FiDA macht Open Finance verbindlich – und entscheidet über Kundeninterface, Wertschöpfung aus Daten und Wachstum.

Die geplante EU‑FiDA‑Regulierung erweitert Open Banking (PSD2) durch einen umfangreichen Datenaustausch in der Finanzindustrie zu Open Finance. Wer jetzt die richitgen Weichen stellt (attraktive Use Cases, Ausbau der Daten‑/IT‑Fähigkeiten, aktive Rolle in der Data Scheme Diskussion), erzielt nicht nur Compliance – sondern kann Effizienz, neue Erlöse und stärkere Kundenbindung gewinnen. Die Initiative befindet sich derzeit im Gesetzgebungsprozess und könnte im Jahr 2026 in Kraft treten.

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Unabhängig von einer möglichen EU-weiten FiDA- Regulierung beobachten wir im Markt derzeit verstärkt Open Finance Diskussionen. Dies insbesondere in Zusammenhang mit der Zunahme von KI-gestützten Finanzangeboten, die nicht oder nur teilweise reguliert sind und mit denen Kunden bereits heute Daten aktiv teilen. Eine einheitliche Regelung für ein Level-Playing Field wird in vielen dieser Diskussionen begrüßt.

Im Sommer 2023 hat die Europäische Kommission ein Paket zur Neugestaltung der Regulierung des Zahlungsverkehrs und des Datenzugangs für eine breite Palette von Finanzdienstleistungsprodukten in der EU veröffentlicht. Einer der Regulierungsvorschläge ist das Financial Data Access Framework Produktkategorie voraussichtlich innerhalb von 18 bis 42 Monaten  (FIDA). Es zielt darauf ab, den regulatorischen Rahmen für den verstärkten Austausch von Finanzdaten oder „Open Finance“ zu schaffen, und beinhaltet klar definierte Rechte und Pflichten für die Steuerung des Kundendatenaustauschs im Finanzsektor über den Zahlungsverkehr hinaus. ​Der geplante Datenaustausch umfasst Privat- und Geschäftskunden sowie Unternehmenskunden.

Grundsätzlich werden alle Finanzinstitute (Data Holders) in Zukunft lizenzierten Dritten (Data Users) auf Kundenanforderung Daten bereitstellen müssen (voraussichtlich werden einige als besonders sensibel betrachtete Daten wie zum Beispiel Gesundheitsdaten ausgenommen).

Ziele von FiDA

Kernpflichten (für Data Holder)

Datengetriebene Innovation & Wettbewerb im EU‑Finanzmarkt fördern

Bereitstellung relevanter Daten (standardisiert, interoperabel)

Transparenz und Portabilität von Finanzdaten für Endkunden erhöhen

Echtzeit-/Near‑Real‑Time‑Fähigkeit dort, wo es Financial Data Sharing Schemes (FDSS) verlangen

Standardisierte, sichere Schnittstellen (APIs) etablieren

Permission Dashboard: Einwilligungen erteilen, einsehen, widerrufen

Verbraucherschutz durch Consent, Security und Governance stärken

Teilnahme an den jeweiligen Financial Data Sharing Schemes (FDSS)

FIDA: Wen betrifft der Open-Finance-Rahmen und welche Folgen sind zu erwarten?

Die Auswirkungen bestehen vor allem in einer erhöhten Transparenz, in neuen Chancen und Risiken in Kundenbeziehungen sowie im Umsetzungsaufwand. Betroffen sind nahezu alle Finanzinstitute, insbesondere Banken, Versicherungen und Asset-Manager. Im Fokus stehen unter anderem Kundendaten, Darlehen, Sparkonten, Altersvorsorge, Nicht-Lebensversicherungen, Finanzanlagen sowie (teilweise) Bonitäts- und Eignungsbewertungen.

Chancen und Herausforderungen durch FIDA

FIDA bringt nicht nur operative Herausforderungen wie Echtzeit-Datenübermittlung, Sicherstellung der Datenqualität und Aufbau entsprechender IT-Sicherheitsmaßnahmen mit sich, sondern bietet auch zahlreiche Chancen: Effizienzsteigerungen, Kostensenkungen sowie Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung.

Finanzinstitute müssen dabei kurzfristig Compliance-Anforderungen erfüllen, zugleich aber langfristige strategische Ziele verfolgen. Sie sollten insbesondere neue digitale Vertriebsmöglichkeiten evaluieren, beispielsweise über Datenaggregation oder hyperpersonalisierte Kundenangebote. Die Entwicklung eigener Online-Plattformen kann dabei ein entscheidender Vorteil sein.

Um konkurrenzfähig gegenüber agilen Neobanken und Fintechs zu bleiben, sollten Finanzdienstleister zudem das Potenzial externer Daten erkennen und innovative Produkte schaffen. Wesentlich hierfür sind eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit und eine gemeinsame strategische Vision.

