Pressemitteilung
15 Jan. 2026  | Stuttgart, Germany

Deutsche Autokonzerne bauen Marktanteil auf dem deutschen Elektromarkt aus

  • Elektro-Absatz deutscher Konzerne stieg 2025 um 47 Prozent, Gesamtmarkt um 43 Prozent
  • Marktanteil der deutschen Konzerne steigt von 61 auf 63 Prozent
  • Chinesische Hersteller legen um 23 Prozent zu, Marktanteil sinkt leicht
  • Volkswagen-Konzern im Elektrosegment vor BMW und Stellantis
  • Die zehn bestverkauften Elektroautos in Deutschland kommen von deutschen Autokonzernen
  • Bestverkaufte Elektroautos: VW ID.7, ID.3, ID.4

Die deutschen Autokonzerne konnten im vergangenen Jahr ihre Marktführerschaft auf dem deutschen Elektroautomarkt weiter ausbauen. Insgesamt verkauften sie in Deutschland knapp 343 Tausend Elektroautos, das waren 47 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei einem um 43 Prozent wachsenden Gesamtmarkt konnten die deutschen Autokonzerne ihren Marktanteil von 61 auf 63 Prozent ausbauen. Über alle Antriebsarten hinweg lag der Marktanteil der deutschen Konzerne im vergangenen Jahr bei 61 Prozent – ihr Anteil am Elektrosegment lag also minimal höher als ihr Anteil am Gesamtmarkt.

Auch im vierten Quartal des Jahres dominierten die deutschen Autobauer mit einem Marktanteil von 61 Prozent und einem Absatzwachstum von 41 Prozent den Elektromarkt in Deutschland. Chinesische Marken bzw. europäische Marken im Besitz chinesischer Unternehmen legten zwar um 23 Prozent zu, ihr Marktanteil schrumpfte aber ebenfalls leicht von zehn auf acht Prozent.

Die zehn erfolgreichsten Elektro-Modelle des vergangenen Jahres kamen durchweg aus den Fabriken der deutschen Autokonzerne. Die meisten Neuzulassungen wiesen drei Volkswagen-Modelle auf: ID.7, ID.3 und ID.4. Das höchstplatzierte Elektro-Modell, das nicht aus dem Volkswagenkonzern stammt, ist der BMW iX1 auf dem sechsten Rang. Der Spitzenreiter des Vorjahres – das Tesla Model Y – landet im 2025er Absatzranking nur noch auf Platz 12.

Das sind Ergebnisse einer aktuellen EY-Analyse auf Basis von Zahlen, die vom Kraftfahrt Bundesamt (KBA) veröffentlicht wurden.

Konzern-Ranking: Volkswagen weit vorn

Im Ranking der Autokonzerne lag im vergangenen Jahr erneut mit großem Abstand Volkswagen vorn: Der Wolfsburger Konzern, der mit seinen verschiedenen Marken seinen Absatz um 75 Prozent steigert, erhöhte seinen Marktanteil von 35 auf 43 Prozent.

Hinter dem Volkswagen-Konzern platzieren sich mit großem Abstand die BMW Group (Neuzulassungen plus 31; Rückgang des Marktanteils von 13 auf 12 Prozent) und Stellantis (plus 102 Prozent; Anstieg des Marktanteils von sechs auf acht Prozent).

Dahinter liegen Hyundai und Mercedes-Benz. Das stärkste Wachstum der Elektro-Neuzulassungen unter den Top-10 verzeichneten mit plus 302 Prozent BYD auf Rang zehn und Ford auf Rang sechs (plus 274 Prozent). Der US-Autobauer Tesla rutscht im Konzern-Ranking aufgrund eines Rückgangs von 48 Prozent vom vierten auf den achten Rang.

Markenranking: Volkswagen vorn

Im Markenranking belegt Volkswagen mit 102.339 neu zugelassenen Elektroautos (plus 65 Prozent) den ersten Platz. Auf dem zweiten Platz liegt BMW (plus 23 Prozent), dahinter Skoda (plus 101 Prozent). Tesla rutschte im Markenranking vom vierten auf den neunten Rang. Bis auf Tesla konnten alle Top-10-Marken ihre Elektro-Neuzulassungen steigern. Keine chinesische Marke schaffte es im vergangenen Jahr unter die Top 10 in Deutschland.

Top-Seller: Deutsche Konzernmarken machen Top-10 unter sich aus

Im Ranking der beliebtesten Elektromodelle lagen im vergangenen Jahr drei Fahrzeuge aus dem VW-Konzern vorn: Dank eines Anstiegs um 137 Prozent schob sich der ID.7 mit 34.563 Neuzulassungen an die Spitze, gefolgt vom VW ID.3 (plus 59 Prozent auf 31.938) und dem VW ID.4 (plus 23 Prozent auf 26.550 Neuzulassungen). Dahinter liegen der Skoda Elroq und der Skoda Enyaq. Erst auf dem sechsten Rang kann sich mit dem BMW iX1 ein Elektroauto platzieren, das nicht vom Volkswagenkonzern stammt. Alle Top-10-Elektromodelle stammen von einem der deutschen Autokonzerne.

