Fortschrittsmonitor 2026

Im Jahr 2025 stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf 56 %. Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen in Deutschland schreitet weiter voran, hat sich allerdings verlangsamt. Die Emissionslücke zum Klimaziel für 2030 gegenüber dem Vorjahr ist größer geworden.

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Techniker auf Windkraftanlage im Windpark

Der vierte Fortschrittsmonitor von BDEW und EY zeigt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin von der starken Dynamik beim Ausbau der Photovoltaik bestimmt wird. 

Trotz positiver Entwicklungen bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen: Der noch verhaltene Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, komplexe Hürden bei der Wärmewende sowie ein großer Bedarf an Investitionen in die Netzinfrastruktur verzögern die Umsetzung der Energiewende. Weiterhin bleibt die Verkehrswende weit hinter den klimapolitischen Ambitionen zurück.

Der Wandel hin zu einem zunehmend strombasierten Energiesystem wird zum zentralen Treiber von Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Dekarbonisierung. Mit höherer Effizienz elektrischer Anwendungen und niedrigen Grenzkosten aus erneuerbarer Stromerzeugung kann auch der steigende Energiebedarf digitaler Zukunftstechnologien bedient werden. Entscheidend ist ein klar an Effizienz ausgerichtetes Zusammenspiel aus Erzeugung, Netzen, Speichern und Nachfrageflexibilität.

Entwicklung der Systemkosten pro erzeugter MWh

Der Anteil erneuerbarer Energien (EE) am Bruttostromverbrauch ist im letzten Jahr eher verhalten gestiegen und erreicht 2025 rund 56 %. Photovoltaik bleibt mit einem Rekordzubau von 17,6 GW der zentrale Wachstumstreiber, während sich der Ausbau der Windenergie – insbesondere offshore – zu langsam entwickelt. Batteriespeicher gewinnen zunehmend an Bedeutung für Flexibilität und Systemintegration der erneuerbaren Stromerzeugung. Insgesamt ist eine weitere Stärkung des Ausbaus von Windenergie, Flexibilitäten und Netzen erforderlich, um die energiepolitischen Ziele verlässlich zu erreichen.

Vergleich von realem Zubau und Ausbauzielen 2025 für Wind und Photovoltaik.

Erneuerbare und kohlenstoffarme Gase sind ein zentraler Baustein der Energiewende, ihr Markthochlauf bleibt jedoch hinter den Zielsetzungen zurück. Zwar steigt die Wasserstoffproduktion leicht an, basiert jedoch weiterhin überwiegend auf fossilen Quellen. Der unzureichende Ausbau der Elektrolysekapazitäten macht die Zielerreichung von 10 GW bis 2030 zunehmend unwahrscheinlich. Gleichzeitig bleibt erneuerbarer Wasserstoff kostenintensiv und regulatorisch viel zu bürokratisch.

Darstellung der Wasserstoffproduktion und des prognostizierten Bedarfs bis 2030.

Der Ausbau der Stromnetzinfrastruktur gewinnt durch die Digitalisierung zunehmend an Dynamik. Eine verlässliche und langfristig auskömmliche regulatorische Ausgestaltung ist dabei zentrale Voraussetzung für die Mobilisierung der notwendigen Investitionen. Parallel dazu ist die Transformation der Gasnetze angelaufen: Erste Leitungen wurden bereits für den Einsatz von Wasserstoff umgestellt und markieren den Beginn des physischen Hochlaufs. Um diesen Transformationspfad zu verstetigen, bedarf es einer weiter gehenden politischen Absicherung des Hochlaufs und Akzeptanz, um Investitions- und Planungssicherheit zu erhöhen.

Entwicklung der Netz­investitionen und Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.

Der Absatz neuer Heizungen bleibt 2025 sehr niedrig und fällt mit 627.000 Geräten auf den tiefsten Stand seit 2010. Wärmepumpen legen dagegen deutlich zu: 299.000 verkaufte Anlagen übertreffen erstmals Gaskessel und der Bestand wächst um rund 233.000 Geräte – allerdings weiter unter dem politischen Ziel der vorherigen Bundesregierung. Der Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme steigt 2025 nur leicht auf 20,7 % und bleibt damit weit von der Zielmarke entfernt.

Entwicklung, Zielpfad und Prognose der Wärmepumpen‑Installationen.

Die Fernwärme verharrt bei etwa 10,4 % Marktanteil und einem leicht gesunkenen EE-/Abwärmeanteil von rund 34 %. Positiv entwickelt sich die kommunale Wärmeplanung: Von den Städten über 100.000 Einwohner:innen haben bereits 48 % ihre Wärmepläne abgeschlossen.

Die Zahl öffentlicher Ladepunkte steigt 2025 auf rund 201.000, der Anteil der Ultraschnellladepunkte liegt bei über 25 %. Die installierte Ladeleistung erreicht etwa 10 GW und übertrifft das AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation)- Ziel von rund 4 GW deutlich. Damit wächst das Ladeangebot schneller als der Fahrzeughochlauf, der aktuelle Bedarf wird klar übererfüllt.

Grafik zeigt Wachstum öffentlicher Ladepunkte und Zielübererfüllung der Ladeleistung bis 2025


Fortschrittsmonitor Energiewende Ergebnisdokument

Um die Fortschritte zu messen und sichtbar zu machen, haben der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) und EY gemeinsam einen Fortschrittsmonitor entwickelt.


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