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Wie Dual-Use die europäische Verteidigungsindustrie transformiert

Europas Verteidigungssektor wandelt sich strukturell. Dual-Use-Technologien, neue Akteure und privates Kapital erweitern die Basis.


Überblick:

  • Dual-Use erweitert Europas Defence-Basis durch Tech, Industrie und Kapital.
  • Neue Akteure bringen KI, Daten, Autonomie und Skalierungskompetenz ein.
  • Entscheidend wird die Umsetzung in einsatzfähige, skalierbare Defence-Fähigkeiten.

Der europäische Verteidigungssektor tritt in eine neue Phase ein. Über den vielfach beschriebenen Anstieg der Ausgaben hinaus zeigt sich ein struktureller Wandel: Die industrielle Basis verbreitert sich durch den Eintritt nicht-traditioneller Akteure. Technologieunternehmen wie ICEYE und Quantum Systems, Industrieunternehmen wie Alstom und Continental sowie Investoren wie Porsche SE und strategische Käufer wie Safran prägen das europäische Verteidigungsökosystem zunehmend und bringen zusätzliche Fähigkeiten, Kapital und neue Betriebsmodelle ein.

Technologien, Produktionskapazitäten und Kapital, die historisch in zivilen Märkten eingesetzt wurden, werden verstärkt für Verteidigungsanwendungen adaptiert. Dadurch verschwimmen klassische Branchengrenzen innerhalb der europäischen Industriebasis. In Deutschland wird diese Entwicklung besonders sichtbar: Teile des Automobil- und Maschinenbausektors stehen unter strukturellem Druck, während die Nachfrage im Defence-Bereich weiter steigt.

Dabei handelt es sich nicht nur um eine zyklische Reaktion auf geopolitische Entwicklungen, sondern um das Entstehen eines breiter diversifizierten und innovationsgetriebenen Ökosystems. In diesem gewinnen Dual-Use-Technologien eine zunehmend zentrale Rolle für die Entwicklung verteidigungsrelevanter Fähigkeiten.

Marktdynamik als Treiber des Wandels

Aktuelle Daten unterstreichen die Dynamik: Die Verteidigungsinvestitionen der EU erreichten 2024 mit 106 Milliarden Euro einen Rekordwert und machten 31 Prozent der gesamten Verteidigungsausgaben aus – der höchste jemals von der Europäischen Verteidigungsagentur erfasste Anteil. Parallel dazu hat die Europäische Kommission mit dem ReArm Europe Plan / Readiness 2030 finanzielle Hebel skizziert, die darauf abzielen, mehr als 800 Milliarden Euro an Verteidigungsausgaben und angrenzenden Investitionen zu mobilisieren.

Privates Kapital verstärkt diese Entwicklung. Laut Dealroom und dem NATO Innovation Fund erreichte das Venture-Capital-Volumen europäischer Start-ups in der Defence-, Security- und Resilience-Industrie im Jahr 2025 mit 8,7 Milliarden US-Dollar einen Höchstwert – ein Anstieg um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere das Late-Stage-Funding weitete sich deutlich aus und lag bei rund 4,7 Milliarden US-Dollar.

Über Venture Capital hinaus verbreitert sich die Kapitalbasis insgesamt. Den genannten Quellen zufolge nehmen Fremdkapital und Fördermittel parallel zum VC-Markt zu – ein Indikator für ein reifer werdendes Finanzierungsökosystem. Gleichzeitig erreichte die M&A-Aktivität in der europäischen Verteidigungs- und Dual-Use-Industrie 2025 einen historischen Höchststand und lag viermal so hoch wie vier Jahre zuvor. Treiber sind unter anderem neue Defence-Akteure, die Start-ups übernehmen, um ihr Angebot und ihre geografische Reichweite auszubauen.

Künstliche Intelligenz stand hinter 44 Prozent des Finanzierungsvolumens und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Software, Daten und Autonomie im Sektor. Gleichzeitig weist die Europäische Kommission darauf hin, dass seit Februar 2022 in Europa mehr als 230 Defence-Tech-Start-ups gegründet wurden – viele davon mit Wurzeln im zivilen Deep-Tech-Bereich, deren Fähigkeiten nun für Verteidigungsanwendungen angepasst werden.


