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Instant Payments: Was Banken für künftige Regulierungen lernen können

Die Instant-Payments-Regulierung der EU ist eine zentrale Blaupause für neue regulatorische Anforderungen im Zahlungsverkehr


Überblick:

  • Instant Payments sind durch die neue Regulierung in Europa nicht länger optional, sondern werden zum regulatorischen Standard.
  • Damit treffen klassische Batch-Architekturen in Banken auf die Anforderungen von 24/7-Betrieb und durchgängiger Echtzeitverarbeitung.
  • Bestehende Architekturen und Betriebsmodelle sind häufig noch nicht auf durchgängige Echtzeitverarbeitung und zukünftige Anforderungen ausgerichtet.

Die Umsetzung der Instant-Payments-Verordnung hat gezeigt, dass regulatorisch getriebene Initiativen im Zahlungsverkehr erheblichen Transformationsdruck für Banken bedeuten können und tief in die bestehende IT-Landschaft, Prozesse, Operations und Dienstleisterbeziehungen wirken.

Die Umsetzung der Instant-Payments-Verordnung der Europäischen Union hat gezeigt, dass neue regulatorische Anforderungen im Zahlungsverkehr erheblichen Transformationsdruck für Banken auslösen können und tief in die bestehende IT-Landschaft, Prozesse, Operations und Dienstleisterbeziehungen wirken.

Auf regulatorischer Ebene treffen enge Umsetzungsfristen, hohe Compliance-Anforderungen und fortlaufende Konkretisierungen der Vorgaben auf laufende Projekt- und Governance-Strukturen. Auf technischer Ebene erfordern Echtzeitverarbeitung, 24/7-Verfügbarkeit, steigende Transaktionsvolumina und neue Services wie die Empfängerüberprüfung (Verification of Payee) eine Zahlungsverkehrsinfrastruktur, die dauerhaft verfügbar, skalierbar, resilient und kontinuierlich steuerbar ist.

Warum Instant Payments weit über das Thema Zahlungsverkehr hinausgehen

Aber: Technische Schwachstellen können in einer solchen Echtzeitumgebung nicht lange kaschiert werden. Probleme werden unmittelbar sichtbar. Was in einer Batch-orientierten Verarbeitung teilweise noch über manuelle Eingriffe, Wartungsfenster oder nachgelagerte Korrekturen abgefedert werden kann, wirkt sich beispielsweise bei Instant Payments fast sofort auf das Kundenerlebnis und den Settlement-Prozess aus.

Regulatorische Neuerungen im Zahlungsverkehr sollten deshalb nicht ausschließlich aus einer Compliance-Perspektive gesteuert werden. Die erfolgreiche Umsetzung setzt ein gemeinsames Transformationszielbild voraus, das regulatorische Anforderungen, Business, IT, Providermanagement und Operations frühzeitig zusammenführt. Für zukünftige Initiativen haben wir fünf zentrale Lessons Learned aus den Erfahrungen der Instant-Payments-Einführung zusammengestellt:

  • Regulatorische Vorgaben als Auslöser für Zahlungsverkehrstransformation verstehen
  • Den Business Case und Änderungsbedarfe im Betrieb identifizieren
  • Technologische Skalierbarkeit als Voraussetzung künftiger Anforderungen sichern
  • Dienstleistersteuerung als integralen Bestandteil der regulatorischen Umsetzungsinitiative etablieren
  • Stakeholder Management und Programm-Governance als Blaupause für künftige Umsetzungsinitiativen etablieren

Regulatorische Vorgaben als Auslöser für eine grundlegende Transformation des Zahlungsverkehrs

Die Umsetzung der Instant-Payments-Verordnung ging weit über die Einführung einzelner Echtzeitzahlungsfunktionen hinaus. Sie griff tief in bestehende Zahlungsverkehrsarchitekturen und Steuerungsprozesse ein und machte an vielen Stellen Modernisierungsbedarfe sichtbar.

Neben der Zahlungsabwicklung waren auch angrenzende Funktionen wie beispielsweise Liquiditätssteuerung, Limit Management, Betrugsprävention, Kundenservice, Reporting sowie weitere Steuerungsprozesse betroffen. Außerdem erfordert ein 24/7-Betrieb angepasste Betriebsmodelle mit durchgängigem Monitoring, klaren Bereitschafts- und Eskalationswegen sowie belastbaren Notfallprozessen.