FIDA bietet somit den Impuls, bestehende Geschäftsmodelle grundlegend anzupassen und Investitionen in die digitale Transformation anzustoßen, um sich langfristig an veränderte Kundenbedürfnisse anzupassen.

Wo Open Finance schnell Wert schaffen kann (Auswahl)

FiDA macht Open Finance praktisch nutzbar: Entlang zentraler Kunden‑ und Produktprozesse ergeben sich konkrete Anwendungsfälle zur Effizienzsteigerung, besseren Entscheidungsfindung und Weiterentwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle.

Strategische Positionierung zu FIDA: drei Wege, wie sich Finanzinstitute jetzt vorbereiten sollten

Bis 2030 wird FIDA die Finanzdienstleistungsbranche wahrscheinlich stark verändern. Unternehmen sollten daher schon jetzt eine strategische Positionierung definieren und sich dabei zwischen drei grundlegenden Ansätzen entscheiden:

  1. Der Compliance-Ansatz legt den Schwerpunkt auf die reine Erfüllung regulatorischer Vorgaben, beispielsweise durch Bereitstellung einer zuverlässigen IT-Infrastruktur für standardisierte Daten und das Kunden-Dashboard.
  2. Beim defensiven Ansatz gehen Unternehmen über Mindestanforderungen hinaus, um ihre bestehende Kundenbasis zu sichern und Kundenabwanderung zu verhindern. Hierzu gehört ein wettbewerbsfähiges Open-Finance-Angebot.
  3. Der offensive Ansatz wiederum zielt darauf ab, Wachstumspotenziale aktiv zu nutzen, indem Finanzinstitute als „Datennutzer“ neue Anwendungsfälle erschließen oder als „Datentreuhänder“ Daten monetarisieren. Der Blick richtet sich dabei auch auf Geschäftsmöglichkeiten jenseits der Finanzbranche.

Um sich rechtzeitig auf FIDA vorzubereiten, sollten Unternehmen intern Austauschformate schaffen, um das Bewusstsein für das Thema in allen betroffenen Abteilungen zu stärken. Erste Analysen sollten die Auswirkungen und Chancen ermitteln, um eine klare strategische Positionierung zu entwickeln. Zusätzlich sollten frühzeitig Abstimmungen mit Verbänden und Marktteilnehmern erfolgen, um mögliche Strukturen und Governance-Modelle der neuen Daten-Schemes auszuloten.

Über die regulatorische Einordnung und Marktpositionierung hinaus ist eine klar definierte Open Finance  bzw. FIDA Strategie auch eine zentrale Voraussetzung für den wirksamen Einsatz von Financial Agents und KI-gestützten Finanzanwendungen. KI-basierte Services, etwa für Prognosen, Entscheidungsunterstützung oder personalisierte Beratung, sind maßgeblich von einem umfassenden, qualitativ hochwertigen und möglichst friktionsfreien Zugang zu Finanzdaten abhängig. FIDA kann hierbei als Katalysator für eine nachhaltige KI-Daten-  und IT-Architektur wirken, indem sie den Aufbau sicherer Echtzeit-APIs, harmonisierter Datenhaushalte und klarer Governance Strukturen fördert – und damit die skalierbare Nutzung von KI bei gleichzeitiger Wahrung der Datensouveränität sowie eines fairen Wettbewerbsrahmens gegenüber großen Technologieanbietern ermöglicht.

Was EY für Sie tun kann

EY unterstützt Ihr Unternehmen umfassend dabei, sich auf die Herausforderungen und Chancen durch FIDA vorzubereiten. Von maßgeschneiderten Awareness-Workshops, die Ihr Team fit für Open Finance machen, über erste Impact-Analysen mit klarer Identifikation von Chancen und Risiken bis hin zur Definition einer nachhaltigen Open-Finance-Strategie und ­Vision: EY steht Ihnen als erfahrener Partner zur Seite. Gemeinsam identifizieren und bewerten wir attraktive Use Cases und unterstützen Sie bei der Positionierung innerhalb relevanter Data Schemes. Auch bei der konkreten Planung und Erstellung Ihrer individuellen FIDA-Roadmap sowie bei der fachlichen und technischen Implementierung begleiten unsere Fachteams Sie zuverlässig – auf Wunsch ergänzt durch ein effizientes, begleitendes Project Management Office.

Kontaktieren Sie uns, um Ihre Möglichkeiten rund um FIDA optimal auszuschöpfen!

Perspektiven

EY FinTech & bEYond

Wie kann Open Finance in der EU umgesetzt werden und was können wir von anderen Ökosystemen lernen? Erfahrt jetzt mehr!

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What banks need to know to prepare for the impacts of the FiDA regulation

Discover how the FiDA regulation framework will impact EU banks, drive open finance and open banking, and require strategies for compliance and growth.

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