Der Wandel zeigt sich nicht nur in der Höhe der Verteidigungsausgaben, sondern ebenso in der Breite der Akteure, die zur Weiterentwicklung neuer Anwendungsgebiete und Fähigkeiten beitragen.


Öffentliche Finanzierung und institutionelle Unterstützung erweitern Europas Defence-Ökosystem

Die öffentliche Politik geht inzwischen über die reine Beschaffung hinaus. Sie zielt zunehmend darauf ab, auch kleineren und nicht-traditionellen Marktteilnehmern den Zugang zum Verteidigungssektor zu erleichtern.

Der Europäische Verteidigungsfonds mit einem Gesamtbudget von 7,953 Milliarden Euro für den Zeitraum 2021 bis 2027 unterstützt die kooperative Verteidigungsforschung und Fähigkeitsentwicklung in den Mitgliedstaaten. Ergänzend dazu wurde das EU Defence Innovation Scheme (EUDIS) gezielt darauf ausgerichtet, Markteintrittsbarrieren für Start-ups, KMU und andere neue Akteure zu senken. Nach Angaben der Europäischen Kommission begleitet EUDIS Innovatoren entlang des gesamten Entwicklungszyklus mit Finanzierungs- und Unterstützungsangeboten, während EUDIS Matchmaking den Austausch zwischen Innovatoren, Investoren, Unternehmen und militärischen Endnutzern fördern soll.

Auch das Finanzierungsumfeld entwickelt sich weiter. Im Mai 2024 verabschiedete die Europäische Investitionsbank (EIB) eine aktualisierte Definition dual-use-fähiger Güter und Infrastrukturen für ihre Finanzierungen und öffnete darüber hinaus gezielte indirekte Finanzierungswege für KMU der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Die von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Investitionsfonds unterstützte Defence Equity Facility verfügt über 175 Millionen Euro und soll rund 500 Millionen Euro mobilisieren, um europäische Unternehmen über Venture- und Private-Equity-Fonds zu unterstützen.

Auf nationaler Ebene treiben das Bundesministerium der Verteidigung sowie nachgeordnete Organisationen und öffentliche Unternehmen diese Entwicklung weiter voran. Ziel ist eine dynamischere, skalierbare und innovationsgetriebene verteidigungsindustrielle Basis – insbesondere mit Blick auf Lieferketten, Finanzierungsbedingungen, Fachkräfte und eine schnelle Kapazitätsausweitung.


Die Politik entwickelt sich von reinen Förderprogrammen hin zur aktiven Ermöglichung eines stärker vernetzten Verteidigungs-Innovationsökosystems.


Drei Pfade treiben den Eintritt nicht-traditioneller Akteure in den Verteidigungssektor

Der Eintritt nicht-traditioneller Akteure erfolgt im Wesentlichen über drei Pfade: Technologiespin-offs, industrielle Konversion und die aktive Beteiligung von Finanzakteuren.

1. Technologie: Dual-Use-Technologien skalieren Innovation im Verteidigungssegment

Kommerzielle Technologien – insbesondere in den Bereichen KI, Datenanalyse, Space, Sensorik und autonome Systeme – werden zunehmend für militärische Anwendungsfälle adaptiert.

Ein prägnantes Beispiel ist ICEYE: Das ursprünglich auf kommerzielle Erdbeobachtung ausgerichtete Unternehmen unterzeichnete 2025 eine Vereinbarung zur Lieferung von SAR-Satelliten an die polnischen Streitkräfte mit einem Volumen von rund 200 Millionen Euro. Weitere Dual-Use-Akteure wie Quantum Systems erweitern parallel Überwachungs- und Aufklärungskapazitäten und gewinnen damit an Bedeutung für Verteidigungsanwendungen.


Dual-Use-Technologien beschleunigen den Transfer von Innovationen aus kommerziellen Märkten in verteidigungsrelevante Anwendungen.


