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Ein gemeinsam aufgesetztes Data Dictionary wie zum Beispiel BIRD eignet sich in diesem Kontext als zentrales Datenmodell, um gleichzeitig die EoVC- und die IReF-Anforderungen zu erfüllen. BIRD stellt bereits heute eine standardisierte Zwischenschicht dar, die die Inhalte der aktuellen EZB-Statistiken und EBA-Reports in einem gemeinsamen logischen Datenmodell (LDM) vereinen soll. Einmal im BIRD-LDM hinterlegte Daten lassen sich durch definierte Transformationsregeln (Mappings) effizient in verschiedene Zielformate ausspielen – sei es eine Abwicklungsdatenlieferung (VDS gemäß SRB) oder künftige IReF-Meldungen im EZB-Format. Damit kann eine Bank einen einheitlichen Datenhaushalt aufbauen und muss nicht zwei getrennte Systeme für EoVC und IReF pflegen.
Die Europäische Bankenföderation (EBF) hat jüngst betont, dass nur durch solche abgestimmten, integrierten Lösungsansätze eine unnötige doppelte Belastung vermieden werden kann. So forderte die EBF im Juli 2025, die Zeitschienen und Modelle von EoVC und IReF unbedingt zu synchronisieren, damit „granulare Daten aus dem IReF auch für die SRB-Bewertungsdatensätze nutzbar sind“. BIRD kann genau diese Brückenfunktion erfüllen, da es schon jetzt die relevanten Konzepte aus AnaCredit, SHS, FINREP und anderen abdeckt und künftig um IReF-Konzepte erweitert werden kann.
Durch den Einsatz beispielsweise von BIRD als zentralem Datenhaltungssystem können Institute zahlreiche Synergien nutzen:
- Einmalige Datenerfassung: Relevante Grunddaten (Kredite, Kunden, Sicherheiten etc.) werden nur einmal im Daten-Repository erfasst und validiert, aber für beide Zwecke (IReF und EoVC) verwendet. Doppelerfassungen und Abweichungen werden vermieden.
- Konsistente Definitionen: BIRD stellt sicher, dass für statistische, aufsichtsrechtliche und abwicklungsbezogene Meldungen dieselben Datenbegriffe und -definitionen gelten. Unterschiede in Terminologie oder Messmethoden (Behandlung von Wertminderungen, Ausfallkriterien und so weiter) können intern vereinheitlicht werden, was die Abstimmung zwischen Regulatorik und Abwicklung erleichtert.
- Effizienz und Automatisierung: BIRD ist darauf ausgelegt, aus dem LDM per Transformationen automatisiert verschiedene Output-Formate zu erzeugen. Einmal eingerichtete BIRD-Prozesse könnten also sowohl IReF-Reports als auch SRB VDS parallel generieren. Änderungen (z. B. neue Anforderungen) müssten nur im BIRD-Modell nachgezogen werden, anstatt separate Prozesse anzupassen.
- Zukunftssicherheit: BIRD wird fortlaufend an neue Reporting-Frameworks angepasst (so fließen beispielsweise auch IReF-Anforderungen in das BIRD-Modell ein). Ein BIRD-basiertes System kann daher zukünftige Änderungen in EoVC oder IReF leichter absorbieren, indem nur das Mapping aktualisiert wird, anstatt die gesamte Datenarchitektur neu aufzusetzen.
Trotz der genannten Vorteile sind einige potenzielle Hürden zu beachten:
- Implementierungsaufwand: Die Einführung von BIRD erfordert initial erhebliche Anpassungen der internen Dateninfrastruktur. Nicht alle Institute haben bisher BIRD implementiert; der Zeit- und Ressourcenbedarf ist hoch. Allerdings kann dieser Aufwand durch die langfristigen Einsparungen und Synergien gerechtfertigt sein.
- Abdeckung abwicklungsspezifischer Felder: Wie oben beschrieben enthält BIRD nicht alle in EoVC neu eingeführten Datenfelder (z. B. Bewertungs-Cluster). Diese müssten in der BIRD-Logik als zusätzliche Attribute ergänzt oder anderweitig abgebildet werden. Die Flexibilität von BIRD erlaubt zwar Erweiterungen (z. B. benutzerdefinierte Felder im Input Layer), jedoch müssten solche Ergänzungen sauber an die bestehenden BIRD-Strukturen angedockt und gewartet werden.
- Synchronisation und Governance: Die parallele Entwicklung von EoVC und IReF setzt eine enge Abstimmung der Behörden voraus. Obwohl Gremien wie das Joint Bank Reporting Committee (JBRC) auf eine Angleichung hinarbeiten, besteht das Risiko, dass Spezifikationen nicht vollständig synchron laufen. Institute, die frühzeitig auf BIRD setzen, müssen daher eventuelle Modellanpassungen in Kauf nehmen, falls EoVC- und IReF-Standards doch auseinanderdriften.
- Datenvolumen und Performance: Beide Rahmen (EoVC und IReF) erfordern das Vorhalten umfangreicher Granulardaten. Die Integration im BIRD-Modell bedeutet, dass extrem große Datenmengen zentral gemanagt werden. Institute müssen sicherstellen, dass ihre BIRD-Umgebung skalierbar und performant genug ist, um sowohl die laufende statistische Berichterstattung (IReF) als auch die sofort abrufbaren Abwicklungsdaten (EoVC) zu bedienen.
EoVC-Implementierung: Handlungsempfehlungen
Die gleichzeitige Einführung von IReF und EoVC ist ohne Frage anspruchsvoll, kann aber mit dem richtigen Ansatz zu einem Mehrwertprojekt für die Bank werden. Durch die enge Verzahnung beider Initiativen – organisatorisch und datentechnisch – lassen sich Skaleneffekte und Qualitätsgewinne realisieren, die über die reine Compliance hinausgehen. Entscheidend ist, das Projekt proaktiv anzugehen, statt nur zu reagieren: Wer frühzeitig eine integrierte Datenarchitektur aufsetzt und Synergien nutzt, verwandelt die regulatorische Pflichtübung in einen strategischen Vorteil für konsistentes Datenmanagement. Die Bank positioniert sich damit nicht nur für 2029, sondern auch für die weitere Zukunft eines vereinheitlichten europäischen Melde- und Abwicklungssystems.
Für die Praxis wird deshalb empfohlen, IReF und EoVC integriert zu planen – durch einen zentralen Datenhaushalt und ein gemeinsames Implementierungsprogramm. Die folgenden Handlungsempfehlungen sind strukturiert nach Herausforderungen, Synergien sowie konkreten Maßnahmen in Organisation, Technik und Prozessen: