Zusätzliche Rendite von bis zu 25 Prozent: EY und EY-Parthenon zeigen, worauf es bei einer Business Transformation ankommt.


Überblick

  • Eine dynamische Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle ist für Unternehmen unumgänglich, um wettbewerbsfähig zu bleiben und strategische Ziele zu erreichen.
  • Ein Transformationsprojekt sollte sich nicht nur auf Technologie beschränken, sondern ganzheitlich angelegt werden, wobei der Mensch im Mittelpunkt steht.
  • Eine klare Vision, eine durchdachte Planung, die Einbindung von Experten und Transparenz der Risiken sind Schlüsselfaktoren einer Business Transformation.
  • Ein kontinuierliches Change-Management und eine langfristige Governance gewährleisten den nachhaltigen Erfolg.

In einer sich rasch wandelnden Geschäftswelt ist Transformation nicht nur ein Modewort, sondern eine Notwendigkeit für Unternehmen. Eine rein technologisch getriebene Transformation ginge dabei nicht weit genug. Vielmehr sollten Unternehmen ihre Geschäftsmodelle umfassend verändern, um die eigene Wettbewerbsposition nachhaltig zu stärken und ihre strategischen Ziele langfristig zu erreichen.

Der Artikel von EY und EY-Parthneon „Technology-enabled Business Transformation – Now. Next. Beyond.“ beschreibt, vor welchen Herausforderungen Unternehmen derzeit stehen und wie eine prozessorientierte, ganzheitliche Transformation gelingen kann. Es gilt, vier Phasen des Transformationsprozesses zu beachten und zu meistern.

  1. Strategizing Transformation: der Weg zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen
  2. Safeguarding Transformation: Erfolgsfaktoren und Herausforderungen
  3. Driving Transformation: Wandel zu einer prozessorientierten Unternehmenskultur
  4. Beyond Transformation: Wege zur Zielerreichung und zum langfristigen Erfolg 
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Phase #1

Strategizing Transformation

Definition eines klaren Zielbildes und eines ganzheitlichen Ansatzes für eine nachhaltige Business Transformation

Eine Business Transformation kann verschiedene Auslöser haben, von der technologischen Innovation eines Produkts über ein verändertes Wettbewerbsumfeld bis hin zur Regulatorik. Auch die Einführung neuer Softwarelösungen wie SAP S/4HANA oder künstliche Intelligenz (KI) kann dazu führen, dass Geschäftsmodelle angepasst werden sollten.

Unternehmen sollten ihre Transformationsprojekte nicht nur auf technologische Aspekte beschränken, sondern sämtliche erforderlichen prozessualen, operativen, strukturellen und auch kulturellen Veränderungen berücksichtigen. Nur durch sorgfältige Planung und die ganzheitliche Einbeziehung aller Aspekte können nachhaltige Wettbewerbsvorteile erzielt und strategische Geschäftsziele erreicht werden.

„Nordstern“ bietet Orientierung

Bereits im Vorfeld sollten als übergeordneter Wegweiser oder „Nordstern“ die strategischen Ziele einer Business Transformation definiert werden, an denen sich alle Beteiligten in allen Phasen des Projekts orientieren können. Diese Ziele können von einer Umsatzsteigerung über Kosteneffizienz bis hin zur Internationalisierung reichen.

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Bei angestrebten prozessualen und operativen Verbesserungen kann eine Transformation auf wenige Geschäftsbereiche eingegrenzt werden. Bei tiefer gehenden strukturellen Veränderungen, etwa einer Neuausrichtung von Produktion und Logistik oder Veränderungen der Unternehmenskultur, können zahlreiche Einheiten bis hin zur gesamten Organisation betroffen sein. Dies kann weitreichende Auswirkungen auf Beschäftigte und ihre tägliche Arbeit haben. Transformationen sind daher immer als integrierter Wandel von Business und IT zu verstehen, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht.

Transformationen sind immer als integrierter Wandel von Business und IT zu verstehen, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht.

Bei einem Wandel hin zu einer prozessorientierten Unternehmenskultur mit verschlankten, harmonisierten oder automatisierten Prozessen können verschiedene Geschäftsbereiche betroffen sein. Dies hängt davon ab, wie groß eine solche Business Transformation angelegt ist, wo wesentliche Potenziale erwartet werden und wie viel Veränderung erforderlich ist. Alle betroffenen Einheiten sollten vorab klar definiert werden.

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Phase #2

Safeguarding Transformation

Detaillierte Planung erstellen und Stolpersteine umgehen

Eine detaillierte Planung trägt von Beginn an wesentlich zum Erfolg eines Transformationsprojekts bei. Zentrale Aspekte sollten bereits in der Vorprojektphase berücksichtigt werden:

  • Die IT und involvierte Fachbereiche sollten eng verzahnt und während des gesamten Transformationsprozesses gemeinsam koordiniert werden.
  • Bei der Transformation sollten Fachbereiche die Führungsrolle übernehmen und die Mitarbeitenden sollten bei der Projektorganisation im Mittelpunkt stehen.
  • Im Vorfeld sollten klare strategische Leitplanken gesetzt werden. Während des Projekts sollte regelmäßig überprüft werden, ob die Projektaktivitäten auch zur Erreichung von Zielen wie Kosteneffizienz, Internationalisierung oder Prozessharmonisierung beitragen.
  • Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sollte der Zeitplan erstellt und ein Projektteam mit der erforderlichen Expertise – notfalls auch extern – gebildet werden. Klare Rollen und Verantwortlichkeiten können vorab festgelegt werden.
  • Der Stand des Projekts sollte regelmäßig in den Unternehmensbereichen kommuniziert werden, um eine breite Identifikation aller Beteiligten mit dem Konzept zu erzielen. 
Erfolgreiche Transformation
zusätzliche Rendite kann eine Transformation bringen.

