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Mobility-Abteilungen im Wandel

Mit fünf Schlüsselfaktoren fit für die Zukunft

Die Personalabteilungen leisten einen immer bedeutenderen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen. Doch wie gut gelingt es den Mobility-Abteilungen, sich diesen Herausforderungen zu stellen? Welche Vorteile können Unternehmen erwarten, wenn sie eine hoch entwickelte Mobility-Abteilung haben? Und welche Faktoren tragen entscheidend zu deren Erfolg bei? Diese Fragen (und andere) beantwortet die EY-Studie „Mobility Reimagined 2024“. An dieser branchenübergreifenden Studie haben mehr als 500 Beschäftigte aus den Bereichen HR bzw. Global Mobility und weitere mehr als 500 Beschäftigte mit Auslandserfahrung teilgenommen. Sie wurde in 21 Ländern durchgeführt, darunter in den USA, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Kanada und China.

Drei Entwicklungsstufen

Die Rahmenbedingungen ändern sich auch für die Personalabteilungen laufend:

  • Die Häufigkeit von Dienstreisen wird voraussichtlich schon in diesem Jahr wieder das Niveau der Zeit vor der Pandemie erreichen.
  • 75 Prozent der Unternehmen haben Schwierigkeiten, die benötigten Fachkräfte zu rekrutieren.
  • Die Beschäftigten wünschen sich mehr Flexibilität in ihrer Karriereentwicklung. Dadurch werden die im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Tätigkeiten zu klärenden Fragen immer komplexer.
  • Auch die Compliance-Risiken im Zusammenhang mit Global Mobility sind in den letzten beiden Jahren gestiegen (so 71 Prozent der Befragten).

Doch wie erfolgreich haben sich die Mobility-Abteilungen an die neuen Verhältnisse angepasst? Im Rahmen der EY-Studie haben sich drei Entwicklungsstufen herauskristallisiert: Etwa 25 Prozent der Mobility-Abteilungen erfüllen ihren unmittelbaren Zweck, aber nicht mehr, ungefähr 50 Prozent haben bereits begonnen, sich an die geänderten Verhältnisse anzupassen, und 25 Prozent haben diesen Anpassungsprozess bereits nahezu vollständig vollzogen.

Pluspunkte einer hoch entwickelten Mobility-Abteilung

Unternehmen, deren Mobility-Abteilungen hoch entwickelt sind, stimmen folgenden Aussagen jeweils um die genannten Faktoren häufiger zu als die anderen Unternehmen:

Pluspunkt

Faktor

Die Mobility-Abteilung hilft, die Resilienz des Unternehmens sicherzustellen.

2,3

Die Mobility-Abteilung fördert die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.

2,2

Die Mobility-Abteilung unterstützt das Unternehmen dabei, dem Fachkräftemangel zu begegnen.

1,5

Die Mobility-Abteilung trägt zu einem positiven ROI bei.

1,3

Die Mobility-Abteilung wirkt bei Turbulenzen in der Wirtschaft stabilisierend.

1,3


Unternehmen, die ihre Mobility-Abteilungen nicht weiterentwickeln, verzichten möglicherweise auf diese Vorteile. Sie müssen daher vermehrt mit Engpässen bei ihren Fachkräften, wachsenden Risiken und höheren Kosten rechnen.

Schlüsselfaktoren

Hoch entwickelte Mobility-Abteilungen zeichnen sich durch die folgenden Schlüsselfaktoren aus:

  • Strategische Ausrichtung: Die Mobility-Strategie orientiert sich möglichst eng an der übergreifenden Unternehmensstrategie. Die Mobility-Abteilung ist nicht isoliert vom Rest des Unternehmens, sondern arbeitet eng mit anderen Unternehmensbereichen zusammen.
  • Verbindung zum Talentmanagement: Auslandseinsätze werden genutzt, um Talente zu rekrutieren, zu halten und zu entwickeln. Dabei kann eine ganze Palette von Programmen mit unterschiedlichen Zielsetzungen ins Spiel kommen, doch bei fast allen der hoch entwickelten Mobility-Abteilungen sind es mindestens zwei.
  • Digitalisierung: Hoch entwickelte Mobility-Abteilungen setzen verstärkt auf digitalisierte und automatisierte Prozesse sowie auf generative KI, um Prozesse zu vereinfachen und zu standardisieren und die Compliance (etwa mit steuerlichen und einwanderungsrechtlichen Regelungen) sicherzustellen.
  • Flexibilität: Die Beschäftigten können flexibel zwischen verschiedenen Policies bzw. Programmen und Vergünstigungen wählen.
  • Externe Expertise: Ausgewählte Prozesse werden an externe Fachleute ausgelagert bzw. durch diese unterstützt. 97 Prozent der befragten Unternehmen möchten ihre Kosten effizienter steuern und 83 Prozent sind der Meinung, dass die Auslagerung von Aufgaben sowohl dazu beiträgt, die Effizienz zu steigern, als auch dazu, die Kosten von globalen Mitarbeitereinsätzen zu senken.

Was machen Unternehmen mit einem hoch entwickelten Mobility-Programm anders?

Sie nutzen ein hybrides Operating Model. Das heißt, Prozesse werden ganz oder teilweise

  • an Shared Service Centers oder externe Dienstleister ausgelagert und/oder
  • in einem Center of Excellence oder am Hauptsitz zentralisiert.

Außerdem messen sie den Return on Investment des Auslandseinsatzes, indem sie Kosten und Nutzen (wie Beförderungen nach dem Einsatz, Performance Ratings, wirtschaftlicher Erfolg des Unternehmens) einander gegenüberstellen. Wesentliches Element ist hier die Auswahl geeigneter Indikatoren, um bestimmen zu können, wie erfolgreich die Mobility-Programme die ausgewählten Zielsetzungen unterstützen.

Wo steht Ihr Unternehmen? Finden Sie es hier heraus: EY 2024 Mobility Reimagined Survey | Flourish

Weitere Details zu der Studie und ihren Implikationen können Sie dem Artikel „How Mobility functions can evolve and thrive with a workforce in flux“ entnehmen

Ausblick und Handlungsempfehlung

„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“

Heraklit von Ephesus (535-475 v. Chr.)

Dieses Zitat ist trotz seines Alters aktueller denn je. Unternehmen, die diesen ständigen Wandel gut bewältigen möchten, müssen sich an die geänderten Verhältnisse (War for Talents, neue Technologien wie KI etc.) anpassen. Sie sollten fortlaufend die Risiken und Chancen, die sich aus den geänderten Rahmenbedingungen ergeben, identifizieren, analysieren und Handlungsoptionen prüfen. Mit Blick auf die Mobility-Abteilung empfiehlt es sich zu klären, wie entwickelt sie bereits ist und welche weiteren Schritte notwendig sind, damit sie den Unternehmenserfolg weiterhin wirkungsvoll oder sogar noch besser als bisher fördern kann.

Autoren: Ursula Beste, Jens Goldstein, Melanie Mayer