- Gesamtjahresbilanz 2025: Zahl der weltweiten IPOs mit 1.259 auf Vorjahresniveau, Volumen deutlich gestiegen (+32 Prozent)
- Asien legt deutlich zu, die USA profitieren von vielen Cross-border-IPOs, Europa mit mehr großen Börsengängen
- Deutschland: sieben Börsengänge, drei Unternehmen unter den fünf größten europäischen Börsengängen
- Potenzial für bis zu zehn Börsengänge in Deutschland im Jahr 2026
Das IPO-Gesamtjahr weist eine leichte Verbesserung auf: Während die absolute Zahl der IPOs weltweit nur minimal um 2 Prozent auf 1.259 (Vorjahr: 1.240) zulegte, stieg das Emissionsvolumen hingegen deutlich um 32 Prozent auf rund 163,3 Mrd. US-Dollar. Im vierten Quartal 2025 gingen weltweit 347 Unternehmen an die Börse – ein Rückgang von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal (366). Dagegen stieg das Emissionsvolumen um 15 Prozent auf 51,7 Mrd. US-Dollar.
„Das diesjährige IPO-Geschehen war besonders im ersten Halbjahr von einem Auf und Ab des Marktsentiments geprägt. Während in Asien und den USA mehr IPOs stattfanden und mehr Mittel in Börsengänge flossen, waren die IPO-Aktivitäten in Europa auf Jahressicht sowohl bei den Erlösen als auch der Anzahl rückläufig. Die Gründe sind mehrheitlich lokaler Natur. Die anhaltende Deregulierung und Zinssenkungshoffnungen beflügelten den US-Markt, der auch besonders von vielen Cross-Border-IPOs aus Asien profitierte. In Asien gab es nach einem schwächeren Jahr 2024 einige Nachholeffekte. Die europäischen Märkte litten unter der anhaltenden Wachstumsschwäche,“ resümiert Dr. Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY.
„Grundsätzlich ist die globale Pipeline weiterhin gut gefüllt. Für die Wahl des richtigen Zeitpunkts kommt es vor allem auf das Kapitalmarktsentiment, das erwartete Wertsteigerungspotenzial nach Börsengang sowie realistische Preisvorstellungen der (Alt-)Eigentümer an – daran wird sich auch 2026 nichts ändern.“
„Der Ausblick für das kommende Jahr ist vorsichtig optimistisch, vorbehaltlich der Entwicklung der makroökonomischen Rahmenbedingungen. Grundsätzlich verfügt Europa über eine gut gefüllte Pipeline mit einem signifikanten Rückstau an Unternehmen, die auf das richtige Zeitfenster für einen Börsengang warten. Mit Blick auf den heimischen deutschen Markt besteht ein Potenzial von bis zu 10 Börsengängen im Jahr 2026 vorhanden. Mögliche Kandidaten stammen aus verschiedenen Bereichen: etablierte Unternehmen aus dem Mittelstand und Großunternehmen, Portfolio-Exits von Beteiligungsgesellschaften sowie Wachstumsunternehmen.“
Internationale Märkte im Jahresvergleich
- In China (einschließlich Hongkong) wurden 214 Neuemissionen (Vj. 179) gezählt mit einem Gesamtwert von 53,7 Mrd. US-Dollar (Vorjahr 20,9 Mrd.) – der größte Anstieg unter allen relevanten Börsenplätzen.
- Der US-Markt wuchs 2025 deutlich auf 220 Transaktionen (Vj. 176), das Gesamtvolumen stieg von 33,0 Mrd. auf 40,2 Mrd. US-Dollar. Mehr als 60 Prozent der Börsengänge in den USA stammen aus dem Ausland.
- Weniger positiv war die Entwicklung in Europa, wo die absolute Zahl auf 100 sank (131 im Vorjahr), das Emissionsvolumen verringerte sich auf 17,1 Mrd. US-Dollar (-11 Prozent, 19,3 Mrd. im Vorjahr).
- Beim Blick auf die Branchen dominierten weiterhin Technologieunternehmen, mit Abstand folgen Firmen aus dem Sektor Mobility (bei den Emissionserlösen) bzw. Advanced Manufacturing (Anzahl). Im Sektor Technology lag das Emissionsvolumen bei mehr als 34 Mrd. US-Dollar, der zweitplatzierte Sektor erreichte 19,0 Mrd. Bei der Anzahl vergleichen sich 202 IPOs mit 185.
- In diesem Jahr lag der Anteil der Börsengänge von Unternehmen aus den Portfolios von Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds weltweit bei 11 Prozent aller IPOs und 36 Prozent beim Platzierungsvolumen.
- Weltweit größter Börsengang des Jahres war die chinesische Contemporary Amperex Technology Co Ltd, die beim IPO im Mai rund 5,3 Mrd. US-Dollar erlöste. Der größte europäische Börsengang im Jahr 2025 fand im vierten Quartal statt: das Schweizer Unternehmen Verisure erlöste fast 4,2 Mrd. US-Dollar.
- Gemessen an den Emissionserlösen von etwa 865 Mio. US-Dollar war die Ottobock SE & Co. KGaA der größte deutsche Börsengang. Auch die Marktkapitalisierung am Tag des Börsengangs war bei Ottobock mit rund 5 Mrd. US-Dollar am höchsten.
Das sind Ergebnisse des aktuellen IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY.