Pressemitteilung

Weltweite IPO Märkte zwischen Wachstum und Zurückhaltung

  • Drittes Quartal 2026 mit 367 Börsengängen auf Vorjahresniveau und gestiegenem Emissionsvolumen von 93,3 Mrd. US-Dollar
  • Ungleiche Entwicklung: deutliche Zuwächse in Europa und Asien bei IPOs und Emissionsvolumen, IPOs in USA rückläufig – geprägt von Großemissionen
  • Technologie-, KI-Infrastruktur- und Verteidigungswerte bleiben gefragt
  • Deutschland mit bislang 8 Neuzugängen im aktuellen Jahr
  • Richtiger Zeitpunkt und faire Bewertung stehen stärker im Fokus

Im dritten Quartal 2026 haben weltweit 367 Unternehmen den Sprung aufs Parkett gewagt – fast unverändert im Vergleich zum Vorjahresquartal (374). Das Emissionsvolumen stieg hingegen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar (Q3 2025: 52,0 Mrd.). In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 summierten sich die Börsengänge auf 888 (Vorjahr: 922). Das weltweite Emissionsvolumen erreichte mit 287,5 Mrd. US-Dollar einen Rekordwert und lag damit rund 151 Prozent über dem Vorjahreswert von 114,4 Mrd. US-Dollar. Die Zahlen zeigen einen Markt, der zwar seit Jahresanfang weltweit weniger IPOs, aber dafür deutlich größere Volumen verzeichnet hat. Im dritten Quartal war das Listing von SK Hynix an der NASDAQ mit 26,5 Mrd. US-Dollar die mit Abstand größte Transaktion, gefolgt von CXMT Corp in Shanghai (9,8 Mrd. US-Dollar) und Zhongji Innolight in Hongkong (6,8 Mrd. US-Dollar).

„In fast allen großen Regionen sind in den ersten neun Monaten sowohl die Anzahl als auch Emissionserlöse deutlich angestiegen. Die Rahmenbedingungen für Börsengänge stimmen daher grundsätzlich und haben sich in den vergangenen Monaten weiter verbessert. Die wichtigsten Leitindizes notieren nach zwischenzeitlichen Rückgängen nahe ihren Allzeithochs, analysiert Dr. Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. „Gleichzeitig zeigen sich Märkte robust und haben gelernt, mit globalen Verwerfungen und geopolitischen Unruhen umzugehen.“

Das sind wesentliche Ergebnisse des aktuellen IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY.

In den USA gingen im dritten Quartal zwar nur 24 Unternehmen an die Börse (Vj. 65), das Emissionsvolumen stieg aber um 122 Prozent auf 35,0 Mrd. US-Dollar. Im Jahresverlauf kamen die US-Börsen auf 96 Börsengänge (-45 %) mit einem Emissionsvolumen von 163,0 Mrd. US-Dollar. (+395 %). In China legte der Markt in beiden Werten zu: 79 Börsengänge im dritten Quartal (Vj. 58) und 43,1 Mrd. US-Dollar Emissionsvolumen (Vj. 18,4 Mrd. US-Dollar); im Jahresverlauf stehen 242 IPOs (+47 %) mit 85,7 Mrd. US-Dollar (+ 115 %) zu Buche. An europäischen Börsen wurden im dritten Quartal 45 Neuemissionen gezählt (Vj. 24) mit einem Volumen von 2,9 Mrd. US-Dollar (Vj. 3,7 Mrd. US-Dollar); seit Jahresbeginn sind es 99 Börsengänge (+32 %) mit 11,8 Mrd. US-Dollar (+27 %).

In Deutschland gab es im dritten Quartal zwei Börsengänge mit einer Marktkapitalisierung von rund 324 Mio. Euro. Der größere Neuzugang in Deutschland war die SMAG Mobile Antenna Masts AG mit einem Emissionsvolumen von fast 130 Mio. Euro im Segment Scale der Deutschen Börse. Zudem gab es den IPO der Helios Solar AG. Damit kommt Deutschland im laufenden Jahr auf 8 Börsengänge (Vorjahreszeitraum: fünf) mit einem Platzierungsvolumen von etwa 935 Mio. Euro. Mit weiteren IPOs im vierten Quartal ist zu rechnen.

„Für das Schlussquartal bleiben wir vorsichtig optimistisch. Die IPO-Pipeline ist sowohl international als auch in Deutschland gut gefüllt. Entscheidend bleiben das richtige Timing und eine marktkompatible Bewertung. Unsicherheiten und Risiken wie eine mögliche Abkühlung der US-Konjunktur, die Ergebnisse der US-Midterms und weitere Zinserhöhungen der Notenbanken oder auch weiter steigende Renditen an den Anleihemärkten können das IPO-Sentiment aber kurzfristig immer wieder beeinflussen“, warnt Steinbach.

Keine wesentlichen Veränderungen gab es bei den Sektorenpräferenzen. Im dritten Quartal entfielen rund 75 Prozent des weltweiten Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. In den ersten neun Monaten entfielen etwa 40 Prozent des Volumens auf Advanced Manufacturing und rund ein Drittel auf Technologie. „Getragen wird der Markt von Equity Storys, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen – Bereiche, die von umfangreichen staatlichen Aufträgen und Konjunkturprogrammen profitieren.“

„Rückenwind kommt für den Gang an die Börse kommt auch von regulatorischer Seite. Der EU Listing Act reduziert die Prospektanforderungen seit Juni 2026 auf zwei Jahresabschlüsse, und die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD ist für Börsenkandidaten in den Core- und KMU-Segmenten durch die angehobenen Schwellenwerte keine Pflicht mehr. Hinzu kommt die neue Aktienrente in Deutschland, die einen sehr großen neuen Kapitalpool für Börsengänge in Europa darstellen kann“, ergänzt Steinbach.

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