- Umsatzsteigerung um 2,3 Prozent
- Strategie- und Transaktionsberatung unter der Marke EY-Parthenon erfolgreich zusammengeführt
- Wachstumsfelder: Beratung, Defense, KI und Managed Services
- Starkes Signal: Allianz will EY zum Abschlussprüfer bestellen
Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hat im Geschäftsjahr 2024/2025, das am 30. Juni 2025 endete, in Deutschland einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Damit ist die EY-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gewachsen. Die Steuerberatung bleibt mit einem Umsatzerlös von 836 Millionen Euro mit deutlichem Abstand Marktführer in Deutschland. Der Bereich Consulting erzielte einen Umsatz von 655 Millionen Euro, während der Geschäftsbereich Wirtschaftsprüfung einen Umsatz von 647 Millionen Euro erwirtschaftete. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr unter dem Markennamen EY-Parthenon zusammengefasste Strategie- und Transaktionsberatung setzte 515 Millionen Euro um. Die deutsche EY-Gruppe wurde zum 1. Februar 2024 gesellschaftsrechtlich umstrukturiert. Aufgrund der damit verbundenen Übertragung der Service Lines Tax, Consulting und Strategy and Transactions in eigenständige Gesellschaften und der entsprechenden Neuzuordnung von Umsätzen und Teams sind die Umsatzzahlen der einzelnen Dienstleistungsbereiche nicht mit dem Geschäftsjahr 2023/2024 vergleichbar.
Die globale EY-Organisation hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/2025 einen weltweiten Gesamtumsatz von 53,2 Mrd. US-Dollar erzielt, was einem Anstieg von 4 Prozent in lokalen Währungen entspricht.
Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY in Deutschland: „In einem Jahr, das erneut von geopolitischen Verwerfungen, einer schwachen wirtschaftlichen Gesamtentwicklung in Deutschland und der sich beschleunigenden technologischen Transformation geprägt war, haben wir die Umstrukturierung unseres Geschäfts konsequent fortgesetzt und gezielt in neue Mitarbeitende und in modernste Technologien investiert. Das hat bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr zu leichten Wachstumsimpulsen geführt.“ Dämpfend auf die Wachstumsentwicklung habe sich hingegen die weitere Trennung von unprofitablem Geschäft im Zuge der Umstrukturierung ausgewirkt. Zudem darf der Bereich Assurance erst ab März 2026 wieder neue Prüfungsmandate bei Unternehmen von öffentlichem Interesse mit Sitz in Deutschland, so genannte PIEs (Public Interest Companies), annehmen, was die Umsatzentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr gebremst habe.
„Trotz des herausfordernden Marktumfeldes und der allgemeinen Investitionszurückhaltung werden vor allem Beratungsleistungen rund um Unternehmenstransformation und Technologie nachgefragt. Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Wachstum im laufenden Geschäftsjahr steigern können. Und besonders erfreulich ist, dass der Allianz Konzern beschlossen hat, EY auf der kommenden Hauptversammlung als neuen Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2027 vorzuschlagen.“
Wachstumsfelder Beratung, Defense, KI und Managed Services
EY hat im vergangenen Geschäftsjahr seine Dienstleistungen in den Bereichen Strategie-, Transformations- und Transaktionsberatung unter der Marke EY-Parthenon zusammengeführt. „Mit diesem Schritt haben wir die Transformation unserer Strategie- Transaktionsberatung zu einem ganzheitlichen Beratungshaus vollzogen, das seine Kunden von der strategischen Neuausrichtung bis zur vollständigen Umsetzung in allen Beratungsdisziplinen begleitet“, stellt Ahlers fest. EY-Parthenon hat mit der engen Verzahnung von Strategie-, Transformations- und Transaktionsberatung ein klares Alleinstellungsmerkmal im Beratungsmarkt geschaffen und strebt in den kommenden Jahren jeweils zweistellige Umsatzzuwächse an – sowohl in Deutschland als auch weltweit.