Während der Umsetzungsphase wurde erkennbar, dass der parallele Betrieb von Instant Payments und klassischen SEPA-Verfahren mittel- bis langfristig die Frage nach Konsolidierung und perspektivischem Rückbau redundanter Verfahren aufwirft. Regulatorische Anforderungen sind damit nicht nur Umsetzungsanlass, sondern auch Ausgangspunkt strategischer Weiterentwicklungen im Zahlungsverkehr.

Infografik zu fünf Handlungsfeldern für die Transformation im Zahlungsverkehr.


Regulatorisch enge Fristen und der Umfang zukünftiger Initiativen erfordern ein frühzeitiges Impact Assessment zu Auswirkungen auf IT-Architektur, Betriebsmodell, Prozesse und Steuerungsfunktionen. Dieses bildet die Grundlage für belastbare Transformationsentscheidungen und Strategien im Zahlungsverkehr.


Technologische Skalierbarkeit als Voraussetzung künftiger regulatorischer Anforderungen

Echtzeitverarbeitung verändert die Anforderungen an die IT-Infrastruktur in Banken grundlegend. Institute sollten ihre Architektur so ausrichten, dass Transaktionen durchgängig in Echtzeit verarbeitet und neue Funktionen entlang der Anwendungen und Schnittstellen integriert werden können.

Institute sind gefordert, ihre Architektur auf steigende Transaktionsvolumina und zukünftige regulatorische Anforderungen auszulegen. Skalierbarkeit darf sich dabei nicht auf einzelne Systeme beschränken, sondern bezieht die gesamte Verarbeitungskette mit ein: Zusätzliche Last, neue Services und Prozesslogiken sowie kürzere Latenzen dürfen Betrieb und Systemstabilität nicht beeinträchtigen.

Um bei künftigen Regulierungsprojekten Verzögerungen, Risiken und Kosten zu begrenzen, sollten Banken technologische Skalierbarkeit als strategische Architekturentscheidung verankern. Designprinzipien, Schnittstellenstandards und Datenmodelle müssen zukünftige Erweiterungen unterstützen und die Integration neuer fachlicher und technischer Anforderungen ermöglichen.


Zukunftsfähige IT-Landschaften erfordern durchgängiges Monitoring und eine kontinuierliche Bewertung. Institute sollten Nutzung, Auslastung und Anforderungen fortlaufend abgleichen, Prognosen aktualisieren und Ressourcen gezielt steuern.


Dienstleistersteuerung in Banken als integraler Bestandteil regulatorischer Umsetzungsinitiativen

Die Umsetzung regulatorischer Anforderungen geht eng mit externen Partnern, Dienstleistern und Lösungs-Anbietern im Zahlungsverkehr einher. Banken sollten frühzeitig identifizieren, welche Stakeholder und Provider von neuen Anforderungen betroffen sind und mit ihnen gemeinsam in die Planung gehen. Die Anforderungen müssen mit dem Umsetzungs-Scope und verbindliche Liefertermine mit den Release-Zyklen der betroffenen Banksysteme abgestimmt sein.

Während der Umsetzung müssen Institute dann Termine klar nachhalten und Lieferungen und Testphasen entsprechend steuern. Transparente Abhängigkeiten, klare Zuständigkeiten und funktionierende Entscheidungs- und Eskalationswege stellen Planbarkeit sicher und helfen Abweichungen sowie Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu adressieren und abzumildern.


Dienstleistersteuerung und Liefermanagement sind integrale Bestandteile regulatorischer Umsetzungsvorhaben. Dies umfasst auch die rechtzeitige Bereitstellung benötigter Ressourcen (Hardware, Netzwerkkomponenten, Software-Pakete) sowie die Abstimmung der Beschaffungs- und Lieferzeiten mit dem Release-Prozess und das Monitoring des Bereitstellungsstatus kritischer Komponenten.


Stakeholder Management und Governance als Blaupause für künftige regulatorische Anforderungen

Während die Dienstleistersteuerung auf die operative Leistungsfähigkeit zielt, adressiert das Stakeholder Management die bereichsübergreifende Koordination aller betroffenen Beteiligten, von Fachbereichen über IT, Operations, Risikomanagement, Compliance, Legal und Einkauf bis hin zu externen Partnern.