2. Industrie: Industrielle Konversion erweitert Defence-Kapazitäten

Ein zentraler Pfad für den Eintritt nicht-traditioneller Akteure ist die Umwidmung industrieller Assets und Arbeitskräfte für die Verteidigungsproduktion.

In Deutschland haben KNDS und Alstom die Übernahme des Industriestandorts Görlitz vereinbart. Dort will KNDS künftig Baugruppen für die Programme Leopard 2, Puma und Boxer produzieren. Ein weiteres Beispiel ist die Kooperation zwischen Continental und Rheinmetall: Mitarbeitende von Continental, die von der industriellen Transformation betroffen sind, können in Rollen bei Rheinmetall wechseln. Nach Angaben der Unternehmen könnten zunächst bis zu 100 Mitarbeitende vom Continental-Standort Gifhorn Perspektiven am Rheinmetall-Standort Unterlüß finden.

Diese Beispiele zeigen, wie Europa seine bestehende industrielle Basis – insbesondere in der Automobil- und Maschinenbauindustrie – nutzt, um Kapazitäten in der Verteidigungsindustrie auszubauen. In Deutschland deutet diese Entwicklung zunehmend auf eine industrielle Reallokation hin, statt auf eine rein additive Erweiterung des Ökosystems: Bestehende Produktionsstandorte, Zulieferkompetenzen und Teile der Belegschaft werden gezielt in Richtung Verteidigungsproduktion verlagert, während traditionelle Industriesektoren unter strukturellem Druck stehen.

Deutschland entwickelt sich damit zu einem der klarsten europäischen Beispiele für die industrielle Skalierung von Dual-Use. Hier greifen industrielle Neuordnung, politische Unterstützung und Kapitalbereitstellung zunehmend ineinander.

Parallel dazu zeichnet sich auch in vorgelagerten Wertschöpfungsstufen ein Wandel ab. Anbieter von Materialien, Chemikalien und industriellen Komponenten sind zunehmend in der Lage, ihre Rolle in Lieferketten auszubauen und sich stärker an OEMs sowie an wertschöpfungsintensiveren Beiträgen auszurichten. Auch wenn sich diese Entwicklung noch im Aufbau befindet, verdeutlicht sie das Potenzial angrenzender Industrien, ihren Footprint im verteidigungsnahen Ökosystem deutlich zu erweitern.


Die industrielle Beteiligung weitet sich über die klassische Rüstungsfertigung hinaus aus; angrenzende Sektoren tragen sowohl zusätzliche Kapazität als auch neue Fähigkeiten bei.


3. Kapital: Kapital beschleunigt die Beteiligung im verteidigungsnahen Sektor

Ein dritter Pfad ist die wachsende Rolle von Unternehmen und Finanzinvestoren im verteidigungsnahen Ökosystem.

So gab Porsche SE im Jahr 2024 an, einen zweistelligen Millionenbetrag in das deutsche Drohnenunternehmen Quantum Systems investiert zu haben. Im selben Jahr schloss Safran die Übernahme von Preligens mit einem Enterprise Value von 220 Millionen Euro ab und integrierte den KI-Spezialisten in Safran Electronics & Defense.


Dual-Use an sich wird zunehmend als strategisches Investmentthema verstanden und zieht damit ein breiteres Spektrum an Kapitalgebern an.


Veränderte Kriegsführung definiert Fähigkeitsanforderungen neu

Veränderungen in der Kriegsführung treiben den Eintritt nicht-traditioneller Akteure zusätzlich voran. Jüngere Konflikte deuten auf eine Verschiebung weg von plattformzentrierten Großsystemen hin zu stärker verteilten, softwarebasierten und autonomen Fähigkeiten – Ausdruck eines breiteren Übergangs hin zu datengetriebenen und vernetzten Operationsansätzen.

Damit steigt die Nachfrage nach Fähigkeiten, die softwarezentriert, datenintensiv, autonom und skalierbar sind. Die Defence-Roadmap der Europäischen Kommission unterstreicht die wachsende Bedeutung von Technologien wie KI, Cyber, Quantum und weltraumgestützten Systemen. Gleichzeitig verweist sie auf eine neue Generation von Akteuren im verteidigungsnahen Ökosystem, die häufig mit höherer Geschwindigkeit und Agilität agieren als traditionelle Modelle. [Hinweis: „höhere Geschwindigkeit und Agilität“ ist eine vergleichende Bewertung und ggf. belegbedürftig]

Mit den veränderten Fähigkeitsanforderungen entwickeln sich auch Defence-Produkte und -Services weiter. Neue Marktteilnehmer fokussieren sich verstärkt auf modulare und schnell einsetzbare Lösungen. Etablierte Akteure entwickeln bestehende Plattformen zunehmend so weiter, dass Software, Autonomie und datengetriebene Funktionalitäten integriert werden.

In der Folge verschiebt sich der Fokus schrittweise von isolierten Systemen hin zu integrierten, softwaregestützten und anpassungsfähigen Fähigkeitsarchitekturen. Dies erhöht den Druck auf traditionelle wie nicht-traditionelle Akteure, Produktentwicklungszyklen zu verkürzen und Betriebsmodelle schneller weiterzuentwickeln.


Die Veränderung operativer Anforderungen erhöht die Nachfrage nach agileren Fähigkeiten und zwingt alle Akteure im Ökosystem dazu, Produkte und Services kontinuierlich an neue Verteidigungsbedürfnisse anzupassen.


Die Skalierung der Chancen im Verteidigungsökosystem erfordert den Umgang mit strukturellen Realitäten

Mit wachsender Beteiligung verschiebt sich der Fokus vom Markteintritt hin zur Skalierung. Dieser Übergang wird maßgeblich durch strukturelle Eigenschaften der Verteidigungsmärkte geprägt.

Die Beschaffung bleibt dabei eine zentrale Restriktion. Die Europäische Kommission weist darauf hin, dass Innovationszyklen im Verteidigungssektor weiterhin langsam und fragmentiert sind und komplexe Beschaffungsprozesse die schnelle Einführung neuer Technologien erschweren.

Auch regulatorische Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle. Die Märkte unterliegen strengen Anforderungen in Bezug auf Zertifizierung, Sicherheit, Exportkontrolle und Qualitätssicherung. Diese Vorgaben sind essenziell für operative Integrität und Souveränität, erfordern jedoch von neuen Marktteilnehmern den Aufbau zusätzlicher Compliance-Fähigkeiten.

Ebenso kritisch ist die industrielle Skalierung. Der Ausbau von Produktionskapazitäten erfordert erhebliche Kapitalinvestitionen, qualifizierte Fachkräfte und Zugang zu spezialisierten Materialien. Nach Einschätzung der Europäischen Kommission können Fertigungsengpässe und fragmentierte Zertifizierungsregime die Einführung neuer Lösungen und den Kapazitätsaufbau erheblich verzögern.

Gerade hier können angrenzende Industriesektoren relevante Kompetenzen einbringen. Hochvolumige Fertigungsindustrien wie die mobilbranche arbeiten mit standardisierten Prozessen, stabiler Lieferantensteuerung, digitaler Produktionstransparenz und gezielten, engpassorientierten Investitionen. Diskutierte Initiativen in den USA zur Stärkung verteidigungsindustrieller Kapazitäten sowie die U.S. National Defense Industrial Strategy betonen ebenfalls die Bedeutung resilienter Lieferketten, verfügbarer Fachkräfte, flexibler Beschaffung und industrieller Skalierung in Tempo und Umfang.

Kapital ist zwar zunehmend verfügbar, doch seine Ausrichtung bleibt entscheidend. Verteidigungsprogramme weisen häufig längere Entwicklungszyklen auf als kommerzielle Märkte und erfordern entsprechend angepasste Finanzierungsmodelle.


Die Herausforderung verschiebt sich von der Ermöglichung des Markteintritts hin zur Skalierung der Beteiligung innerhalb der strukturellen Realitäten von diesen verteidigungs(nahen) Märkten.


