Pressemitteilung
07 Jan. 2026  | Stuttgart, Germany

Amerikanische und asiatische Konzerne gewinnen dank KI-Boom an den Weltbörsen an Bedeutung

  • Nvidia, Apple und Alphabet sind zum Jahresende 2025 die höchstbewerteten Unternehmen der Welt
  • Die Top 100 weltweit steigern ihren Börsenwert im Jahresverlauf um 23 Prozent auf 54 Billionen US-Dollar
  • Zahl der Technologieunternehmen unter den Top 100 steigt von 24 auf 27
  • Drei deutsche Konzerne unter den Top 100

Trotz der anhaltend schwierigen politischen und konjunkturellen Lage haben die wichtigsten Unternehmen der Welt im Lauf des Jahres 2025 weiter massiv an Wert gewonnen: Der Börsenwert der 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen stieg seit Ende vergangenen Jahres um 23 Prozent bzw. mehr als zehn Billionen US-Dollar auf den neuen Rekordwert von 54,4 Billionen US-Dollar.

Den stärksten Wertzuwachs verzeichneten die asiatischen Unternehmen, deren Börsenwert um 27 Prozent zulegte. Die US-Konzerne konnten ihren Wert um 23 Prozent steigern, die europäischen um 20 Prozent.

Auch wenn gerade die asiatischen Konzerne aktuell aufholen: Nach wie vor dominieren US-Unternehmen das Ranking. Von den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt haben 60 ihren Sitz in den USA – das sind zwei weniger als zu Jahresbeginn. Und unter weltweiten den Top-10 finden sich acht US-Unternehmen, zudem werden die ersten sieben Plätze von US-Konzernen belegt.

Das wertvollste Unternehmen der Welt war zum Jahresende 2025 der Chipkonzern NVIDIA, dessen Marktkapitalisierung im Jahresverlauf um 38 Prozent auf 4,5 Billionen US-Dollar gestiegen ist. Damit ist NVIDIA fast doppelt so viel wert wie alle DAX 40 Unternehmen zusammen, deren kumulierter Börsenwert zum Jahresende bei 2,5 Billionen US-Dollar lag.

Die Zahl der europäischen Unternehmen unter den Top 100 sank im vergangenen Jahr von 18 auf 17, die Zahl der asiatischen stieg von 17 auf 19. Noch deutlicher wird die US-Dominanz an den Weltbörsen, wenn man nicht die Zahl der Unternehmen, sondern ihren Börsenwert betrachtet: Von der gesamten Marktkapitalisierung der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt entfallen 76 Prozent bzw. 41,5 Billionen US-Dollar auf nordamerikanische Unternehmen, 15 Prozent (8,0 Milliarden US-Dollar) auf asiatische Unternehmen und nur acht Prozent (4,4 Billionen US-Dollar) auf europäische Unternehmen.

Deutschland ist derzeit wie schon zu Jahresbeginn mit drei Unternehmen im Top-100-Ranking vertreten. SAP liegt mit einem Börsenwert von 285 Milliarden US-Dollar auf Rang 45, Siemens belegt mit 218 Milliarden US-Dollar Rang 73 und die Allianz mit 174 Milliarden US-Dollar Rang 98. Das sind Ergebnisse einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit halbjährlich untersucht. Stichtag für die vorliegende Analyse ist der 31.12.2025 (Börsenschluss).

Der KI-Boom treibt die Märkte – Europa bleibt Zuschauer

„Das Jahr 2025 stand an den Weltbörsen ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY. „Die Euphorie rund um neue KI-Anwendungen und -Geschäftsmodelle hat weltweit für kräftige Kursgewinne gesorgt. Doch die Profiteure sitzen vor allem in den USA und Asien.“ Unter den acht Unternehmen mit den größten Wertzuwächsen in den Top 100 finden sich ausschließlich Tech-Giganten aus diesen beiden Regionen. „Europa hingegen spielt im aktuellen KI-Rennen nur eine Nebenrolle – einmal mehr droht der Anschluss bei einer Schlüsseltechnologie verloren zu gehen“, warnt Ahlers.

„Auch wenn es ernstzunehmende Stimmen gibt, die vor einer gigantischen KI-Blase an der Börse warnen, sprechen die Zahlen doch eine klare Sprache: Europa hinkt bei der Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle weit hinterher“, so Ahlers. „Die Gründe dafür sind auch strukturell: Eine schwache Risikokapitalkultur und das Fehlen eines integrierten europäischen Kapitalmarkts bremsen Innovation und Wachstum in Europa“.

Die Dominanz der Tech-Branche zeigt sich auch im Ranking: Die Zahl der Technologieunternehmen unter den Top 100 stieg 2025 von 24 auf 27, ihr Gesamtwert legte um 34 Prozent zu. Nordamerika ist dabei klarer Spitzenreiter – 20 der 27 Tech-Konzerne haben dort ihren Sitz, fünf in Asien und gerade einmal zwei in Europa.

„Wir erleben eine stürmische Entwicklung: neue Player, Rückschläge, volatile Kurse – das Rennen ist noch nicht entschieden“, so Ahlers. „Auch europäische Unternehmen könnten durchaus noch eine größere Rolle spielen – aber die US-Konzerne verfügen inzwischen über eine Kapitalkraft und Marktmacht, die für die meisten europäischen Anbieter unerreichbar scheint.“

Die Vorherrschaft der US-Technologieunternehmen habe auch eine geopolitische Dimension, betont Ahlers. „Der KI-Boom führt zu neuen Abhängigkeiten von nicht-europäischen Marktführern. Und während die USA und Asien ihre Technologieführerschaft ausbauen, steht Europa vor der Frage, ob regulatorische Initiativen und Förderprogramme ausreichen, um den Rückstand aufzuholen. Ohne mutige Investitionen und eine stärkere Kapitalmarktintegration droht der Abstand weiter zu wachsen.“

Bedeutung klassischer Industrieunternehmen sinkt

Ende 2023 waren noch alle deutschen Autokonzerne unter den 300 teuersten Unternehmen der Welt vertreten, derzeit schafft es hingegen keiner mehr in diese Liste. Der wertvollste Autokonzern der Welt ist zur Jahresmitte der US-Autobauer Tesla auf Rang neun mit einem Börsenwert von 1,5 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Die deutschen Autohersteller Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen kommen zusammen auf einen Börsenwert von 197 Milliarden US-Dollar und belegen die Ränge 327, 329 und 364, ihr Börsenwert stieg im Jahresverlauf immerhin um 30 Prozent.

Deutlich nach oben ging es hingegen im Jahr 2025 insbesondere für zwei deutsche Unternehmen: Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall konnte sich im Ranking von Platz 660 auf Platz 252 verbessern und den Börsenwert auf 84 Milliarden US-Dollar verdreifachen, Siemens Energy kletterte im Ranking von Rang 474 auf Rang 167, der Börsenwert hat sich im Jahresverlauf um 193 Prozent auf 121 Milliarden US-Dollar erhöht.

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*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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