Pressemitteilung
28 Okt. 2026  | Stuttgart, Germany

Sicherheit geht vor: Ein krisenfester Job ist für Studierende wichtigster Faktor bei der Wahl des Arbeitgebers

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  • Mehr als jede und jeder zweite Befragte gibt Jobsicherheit als Top-Faktor an, Frauen (57 Prozent) häufiger als Männer (47 Prozent)
  • Dahinter folgen Gehalt (43 Prozent) und flexible Arbeitszeiten (41 Prozent)
  • Mehr als drei von vier Studierenden (77 Prozent) bevorzugen ein Angestelltenverhältnis gegenüber der Selbständigkeit
  • Das erwartete Einstiegsgehalt von Studierenden liegt bei 44.500 Euro – und damit inflationsbereinigt unter dem Niveau von 2016

Bei der Suche nach ihrem zukünftigen Arbeitgeber gilt bei immer mehr Studierenden: Safety First. Mehr als jede und jeder zweite Befragte (52 Prozent) gibt an, dass Jobsicherheit ein entscheidender Faktor beim Berufseinstieg ist – kein anderes Kriterium wurde bei der aktuellen Ausgabe der Studierendenstudie von EY häufiger genannt. Dieser Wert bedeutet ein Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2024. Für Frauen (57 Prozent) ist der Faktor Jobsicherheit noch wichtiger als für Männer (47 Prozent). Neben der Krisenfestigkeit sind Studierenden aktuell das Gehalt bzw. mögliche Gehaltssteigerungen (43 Prozent, minus vier Prozentpunkte) sowie flexible Arbeitszeiten (41 Prozent, plus zwei Prozentpunkte) außerordentlich wichtig.

Mit Blick auf die Jobsicherheit interessant: Unter Studierenden, die sich selbst als „exzellent“ einstufen, spielt dieser Faktor mit 35 Prozent eine geringere Rolle als für durchschnittliche (55 Prozent) oder unterdurchschnittliche angehende Akademikerinnen und Akademiker (50 Prozent). Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Gehalt: Auch diesem Faktor messen nach eigenen Angaben exzellente Studentinnen und Studenten (33 Prozent) bei der Wahl ihres Arbeitgebers seltener entscheidende Bedeutung bei als Befragte, die sich als durchschnittlich (45 Prozent) bzw. unterdurchschnittlich (41 Prozent) einstufen. „Exzellente“ Studierende haben dagegen einen stärkeren Fokus auf selbstständiges Arbeiten (14 Prozent) und Home-Office (28 Prozent) als der Rest der Befragten.

Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Für die Studie wurden mehr als 2.000 Studentinnen und Studenten im Frühjahr 2026 befragt.

Jan-Rainer Hinz, Mitglied der Geschäftsführung und Leiter Personal und Unternehmenskultur bei EY, sagt: „Sicherheit steht beim Berufseinstieg ganz oben – und das ist keine Bequemlichkeit, sondern eine nachvollziehbare Reaktion auf die Umbrüche, die junge Leute gerade erleben: Die Wirtschaft schwächelt seit Jahren, Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen zurück, und es gibt spürbar weniger Einstiegsstellen. Auch ein guter Abschluss ist heute keine Jobgarantie mehr. Wer so startet, schaut zuerst darauf, ob die Stelle hält – und erst dann aufs Gehalt.“

Nicole Dietl, Partnerin Assurance und Talent Leaderin bei EY, sagt: „Dass Jobsicherheit für viele Studierende aktuell oberste Priorität hat, ist angesichts der wirtschaftlichen Lage verständlich. Trotzdem sollte Sicherheit nicht das einzige Kriterium bei der Berufswahl sein. Wer sich nur für den vermeintlich sichersten Weg entscheidet, verpasst möglicherweise Chancen, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Gerade die spannendsten Karriereschritte entstehen oft dort, wo man Neues ausprobiert, Verantwortung übernimmt und auch einmal ein Risiko eingeht. Unternehmen sollten deshalb nicht nur Stabilität bieten, sondern auch echte Entwicklungsmöglichkeiten.“

Erwartetes Einstiegsgehalt nominal gestiegen, aber real gesunken

Zurück zum Faktor auf Platz 2: Gehalt und Gehaltssteigerungen. Aktuell rechnen Studierende im Schnitt mit 44.500 Euro Lohn zum Berufseinstieg – das sind 1,8 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Allerdings: Im Jahr 2016 erwarteten Studierende ein Einstiegsgehalt von 42.400 Euro – das entsprächen heutzutage inflationsbereinigt einem Betrag von rund 56.000 Euro. Also ist das erwartete Einstiegsgehalt real deutlich gesunken.

Aktuell erwarten Männer mit 47.500 Euro ein deutlich höheres Einstiegsgehalt als Frauen. Bei den Frauen sind es 42.200 Euro und damit mehr als 5.000 Euro weniger. Während angehende Juristinnen und Juristen mit fast 50.000 Euro im Durchschnitt die höchsten Gehaltserwartungen haben, ist dieser Wert unter den Kulturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern mit nur etwas mehr als 30.000 Euro Jahresgehalt deutlich niedriger. Verhältnismäßig hoch und deutlich über dem Durchschnitt von 44.500 Euro liegen die Erwartungen bei den Studierenden der Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften (48.500 Euro), Ingenieurswissenschaften (47.700 Euro) und Naturwissenschaften (47.300 Euro).

Hinz analysiert: „Für Berufseinsteiger sind die finanziellen Perspektiven aktuell weniger gut als noch vor einigen Jahren. Ihr erwartetes Gehalt ist zwar nominal höher als vor zehn Jahren, sie können sich davon aber weniger leisten. Für viele wird es dadurch schwieriger, Rücklagen zu bilden oder größere Anschaffungen zu planen. Das unterscheidet ihre Lebensrealität deutlich von der vieler älterer Beschäftigter. Studierende sollten deshalb beim Berufseinstieg nicht nur auf das erste Gehalt schauen, sondern auch darauf, ob es nach dem Einstieg Aufstiegsperspektiven gibt.“

IT ist aktuell die attraktivste Branche – Öffentlicher Dienst für jede Sechste und jeden Sechsten interessant

Mehr als jeder vierte Studierende in Deutschland (26 Prozent) bezeichnet die IT-Branche als besonders attraktiv. Direkt dahinter folgt der Öffentliche Dienst, den jede und jeder Sechste (17 Prozent) für die eigenen beruflichen Pläne als interessant und reizvoll einstuft. Allerdings: Dies bedeutet im Vergleich zur letzten Befragung 2024 ein Minus von sieben Prozentpunkten. Angehende Akademiker, die die eigene Leistung mit „exzellent“ (neun Prozent) bewerten, streben dabei deutlich seltener in den Öffentlichen Dienst als „durchschnittliche“ (19 Prozent) und „unterdurchschnittliche“ (20 Prozent).

Mit Blick auf die Branchen ebenfalls an Attraktivität verloren haben der Bereich Wissenschaft (minus fünf Prozentpunkte) und die Automobilbranche (minus 4 Prozentpunkte). Schlusslichter hinsichtlich des Interesses seitens der Studierenden sind die Bereiche Transport und Logistik (vier Prozent) und Handel (fünf Prozent). Dietl fasst zusammen: „Die hohe Attraktivität der IT zeigt, dass viele Studierende ihre Zukunft in einem Feld sehen, das für die Erneuerung unserer Wirtschaft entscheidend ist. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern Unternehmen und schaffen neue Aufgaben für gut ausgebildete Berufseinsteiger – allerdings sehen wir aktuell auch bei IT-Jobs sinkende Neueinstellungszahlen. Einen echten Aufwärtstrend gibt es bei MINT-Berufen aktuell nicht – die Aussichten für Absolventen sind also derzeit insgesamt durchwachsen.“

Hier können Sie die Studie kostenlos bestellen.

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EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Strategy and Transactions, Consulting und Immobilienberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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