Die internationale EY-Organisation besteht aus den Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG). Jedes EYG-Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen. Ernst & Young Global Limited ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht und erbringt keine Leistungen für Mandanten.
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- Private-Equity-finanzierte Roll-up-Plattformen sind bislang die zentralen Treiber der Transaktionsaktivität. Sie starteten häufig mit dem Erwerb größerer Ankerunternehmen und verlagerten ihren Fokus anschließend auf kleinere Portfolios sowie Mikro-M&A-Transaktionen. Ziel dieser Akteure ist es, rasch über Segmente und Regionen hinweg zu skalieren, zentrale Funktionen zu bündeln und Prozesse zu standardisieren. Die frühe Wertschöpfung basierte dabei vor allem auf Multiple Arbitrage, der Harmonisierung von Courtage und moderaten Kostensynergien. In einigen Märkten entstehen zusätzliche Konsolidierungsfelder, etwa in Form von Maklerpools, Vertrieben, Einzelmakler-Konsolidierern oder Netzwerken für Ausschließlichkeitsvermittler, die bislang jedoch eine geringere Bedeutung haben und nicht Gegenstand dieser Analyse sind.
- Etablierte Industrieversicherungsmakler verfolgen in der Regel einen selektiveren Akquisitionsansatz. Sie konzentrieren sich auf den Ausbau spezifischer Fachkompetenzen oder die gezielte Stärkung regionaler Marktpositionen und integrieren Zukäufe meist über längere Zeiträume. Dabei legen sie besonderen Wert auf kulturelle Übereinstimmung sowie die Bindung kundenrelevanter Expertise und übernehmen häufig die eigentümer- oder familiengeführte Organisationsstruktur. Für diese Akteure ist Konsolidierung in erster Linie ein Mittel, um Know-how zu vertiefen, Reichweite auszubauen und die eigene Wettbewerbsposition in ausgewählten Nischen zu stärken.
- Portfoliokäufer und Nachfolgeplattformen richten sich vor allem an sehr kleine Maklerunternehmen, die vor einem altersbedingten Eigentümerwechsel stehen. Sie bieten strukturierte Lösungen für eine Beendigung, Veräußerung oder Portfolioübertragung an und integrieren in der Regel nur in begrenztem Umfang. Ihr Fokus liegt weniger auf aggressivem Wachstum als vielmehr auf stabilen Zahlungsströmen. Entsprechend beschränkt sich die Integration meist auf administrative Prozesse und Systeme, während lokale Kundenbeziehungen und Identitäten bewusst erhalten werden.
Über alle Archetypen hinweg nimmt die Konsolidierung verstärkt internationalen Charakter an: Grenzüberschreitend tätige Investoren und Maklergruppen übertragen ihre bewährten Vorgehensmodelle auf verschiedene Märkte. Mit zunehmender Skalierung der Plattformen und Reifung der Märkte entwickeln sich einzelne Akteure dabei teils vom einen Archetyp zum anderen weiter (beispielsweise vom reinen Portfoliokäufer hin zu einem aktiveren Roll-up-Strategen). Vor diesem Hintergrund gewinnen Klarheit über die strategische Zielsetzung, die Ausgestaltung des Betriebsmodells sowie die Integrationsphilosophie zunehmend an Bedeutung.
Im Gegensatz zu den USA und dem Vereinigten Königreich, wo die Konsolidierung bereits deutlich weiter fortgeschritten ist, bleibt Kontinentaleuropa stärker fragmentiert und heterogen. Doch wohin die Reise gehen soll, ist eindeutig: Skalierbarkeit, Integrationsreife und Professionalisierung werden zu entscheidenden Differenzierungsmerkmalen.
Im Kern dieser Dynamiken steht eine einfache Tatsache: Versicherungsmakler nehmen im kontinentaleuropäischen Markt für Sach- und Haftpflichtversicherungen (Nicht-Leben) eine zentrale Rolle ein – insbesondere im Gewerbe- und Industrieversicherungsgeschäft.