Die Wachstumsziele gehen mit einer signifikanten Aufstockung des Personals einher. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2024/2025 sind 28 Partnerinnen und Partner und 245 erfahrene Beraterinnen und Berater zu EY-Parthenon gestoßen, schwerpunktmäßig in den Bereichen Automotive, Mobility und Defense, Life Sciences, Energy, Konsumgüterindustrie und Handel. Und der Wachstumskurs soll fortgesetzt werden: „Bezüglich weiterer Zugewinne ganzer Beraterteams ist EY-Parthenon in fortgeschrittenen Gesprächen“, so Ahlers.
Auch der Bereich Consulting, der ein breites Beratungsportfolio im Bereich Technology-Consulting abdeckt, plant im laufenden Geschäftsjahr ein zweistelliges Wachstum. Treiber sind Themen wie SAP-Beratung, KI-Beratung, IT-Transformation und Cyber Security. Als Managed Services Anbieter übernimmt EY für seine Kunden Aufgaben im Bereich Cyber Security und dem operativen Betrieb der Unternehmens-IT – ein klares Wachstumsfeld, wofür EY Consulting ein eigenes Security Operations Center eingerichtet hat.
Wie in allen Dienstleistungsbereichen spielen auch bei EY-Parthenon und im Consulting der Einsatz von KI-Anwendungen und die KI-Beratung eine immer bedeutendere Rolle. Dass EY hier exzellent aufgestellt ist, zeige unter anderem das ungewöhnlich starke Interesse ambitionierter Beraterinnen und Berater, die zu EY stoßen wollen, sagt Ahlers: „Wir haben momentan sowohl bei EY-Parthenon als auch in der Consulting einen starken Zulauf von erfahrenen Beraterinnen und Beratern, die uns als Transformationsberater wahrnehmen, der über die modernsten Technologien und KI-Lösungen am Markt verfügt.“
Steigende Nachfrage im Bereich Verteidigung und Infrastruktur
Eine aktuelle Studie von EY und der DekaBank kommt zu dem Ergebnis, dass die europäische Verteidigungsindustrie vor einem Wachstumsschub von bis zu 50 Prozent in den kommenden Jahren steht. Hintergrund ist der Beschluss der NATO-Länder, ihre jährlichen Ausgaben für Verteidigung und sicherheitsrelevante Infrastruktur auf 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Der damit angestrebte Ausbau und die Modernisierung von Rüstungsgütern und Infrastruktur erfordern enorme Anstrengungen von Unternehmen einerseits und staatlichen Stellen andererseits. Entsprechend steigt der Bedarf an Beratung – in allen Fragen des Projektmanagements, der Beschaffung, aber auch im M&A-Bereich.
„Wir richten Teile unserer Beratungskapazitäten sehr gezielt auf die stark steigende Nachfrage in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur aus, um unseren Teil zur Bewältigung der großen Aufgaben im Bereich Sicherheit und Verteidigung beizutragen“, erläutert Ahlers.
Managed Services: Outsourcing anspruchsvoller Zentralfunktionen
Unternehmen gehen zunehmend dazu über, auch anspruchsvolle Zentralfunktionen outzusourcen – etwa die Buchhaltung, die Steuerfunktion oder auch das Management der steigenden Regulierung. Die Nachfrage in diesem Bereich steigt signifikant.
„Mit unserem umfassenden Managed Services-Portfolio und mit Hilfe modernster Technologien – einschließlich KI – übernehmen wir diese Funktionen professionell und effizient für unsere Kunden“, so Ahlers.
EY-Steuerberatung behauptet Marktführerschaft in Deutschland
Der größte Geschäftsbereich von EY, die Steuerberatung, bleibt mit einem Umsatz von 836 Millionen Euro unangefochtener Marktführer im deutschen Steuerberatungsmarkt. Die wirtschaftliche Gesamtlage im vergangenen Geschäftsjahr war durch ein herausforderndes globales Umfeld geprägt: Geopolitische Spannungen, zunehmende regulatorische Anforderungen und die weiter steigende Digitalisierung in der Steuerwelt haben Unternehmen vor strategische und operative Herausforderungen gestellt. Entsprechend groß ist der Bedarf an steuerlicher Beratung zu Themen wie Verrechnungspreisen und Zöllen, aber auch bei der Verankerung KI-gestützter technologischer Lösungen in der strategischen Beratung einerseits und der Steuerfunktion von Unternehmen andererseits. Insgesamt unterstützt die EY-Steuerberatung Unternehmen dabei, ihren steuerlichen Erklärungspflichten auf nationaler und globaler Ebene den gesetzlichen Vorgaben entsprechend nachzukommen.
