3 Minuten Lesezeit 1 August 2017
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Drei Wege, wie Autohersteller sich auf autofreie Städte vorbereiten

Von

John Simlett

EY Global Future of Mobility Leader

All things mobility. Innovative thinker. Entrepreneurial mindset. Strategic partner and consultant for the auto and transport industries.

3 Minuten Lesezeit 1 August 2017

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Die datengesteuerte Zukunft der Mobilität kommt, Städte wollen Umweltverschmutzung und Verkehr reduzieren. Ist Ihr Unternehmen bereit?

Stadtverwaltungen suchen nach Wegen, um die Überlastung im Straßenverkehr zu bekämpfen. Dabei arbeiten sie auch intensiv daran, die Fortbewegung von A nach B neu zu denken. Darauf sollten Automobil- und Transportindustrie vorbereitet sein.

Vancouver hat zum Beispiel massiv in separate Fahrradstraßen und automatisierte Verkehrssysteme investiert. Mailand zahlt seinen Pendlern sogar Geld, damit sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Dubai ordnet an, dass Staatsbedienstete Elektro- oder Hybridfahrzeuge kaufen. Und Oslo ist dabei, das Parken komplett aus der Innenstadt zu verbannen. Bis 2025 soll in ganz Norwegen der Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verboten sein.

Häufig werden die neuen Technologien zunächst in kleinerem Umfang eingesetzt, die daraus generierten Daten können jedoch als Grundlage für umfassende Veränderungen dienen. So arbeitet eine europäische Stadt gemeinsam mit EY an einem Pilotprojekt für smartes Parken. Die Idee: Bewohner mit Parkausweis finden mithilfe einer Buchungs-App, die mit einem intelligenten Gerät in ihrem Fahrzeug vernetzt ist, den nächstgelegen Parkplatz. Anstatt diejenigen zu bestrafen, die die Parkdauer überschreiten, sendet die Smart-Parking-Lösung den Fahrern Erinnerungen: Entweder muss das Auto bewegt werden oder die Parkzeit kann durch Nachzahlung verlängert werden. Auch wenn das Pilotprojekt die Autos nicht von der Straße holen wird, kann die Stadt mit den gewonnenen Daten experimentieren und mit ihrer Hilfe den Verkehr, das Parkverhalten und Geschwindigkeitsregeln verbessern.

Daten sind der neue Motor

Zahlreiche Mobilitätsunternehmen bemühen sich derzeit, in den Besitz der – wie wir sie nennen – „Golden Map“ zu kommen: aggregierte Daten von Lösungen auf der individuellen Ebene sowie der Reise-, Fahrzeug- und Stadtebene, die ein vollständiges Mobilitätsökosystem ermöglichen. Hierbei wollen die Städte jedoch vermeiden, dass verschiedene Datenberge an unterschiedlichen Stellen liegen. Sie möchten eher die Voraussetzungen für eine engere Zusammenarbeit schaffen.

Um das Carsharing und die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs voranzutreiben, sind die Städte aufgefordert, den Datenaustausch zwischen allen Transportanbietern zu ermöglichen. So können die Daten aus den ursprünglichen Diensten für andere Anwendungen genutzt werden. Das erhöht die Funktionalität und die Nutzererfahrung - ein klarer Mehrwert also.

Welche Rolle können Automobilhersteller dabei spielen?

Drei Dinge, die bereits jetzt vorbereitet werden können:

  1. Steigen Sie in das neue Mobilitätsökosystem ein, statt neben ihm zu agieren.
    Mobilitätslösungen, die isoliert arbeiten, werden von städtischen Behörden weniger wahrscheinlich zugelassen als integrierte Lösungen.
  2. Stellen Sie sicher, dass Sie das erforderliche Know-how besitzen, um datenbasierte Entscheidungen zu treffen.
    Je nach Rolle des Unternehmens im Mobilitätsökosystem müssen Verantwortliche entscheiden, ob genügend unternehmensinternes Know-how vorhanden ist, um den Kunden den gewünschten Mehrwert zu liefern. Andernfalls sollten diese Unternehmen die neuen Kompetenzen erwerben und dabei Technologien, Geschäftsmodelle und relevante Daten berücksichtigen.
  3. Engere Zusammenarbeit mit der Stadt
    Die enormen Investitionen der Industrie in Fahrzeugtechnologie und autonomes Fahren werden nicht den gewünschten Effekt erzielen, wenn nicht gleichzeitig in das Mobilitätsökosystem und das intelligente Netzwerk selbst investiert wird. Nie war das Schicksal der öffentlichen Hand mit dem der Automobilindustrie so eng verknüpft wie heute.

Fazit

Nehmen Sie an neuen Mobilitätsökosystemen teil, anstatt nebenherzulaufen. Neue Mobilitätslösungen, die isoliert operieren, werden mit geringerer Wahrscheinlichkeit von den städtischen Behörden zugelassen als integrierte Lösungen.

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John Simlett

EY Global Future of Mobility Leader

All things mobility. Innovative thinker. Entrepreneurial mindset. Strategic partner and consultant for the auto and transport industries.