Ausblick Hochbau: Kein schneller Aufschwung erwartet
Zwischen 2026 und 2028 erwarten wir keinen schnellen Aufschwung im Hochbau, sondern lediglich eine verhaltene Erholung. Trotz strukturell hoher Wohnraumnachfrage bleiben hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und geopolitische Unsicherheiten die zentralen Belastungsfaktoren. Nach dem starken Einbruch 2024 und einem weiteren Rückgang 2025 dürfte auch 2026 nochmals leicht negativ ausfallen und die Talsohle markieren.
Erst ab 2027 ist mit einer moderaten Erholung zu rechnen (+0,8 Prozent), die sich 2028 leicht verstärkt (+1,2 Prozent), jedoch eher eine Stabilisierung als einen dynamischen Aufschwung darstellt. Maßgeblich wirkt die anhaltend hohe Nachfrage, die durch Zuwanderung und demografische Faktoren gestützt wird, deren Nachfragerückstau sich jedoch nur langsam entfalten dürfte.
Baugewerbe leidet unter Kostendruck
Gleichzeitig sorgen steigende Baupreise und eine wieder anziehende Inflation (rund 2,9 Prozent im Frühjahr 2026) für zusätzlichen Kostendruck. Eine zu aggressive Weitergabe dieser Kosten könnte das Bauvolumen weiter dämpfen. Auch das Finanzierungsumfeld bleibt herausfordernd: Bauzinsen verharren auf erhöhtem Niveau und zeigen weiterhin hohe Volatilität, was Investitionsentscheidungen verzögert.
Makroökonomisch bleibt das Umfeld schwach, mit nur moderatem gesamtwirtschaftlichem Wachstum. Geopolitische Entwicklungen – insbesondere steigende Energiepreise infolge internationaler Konflikte – belasten zusätzlich. Frühindikatoren wie Baugenehmigungen und Auftragseingänge zeigen zwar vereinzelt Stabilisierungstendenzen, bleiben aber insgesamt deutlich unter Vorkrisenniveau.
Politische Maßnahmen wie Förderprogramme im sozialen Wohnungsbau sowie geplante regulatorische Reformen wirken stabilisierend, dürften jedoch keinen kurzfristigen Boom auslösen. Insgesamt bleibt die Erholung im Hochbau somit flach und verzögert.