EY-Wirtschaftsprüfung greift wieder in den Wettbewerb um große Abschlussprüfungsmandate ein
Im Frühjahr 2026 endet das Wettbewerbsverbot, mit dem EY bei Unternehmen von öffentlichem Interesse mit Sitz in Deutschland belegt ist. Ein starkes Signal hat bereits der Allianz Konzern gesetzt: Der Prüfungsausschuss der Allianz wird EY auf der kommenden Hauptversammlung als neuen Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2027 vorschlagen. Zudem hat EY bereits im vergangenen Geschäftsjahr mit Qiagen ein neues Abschlussprüfungsmandat im DAX gewonnen. Und für das Geschäftsjahr 2026 wurde EY zum Abschlussprüfer der DWS Group bestellt.
Im vergangenen Geschäftsjahr war im Bereich der klassischen Abschlussprüfung infolge der turnusmäßigen Rotation und des Wettbewerbsverbots im Bereich der PIEs kein Wachstum möglich. Wachstumstreiber war hingegen der Bereich Financial Accounting Advisory Services angesichts einer großen Nachfrage nach Beratung bei der immer komplexer werdenden Finanzberichterstattung und im Zusammenhang mit Kapitalmarkttransaktionen.
KI-Anwendungen und -beratung: weltweit 1 Milliarde Dollar an Investitionen jährlich
Ein wichtiger Schwerpunkt war auch in diesem Jahr der Ausbau und die Verankerung von KI-Anwendungen in allen Services von EY – sowohl in der Prüfung als auch in der Beratung. Weltweit investiert EY jährlich 1 Milliarde US-Dollar in Künstliche Intelligenz. Dabei entwickelt EY mit führenden Tech-Konzernen KI-gestützte Lösungen, die sehr konkrete Anwendungsmöglichkeiten schaffen. So startete EY in Zusammenarbeit mit NVIDIA im März 2025 die EY.ai Agentic Platform, die die Gestaltung und Bereitstellung agentischer KI-Lösungen für EY-Teams und für Kunden ermöglicht. In der ersten Welle der Bereitstellung werden KI-Agenten in die Steuerberatung integriert. Sie werden im kommenden Jahr – auch im Rahmen der Managed Services – mehr als 3 Millionen Steuererklärungen weltweit unterstützen und über 30 Millionen Steuerprozesse neu gestalten.
EY und IBM entwickeln gemeinsam einen generativen KI-Agenten, der Unternehmen bei der Steuer-Compliance und -berichterstattung unterstützt. Diese Zusammenarbeit führte etwa zur Entwicklung von EY.ai für Steuern, das mit IBM watsonx entwickelt wurde. Die Technologie hilft dabei, Daten bereitzustellen und zu analysieren und ermöglicht eine weitgehende Automatisierung von Arbeitsabläufen.
„European Industrials AI Innovation Hub“ in Stuttgart eröffnet
In Deutschland hat EY im September an seinem Stuttgarter Standort den „European Industrials AI Innovation Hub“ eröffnet. Dort bietet EY Industrieunternehmen einen Ort, an dem sie die neuesten Entwicklungen rund um Industrial Metaverse, Physical AI und Advanced Engineering erkunden, testen und gemeinsam mit EY-Teams co-kreieren können.
„Das Interesse an KI-Lösungen ist in der Industrie gigantisch – fast ebenso groß ist aber auch die Unsicherheit, wenn es um konkrete Anwendungsfälle und den Implementierungsaufwand geht. Genau hier setzen wir an und zeigen, dass die Hürden gar nicht so groß sind, während die Anwendungsmöglichkeiten noch viel breiter sind als viele denken“, so Ahlers.