Das Tesla Model Y – meistzugelassenes Elektroauto im Vorjahr – belegte 2025 nur noch Rang 12. Das erfolgreichste chinesische Elektroauto war im vergangenen Jahr der T03 von Leapmotor (Platz 34, 4.962 Neuzulassungen)

Elektromarkt im Aufschwung – aber kein Boom

Die Neuzulassungen von Elektroautos legten im vergangenen Jahr in Deutschland um insgesamt 43 Prozent zu – nachdem sie allerdings im Vorjahr um 27 Prozent gesunken waren. Für den Zeitraum 2023 bis 2025 ergibt sich damit eine jährliche Wachstumsrate von gerade einmal 1,9 Prozent. „Der Absatz von Elektroautos hat sich im Jahr 2025 zwar von dem Einbruch des Vorjahres erholt. Wir sind aber weit von dem Boom entfernt, auf den die Industrie ursprünglich gehofft hatte“, sagt Constantin M. Gall, Global Aerospace, Defence and Mobility Industry Practice Leader bei EY. Er rechnet für das Jahr 2026 mit einem weiteren Wachstum des Absatzes von Elektroautos – nicht zuletzt dank der neuen Förderung von bis zu 5.000 Euro, auf die sich die Bundesregierung im November geeinigt hatte. Gall warnt allerdings vor zu großen Hoffnungen: „Zum einen wird die neue Umweltprämie nur für private Käufer gelten, die für gerade einmal gut ein Drittel des Elektro-Neuwagenmarkts stehen. Bei Plug-in-Hybriden, bei denen der Anteil der privaten Käufer aktuell sogar nur bei 21 Prozent liegt, dürften die Auswirkungen noch überschaubarer sein. Zum anderen wird die staatliche Förderung nur für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen verfügbar sein – die typischen Privatkäufer von Elektroautos sind hingegen eher Gutverdiener.“

Obendrein dürfte sich vor allem im Klein- und Kompaktwagensegment die Nachfrage erhöhen, erwartet Gall, wo eine maximale Förderung von 4.000 bzw. 5.000 Euro durchaus kaufentscheidend sein könne. Gall gibt aber zu bedenken: „Ausländische Hersteller werden besonders stark von der neuen staatlichen Förderung profitieren, denn das Angebot der deutschen Konzerne im niedrigeren Preissegment ist derzeit noch sehr überschaubar.“ Im Lauf des Jahres kämen zwar neue Einstiegsmodelle hinzu, dennoch: „Im elektrischen Kleinwagensegment sind derzeit noch ausländische Konzerne tonangebend“.

Verhaltene Entwicklung bei chinesischen Herstellern

Gerade chinesische Hersteller versuchen, mit preisgünstigen Modellen auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen – bislang allerdings mit überschaubarem Erfolg, sagt Jan Sieper, Partner Automotive bei EY-Parthenon: „Die chinesischen Autobauer drängen mit viel Aufwand auf den europäischen Markt, in Deutschland erzielen sie bislang aber nur Achtungserfolge. Einige Unternehmen glänzen zwar mit hohen Zuwachsraten, das Absatzniveau bleibt insgesamt aber eher niedrig. Die deutschen Konzerne haben bislang ihre Vormachtstellung auf dem deutschen Absatzmarkt erfolgreich verteidigen können.“

Die neue Förderung für Elektroautos könne zu einem steigenden Verkaufszahlen günstigerer ausländischer – auch chinesischer – Marken in Deutschland führen, erwartet Sieper. „Das Dienstwagensegment ist zwar fest in der Hand der deutschen Konzerne, bei privaten Neuwagenkäufen könnte es aber zu Verschiebungen kommen – dank günstiger Preise und attraktiver Finanzierungsmöglichkeiten. Wir sehen bereits einige Marken, die mit Niedrigpreisangeboten aggressiv auf den deutschen Markt drängen. Wenn die neue Elektro-Prämie kommt, könnte sich der Preiswettbewerb noch weiter verschärfen.“

Im höheren Preissegment werde es kaum Auswirkungen der neuen Förderung geben, sagt Sieper. Hier dürften hingegen die neuen Modelle gerade der deutschen Autokonzerne auf eine hohe Nachfrage stoßen: „Aktuell kommen technisch sehr attraktive neue Elektroautos auf den Markt – gerade von den deutschen Autokonzernen, die viel in die neue Generation von E-Autos investiert haben. Diese Autos dürften im Jahr 2026 das Marktwachstum kräftig antreiben und den deutschen Autokonzernen hohe Marktanteile bescheren.“

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