformat als „Discovery Assessment“ bezeichnet; Fit/4Cloud ist die entsprechende Umsetzung dieses Ansatzes durch EY.


Ziel von Fit/4Cloud ist nicht Vollständigkeit, sondern Entscheidungsfähigkeit. Das Ergebnis ist keine Detailarchitektur, sondern eine belastbare Empfehlung: Welche Option ist tragfähig, welche nicht – und unter welchen Bedingungen?


Ziel ist nicht Vollständigkeit, sondern Entscheidungsfähigkeit. Das Ergebnis ist keine Detailarchitektur, sondern eine belastbare Empfehlung: Welche Option ist tragfähig, welche nicht – und unter welchen Bedingungen?

Ein solches vorgelagertes Discovery‑Format ist dabei nicht als zusätzliche Projektphase misszuverstehen. Ziel ist ausdrücklich nicht, Analyse‑ oder Konzeptionsaufwände vorzuverlagern oder die Organisation weiter zu belasten, sondern frühzeitig Entscheidungsklarheit herzustellen. Gerade in komplexen Programmen zeigt sich, dass eine gezielte Weichenstellung vor der Explore-Phase dazu beiträgt, spätere Schleifen, Verzögerungen und organisatorische Reibung zu vermeiden.

Fit/4Cloud als Beispiel für ein Entscheidungsformat

Ein Beispiel für ein solches Vorgehen ist EY Fit/4Cloud. Fit/4Cloud ist als Discovery Assessment konzipiert, das Organisationen vor Explore unterstützt, eine faktenbasierte Empfehlung zur passenden S/4HANA Cloud Option zu entwickeln. Der Fokus liegt auf der integrierten Betrachtung von Scope, Industrie und Lokalisierungsanforderungen sowie nicht verhandelbaren Rahmenbedingungen.

Dabei werden Risiken und strukturelle Abweichungen frühzeitig sichtbar gemacht, architektonische Leitplanken abgeleitet und finanzielle Rahmenbedingungen transparent eingeordnet. Die Ergebnisse münden in eine entscheidungsfähige Roadmap, die Abhängigkeiten, Governance Aspekte und Prioritäten deutlich macht.

Fit/4Cloud ersetzt keine Implementierung und keine Explore Phase. Es schafft vielmehr die Voraussetzung dafür, dass die nächsten Schritte zielgerichtet und konsistent erfolgen können.

Entscheidungsreife als gemeinsame Verantwortung

Ein Discovery Assessment kann Struktur und Transparenz liefern. Die eigentliche Entscheidungsreife entsteht jedoch nur dann, wenn das Unternehmen bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört eine klare Entscheidungsebene ebenso wie der Einbezug relevanter Stakeholder aus Business, IT und Finance. Erforderlich ist zudem die Bereitschaft, Prioritäten zu setzen und Standards dort zu akzeptieren, wo sie Sinn ergeben.

Aus der Erfahrung zeigt sich: Fehlende Daten lassen sich in der Regel beschaffen oder strukturieren. Fehlende Entscheidungsbereitschaft hingegen führt zu Verzögerungen – unabhängig vom gewählten Cloud Modell.


Fazit

Public und Private Edition sind valide Optionen. Die Qualität der Entscheidung hängt jedoch weniger vom gewählten Modell als von der Reihenfolge der Schritte ab. Organisationen, die vor der Explore-Phase bewusst Entscheidungsreife herstellen, schaffen die Grundlage für eine steuerbare Transformation – sachlich, transparent und anschlussfähig für Management und Organisation.Ein solches vorgelagertes Entscheidungsformat findet sich etwa in Fit/4Cloud, der EY Umsetzung eines Discovery Assessments, das darauf ausgerichtet ist, Entscheidungsreife vor der Explore-Phase herzustellen und zentrale Weichenstellungen frühzeitig vorzunehmen.

Zusammengefasst:

  • Public oder Private ist selten die entscheidende Ausgangsfrage.
  • Entscheidend ist die Reihenfolge: Anforderungen vor Lösungswahl.
  • Entscheidungsreife muss vor der Explore-Phase vorliegen; Explore ist nicht dafür ausgelegt.
  • Fehlende Klarheit führt zu Verzögerungen und Reibung.
  • Strukturierte Vorbereitung erhöht die Steuerbarkeit der Transformation.

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