Unklare Verantwortlichkeiten, verzögerte Entscheidungen oder fehlende Eskalationswege innerhalb der Organisation sind zentrale Herausforderungen in Transformationsprogrammen. Gerade bei kurzen regulatorischen Fristen werden eine belastbare Governance und definierte Eskalationsmechanismen zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Hinzu kommt die organisatorische Verankerung: Die adäquate Aktivierung interner Stakeholder muss frühzeitig erfolgen. Schulungsmaßnahmen, frühzeitige Kommunikation an die Mitarbeitenden sowie die rechtzeitige Information der Kunden und Begleitung bei der Umstellung sind wesentliche Erfolgsfaktoren. Neue Prozesse, Produkte und Services erfordern Akzeptanz bei den internen Stakeholdern im Tagesgeschäft.


Erfolgreiche regulatorische Transformationsprogramme benötigen eine integrierte Stakeholder-Steuerung und klare Governance, die interne und externe Beteiligte frühzeitig einbindet, klare Entscheidungswege schafft und wirksame Eskalationsprozesse über Organisationsgrenzen hinweg etabliert.


Wie Banken regulatorische Anforderungen gezielt für die Weiterentwicklung des Zahlungsverkehrs nutzen können

Regulatorische Anforderungen zur Modernisierung des Zahlungsverkehrs werden vor allem dann effizient und nachhaltig umgesetzt, wenn Strategie, Planung, Konzeption, Umsetzung und Go-Live als integrierter Steuerungsprozess verstanden werden.

Am Beispiel von Instant Payments wird deutlich, dass auch strategische Perspektiven relevant sind:

  • Paralleler Betrieb von Echtzeit-Services und klassischen, Batch-getriebenen Zahlverfahren: Wie sieht ein zukunftsfähiges Zahlportfolio aus? Welche Anwendungsfälle meiner Kunden sind relevant?
  • Konsolidierung der Zahlungsverkehrsarchitektur: Welche Synergien haben laufende und zukünftige Umsetzungsinitiativen? Was heißt das für bestehende Systeme, Anwendungen und die betroffenen Dienstleister?
  • Stärkere Ausrichtung auf Echtzeit-Services: Welche Services können auf Echtzeitverarbeitung umgestellt werden?

Wie EY Sie unterstützt

Die Anwendung der Erfahrungen aus dem Bereich Instant Payments auf künftige regulatorische Initiativen erfordert eine integrierte Betrachtung regulatorischer, fachlicher, technologischer und organisatorischer Kompetenzen.
 

EY unterstützt Banken entlang der gesamten regulatorischen Transformationsinitiative: von der strategischen Einordnung und strukturierten Bewertung der Anforderungen über Business Case, Zielbetriebsmodell und Architekturdesign bis zur fachlichen Konzeption, Umsetzung und Go-Live-Begleitung. Dabei verbinden wir regulatorische Expertise und Zahlungsverkehrs-Know-how mit tiefem Technologiewissen und praxiserprobter Programm-, Dienstleister- und Stakeholder-Steuerung.
 

So können regulatorische Anforderungen schneller, risikoärmer und nachhaltiger umgesetzt werden und zugleich als Impuls für die strategische Weiterentwicklung des Zahlungsverkehrs wirken.

Co-Autoren:

Fazit

Die Einführung von Instant Payments zeigt, dass Banken regulatorische Zahlungsverkehrsinitiativen als umfassende Transformation statt als reine Compliance-Aufgabe behandeln sollten. Entscheidend sind ein gemeinsames Zielbild für Business, IT und Operations, eine skalierbare und resiliente Echtzeitarchitektur sowie angepasste Betriebsmodelle für einen durchgängigen 24/7-Betrieb. Ebenso wichtig sind die frühzeitige Einbindung und verbindliche Steuerung externer Dienstleister, klare Verantwortlichkeiten, belastbare Governance- und Eskalationswege sowie eine koordinierte Kommunikation mit Mitarbeitenden und Kunden. Wer Instant Payments nur als Pflichtprojekt betrachtet, verschenkt einen strategischen Hebel zur Modernisierung des Zahlungsverkehrs.

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