Pressemitteilung
01 Jan. 2026 

Zufriedenheit der Bundesbürger mit eigener Finanzlage steigt leicht – aber Arbeitsplatzsorgen nehmen zu

  • 33 Prozent der Befragten der aktuellen EY-Verbraucherstudie beurteilen ihre Finanzen positiv – plus 7 Prozentpunkte
  • Negativ-Einschätzungen sinken leicht von 23 auf 21 Prozent
  • Fast jeder Zweite rechnet mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland – zehn Prozentpunkte weniger als im Vorjahr
  • 16 Prozent mit Arbeitsplatzsorgen, Wert so hoch wie seit 2019 nicht

Verbraucherinnen und Verbraucher zwischen vorsichtiger Zuversicht und anhaltender Sorge: Aktuell bewertet ein Drittel der Befragten (33 Prozent) die eigene Finanzsituation positiv – ein Plus von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Negativ schätzen die eigene Finanzsituation aktuell nur 21 Prozent ein. Auffällig: Bei den Männern (37 Prozent) ist der Anteil der positiv gestimmten Befragten deutlich höher als bei den Frauen (30 Prozent). Allerdings bleibt die Zufriedenheit mit den eigenen Finanzen damit deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie: 2019 waren noch 41 Prozent der Befragten mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden, 2015 lag der Wert sogar bei 51 Prozent.

Beim Blick in die eigene finanzielle Zukunft wird den Befragten eher bange: Nur 17 Prozent gehen davon aus, dass sich die eigene Finanzsituation im kommenden Jahr verbessern wird. Der Anteil derer, die mit einer Verschlechterung rechnen, liegt mit 26 Prozent deutlich höher. Zudem markiert 2025 das vierte Jahr in Folge, in dem die Zahl der Pessimisten in diesem Punkt größer ist als die der optimistisch gestimmten Bundesbürgerinnen und -bürger. Auch die Konjunkturaussichten insgesamt bleiben aus Sicht der Befragten trüb: Fast jede und jeder Zweite (49 Prozent) rechnet mit einer Verschlechterung der Lage – nur 16 Prozent mit einer Verbesserung. Immerhin: Der Anteil der Pessimisten sank im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozentpunkte, der Anteil der Optimisten stieg dagegen um sechs Prozentpunkte. Allgemein geben 51 Prozent der Menschen hierzulande an, positiv in die Zukunft zu schauen. Die Zuversicht unter den Verbraucherinnen und Verbrauchern ist damit – wenn auch nur leicht – im dritten Jahr in Folge gestiegen. Zum Vergleich: 2022 hatte der Anteil der Pessimisten noch bei 56 Prozent gelegen.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter mehr als 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland.

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY: „Die leichte Verbesserung der finanziellen Zuversicht ist ein wichtiges Signal – aber nach wie vor sehen wir in der Bevölkerung eine große Skepsis, sowohl in Bezug auf die eigene Finanzlage als auch hinsichtlich der Konjunktur und der generellen Entwicklung des Standorts Deutschland. Viele Menschen bleiben angesichts geopolitischer Verwerfungen, einer schwachen Konjunktur und schlechter Nachrichten aus wichtigen Wirtschaftszweigen sehr vorsichtig und halten sich mit größeren Anschaffungen zurück. Entscheidend wird sein, dass die Menschen wieder Zuversicht sowohl in ihre eigene finanzielle Situation als auch in die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gewinnen. Hier ist auch die Politik gefragt, die angekündigten Reformen zügig umzusetzen und Hürden für Unternehmen abzubauen.“

Dass es Nachholbedarf in puncto Zuversicht gibt, zeigen die Zahlen: Zwar sagen 33 Prozent der Befragten, dass sich ihr Lebensstandard in den vergangenen zehn Jahren verbessert habe. Allerdings sehen 36 Prozent eine Verschlechterung. Vor allem bei den älteren Befragten überwiegen negative Einschätzungen. So sagen 40 Prozent der über 65-Jährigen, dass sich ihr Lebensstandard verschlechtert habe – von einer Verbesserung berichten nur 14 Prozent.  Bei den so genannten „Babyboomern“ zwischen 56 und 64 Jahren ist der Anteil der Pessimisten mit 42 Prozent sogar noch leicht höher, der Anteil der Optimisten (27 Prozent) allerdings ebenso. In den jüngeren Altersgruppen überwiegen dagegen grundsätzlich diejenigen, die sagen, dass sich ihr Lebensstandard im Vergleich zum Jahr 2015 verbessert habe.

Arbeitsplatzsorgen nehmen leicht zu

Allen finanziellen Unsicherheiten und wirtschaftlichen Unabwägbarkeiten zum Trotz: 84 Prozent der Befragten schätzen den eigenen Arbeitsplatz aktuell als sicher ein, 45 Prozent sogar als sehr sicher. Hohe Werte, die im Umkehrschluss aber auch bedeuten: 16 Prozent tun dies nicht, bezeichnen ihre Situation als unsicher – so hoch war dieser Wert seit 2009 nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil derer, die sich Sorgen machen, um drei Prozentpunkte. Ahlers: „Obwohl die Menschen in Deutschland sehen, dass viele Unternehmen mit konjunkturellem Gegenwind und wachsender internationaler Konkurrenz kämpfen, lassen sie sich in der Mehrheit nicht verrückt machen. Das ist eine gute Nachricht in schwierigen Zeiten: Die Menschen glauben immer noch an sich selbst und auch an die Unternehmen. Wir sehen zwar einen schleichenden Rückgang der Arbeitsplatzsicherheit, aber wir sind weit von einer allgemeinen Untergangsstimmung entfernt. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass die Zuversicht zurückkommt, sobald die Konjunktur wieder anspringt.“

Notwendige strukturelle Reformen in Deutschland seien dabei wichtig, um die wirtschaftlichen Perspektiven zu verbessern, betont Ahlers. „Reformen tun allerdings häufig weh und bringen Einschnitte für die Bevölkerung mit sich. Um den Standort Deutschland zukunftssicher aufzustellen, müssen wir aber an vielen Stellen lang aufgeschobene Reformen umsetzen, etwa bei den sozialen Sicherungssystemen, der Bildung, der Bürokratie aber auch im Steuersystem. Wichtig ist: Wir sollten nicht vergangenen Zeiten hinterhertrauern, sondern uns auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereiten. Wir haben in Deutschland alle Chancen, auch weiterhin wirtschaftlich weltweit ganz vorn dabei zu sein. Allerdings drängt die Zeit, dass wir uns auch dementsprechend aufstellen.“

Bürger setzen auf Sparen

Die Bundesbürger reagieren auf die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten, indem sie an vielen Stellen den Rotstift ansetzen, und zwar vor allem bei größeren Einzelanschaffungen wie einem neuen Auto oder Möbeln: 45 Prozent der Befragten sagen dies. Auch für Unterhaltungselektronik (38 Prozent), Renovierungen in den eigenen vier Wänden (35 Prozent) und Restaurantbesuche (34 Prozent) planen die Menschen hierzulande weniger auszugeben. Nur bei Lebensmitteln überwiegt der Anteil derer, die sagen, dass ihre Ausgaben steigen (23 Prozent) werden, gegenüber denjenigen, die sparen wollen (9 Prozent). Immerhin: Die Sorgen wegen steigender Lebenshaltungskosten (82 Prozent, minus vier Prozentpunkte) und hoher Energiepreise (81 Prozent, minus drei Prozentpunkte) gehen leicht zurück. Die Angst vor internationalen Konflikten und Kriegen hat dagegen zugenommen (88 Prozent, plus zwei Prozentpunkte).

Hier können Sie die Studie kostenlos bestellen.

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EY im Überblick

EY* ist eine der großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist EY deutscher Marktführer. EY beschäftigt mehr als 11.100 Mitarbeitende an 18 Standorten. Gemeinsam mit den rund 395.000 Mitarbeitenden der internationalen EY-Organisation betreut EY Mandanten überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Strategy and Transactions, Consulting und Immobilienberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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