Eine erfolgreiche Transformation schlägt sich in messbaren Kennzahlen nieder und kann zu einer zusätzlichen Rendite von bis zu 25 Prozent führen. Allerdings erzielen 70 Prozent der Initiativen nicht die gewünschten Ergebnisse. Grund dafür isz häufig eine unzureichende Planung und Durchführung.

Folgende Punkte sollten bei einer Business Transformation von Beginn an beachtet werden, um Stolpersteine zu vermeiden:

  • klare Zielsetzung und Leitprinzipien vom Management
  • Gute Abstimmung vor allem zwischen der IT und anderen Fachbereichen
  • Berücksichtigung der  Zielsetzungen der beteiligten Stakeholder innerhalb und außerhalb des Transformationsbereiches
  • klare Fokussierung auf die beteiligten Mitarbeitenden und darauf, wie sich das Projekt auf deren Arbeit auswirkt
  • Effektive Governance-Prozesse in Bezug auf Budget und Umfang des Projekts
  • Transparenz und Effizienz in Entscheidungsprozessen sowie eine nachgelagerte Kommunikation
  • Ausreichende Ressourcen und realistische Schätzung des notwendigen Aufwands
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Phase #3

Driving Transformation

Vorteile einer prozessorientierten Unternehmenskultur

Durch eine strategische Transformation mit Fokussierung auf Prozessoptimierung und strukturelle Innovationen können sich Unternehmen für ein sich rasch wandelndes Umfeld wappnen. Um eine zukunftssichere Geschäftsorganisation aufzubauen, sollten alle dafür künftig benötigten Kompetenzen definiert werden. Der „Future-back“-Ansatz von EY unterstützt Unternehmen dabei, aus Zukunftsszenarien konkrete strategische Maßnahmen abzuleiten.

Eine Fokussierung auf Prozessoptimierung kann dabei erhebliche Vorteile bringen: Vereinfachte und standardisierte Prozesse steigern die Effizienz, reduzieren den Ressourcenbedarf und senken die Kosten. Moderne Cloud-Lösungen ermöglichen die rasche Einführung von Innovationen.

Reifegradmodell analysiert Projektstand

Standardisierte und automatisierte Prozesse sind zudem weniger fehleranfällig und erhöhen die Transparenz aufgrund einer besseren Datenverfügbarkeit. Einheitliche Standards erleichtern die interne Zusammenarbeit und gewährleisten die Einhaltung internationaler Regulierungen oder Gesetze. Eine Prozessharmonisierung ermöglicht außerdem ein effektives internes Benchmarking.

Die Transformation hin zu einer prozessorientierten Organisation kann anhand eines Reifegradmodells gemessen werden. Anhand von Kriterien wie Strategie, Prozesse oder Governance können zudem die Voraussetzungen für verschiedene Reifegrade festgelegt werden. Allerdings erfordert das Heben von Kostenpotenzialen häufig Anpassungen der Personalstrukturen. Dies kann auch sinnvoll sein, um neue Fähigkeitsprofile in der IT und anderen Bereichen aufzubauen.

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Phase #4

Beyond Transformation

Kontinuierliches Change- Management und Governance zur Sicherung des langfristigen Erfolges

Nach einer Transformation besteht das Risiko, dass das Unternehmen in alte Muster zurückfällt. Dies kann die Harmonisierung verschiedener Einheiten gefährden. Eine langfristige Governance und ein kontinuierliches Change-Management können wesentlich dazu beitragen, solche Risiken zu minimieren.

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Dafür sollten von Anfang an klare Richtlinien definiert werden – für die Einhaltung der Prozesse, Neuprogrammierungen, Updates und Wartungen am System. Mitarbeitende sollten aus alten Routinen herausgeführt und an die neuen Prozesse gewöhnt werden.

Prozesse können regelmäßig überprüft werden, um mögliche Abweichungen festzustellen, neue Entwicklungen im Markt zu erkennen und zeitnah Anpassungen vornehmen zu können. Alle künftigen prozessualen und systemseitigen Veränderungen sollten über einen geregelten Prozess dokumentiert werden. So bleibt das Unternehmen nah am Standard, während neue Prozesse gelebt und weiter optimiert werden können.

Co-Autor: Dr. Martin Paletzki

Fazit

Der Erfolg einer Transformation hängt von einer detaillierten Kommunikation, einem grundlegenden kulturellen Wandel sowie von einer kontinuierlichen Überprüfung und Anpassung aller Prozesse ab.

Mithilfe einer strukturierten Vorgehensweise und durch Einhalten vorab klar definierter Richtlinien kann sichergestellt werden, dass der Erfolg langfristig anhält. Ein starkes, multidisziplinäres Team, das gemeinsam auf diese Ziele hinarbeitet, ist der Schlüssel für eine effektive Umsetzung des Projekts.

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