Aufbau eines stärker integrierten und skalierbaren Ökosystems

Der europäische Verteidigungssektor tritt in eine neue Phase ein – geprägt von einer breiteren und diversifizierteren industriellen Basis. Für Sie ergeben sich daraus neue Ansätze zur Skalierung entlang von Produktion, Innovation und Lieferketten.

  • Stärkung der Produktionskapazitäten: Nutzung bestehender industrieller Assets zur Erweiterung von Kapazitäten sowie zur Plattformexpansion. Unternehmen weiten ihre Fähigkeiten zunehmend auf angrenzende Domänen und neue Systeme aus.
  • Beschleunigung von Innovationszyklen: Verkürzung der Zeit von Entwicklung über Implementierung bis zur Anwendung durch eine bessere Abstimmung von Politik, Beschaffung und Finanzierungsmechanismen. Gleichzeitig bleibt die Navigation regulatorischer Hürden zentral, insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen und industrieller Konsolidierung.
  • Integration und Ausbau von Lieferketten: Stärkere Einbindung von KMU und Dual-Use-Akteuren sowie gleichzeitige Konsolidierung über fragmentierte Zulieferebenen hinweg, um Effizienz und Resilienz zu erhöhen.

Gleichzeitig prägen zunehmende grenzüberschreitende Aktivitäten und Konsolidierungsbestrebungen die Wettbewerbslandschaft. Regulatorische Rahmenbedingungen und nationale Interessen beeinflussen jedoch weiterhin Geschwindigkeit und Struktur entsprechender Transaktionen.


Die nächste Phase der europäischen Entwicklung in verschiedenen Bereichen der Verteidigung wird nicht nur durch den Zugang zu Innovation bestimmt, sondern vor allem durch die Kompetenz, Fähigkeiten in einem zunehmend konsolidierenden und wettbewerbsintensiven Ökosystem zu skalieren, zu integrieren und strategisch zu positionieren.


Dual-Use als Erweiterung des europäischen Defence-Ökosystems
 

Der wachsende Beitrag von Dual-Use-Akteuren markiert eine wesentliche Weiterentwicklung des europäischen Defence-Ökosystems. Die Dynamik ist hoch und wird durch Politik, Kapital und technologischen Wandel gestützt. Entscheidend ist jedoch, inwieweit es gelingt, dieses erweiterte Ökosystem in skalierbare und einsatzfähige Fähigkeiten zu überführen.
 

Mit dem Wandel der Anforderungen moderner Kriegsführung steigt der Anpassungsdruck entlang des gesamten Ökosystems. Organisationen müssen ihre Produkte, Services und Betriebsmodelle weiterentwickeln, um softwarebasierte, modulare und schnell verlegbare Defence-Fähigkeiten zu unterstützen.
 

Gleichzeitig verändern industrielle Expansion, Plattformentwicklung und zunehmende Konsolidierung die Wettbewerbsdynamik im europäischen Verteidigungsmarkt grundlegend.
 

Die erfolgreiche Navigation in diesem Umfeld erfordert die Balance zwischen Innovation und industrieller Skalierung sowie den professionellen Umgang mit regulatorischen Rahmenbedingungen und nationalen Prioritäten, die die Marktstruktur weiterhin prägen. Organisationen, denen es gelingt, Innovation, Produktion und strategische Positionierung zusammenzuführen, werden am besten in der Lage sein, entstehende Chancen zu nutzen und zu einer resilienteren und stärker integrierten europäischen Defence-Fähigkeit beizutragen.
 

Übergeordnet betrachtet spiegelt die aktuelle Entwicklung zunehmend den Übergang von einer jahrzehntelangen „peace dividend“ hin zu einer strukturelleren „security dividend“ wider, in der Defence immer enger mit industrieller Resilienz, technologischer Souveränität und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit in Europa verknüpft wird.


Fazit

Dual-Use entwickelt sich zu einem zentralen Element der europäischen Defence-Transformation. Die Verbindung aus Technologie, industrieller Kapazität und Kapital erweitert das Ökosystem deutlich.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Breite der Beteiligung, sondern die Fähigkeit, Innovationen zuverlässig zu skalieren, regulatorisch abzusichern und in einsatzfähige Fähigkeiten zu überführen.

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