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Greenwashing: Wie Unternehmen Risiken erkennen und Chancen nutzen

Greenwashing birgt hohe Risiken für Unternehmen. Belastbare Nachhaltigkeitsaussagen sind entscheidend. Wie KI helfen kann, sie abzusichern.


Überblick:

  • Greenwashing ist ein erhebliches Risiko, da unklare oder unbelegte Umweltaussagen zu rechtlichen Sanktionen und Reputationsverlust führen können.
  • Insbesondere in Werbung, auf Webseiten und in Nachhaltigkeitsberichten fehlen häufig Belege oder Formulierungen sind vage.
  • EY bietet KI-gestützte Lösungen, um Greenwashing besser zu identifizieren und zu vermeiden.

Klimaneutral“, „nachhaltig produziert“ oder „umweltfreundlich“ – solche und ähnliche Versprechen begegnen wir nahezu täglich. Häufig jedoch steckt dahinter bei genauerem Hinsehen wenig Substanz: Ein Produkt wird als „grün“ beworben, weil es in einer recycelten Verpackung steckt, während die Herstellung problematisch bleibt. Ein Finanzprodukt nennt sich „ESG-konform“, ohne transparent zu machen, nach welchen Kriterien investiert wird. Oder ein Unternehmen wirbt mit CO2-Neutralität, die allein durch fragwürdige Kompensationszertifikate erreicht wird.

Diese Formen des sogenannten Greenwashings sind längst kein Randphänomen mehr, sondern prägen zunehmend Marketing, Kommunikation und Berichterstattung. Unternehmen stellt die Praxis jedoch vor erhebliche Herausforderungen.

Hintergründe und Herausforderungen

Greenwashing ist längst im Fokus von Gesetzgebern, Medien und Verbraucher:innen angekommen. Verschiedene Studien der Europäischen Kommission zeigen: 70 Prozent der untersuchten Produkte enthalten explizite Umweltaussagen, doch viele davon sind unzureichend belegt oder zu vage formuliert.1 In Bezug auf nachhaltige Käufe sind Verbraucher:innen irreführenden Praktiken ausgesetzt.2 Häufig fehlt es ihnen darüber hinaus an verlässlichen Informationen, um nachhaltige Kaufentscheidungen zu treffen.

Zu viel versprochen?
70 %
der Produkte enthalten Umweltaussagen – doch viele sind nicht ausreichend belegt oder nur vage formuliert.

Auch aus diesem Grund ist Nachhaltigkeit kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler wirtschaftlicher, regulatorischer und strategischer Faktor. Und: Im Unternehmenskontext sollte Greenwashing nicht in erster Linie als Kommunikationsthema betrachtet werden, sondern vor allem als strategisches Risiko. Nachhaltigkeit muss belastbar, überprüfbar und konsistent kommuniziert werden. Nur so lassen sich regulatorische Anforderungen erfüllen, Vertrauen sichern und Nachhaltigkeit als echter Wettbewerbsfaktor nutzen.

Vielfältige Risiken

Irreführende oder unzureichend belegte Umweltaussagen wirken auf mehreren Ebenen zugleich – mit teils erheblichen Folgen. Denn für Unternehmen birgt Greenwashing große Risiken: Ihnen drohen nicht nur rechtliche und regulatorische Konsequenzen wie Sanktionen, Geldbußen und zivilrechtliche Haftung, sondern auch der Verlust von Reputation, erhöhtes Misstrauen der Kundschaft oder Vertrauensverlust bei zentralen Stakeholdern wie Investoren, Geschäftspartnern, Mitarbeitenden und Aufsichtsbehörden. Beispiele aus der Rechtsprechung, die im Anti-Greenwashing-Webcast von EY genauer beleuchtet werden, zeigen, wie schnell Unternehmen ins Visier geraten können.

Auf der anderen Seite stellt der vollständige Verzicht auf umweltbezogene Aussagen, das sogenannte Greenhushing, ebenfalls keine tragfähige Lösung dar. Positive Umweltaussagen zu Produkten beeinflussen zunehmend die Kaufentscheidung – von Endverbraucher:innen und Geschäftskunden gleichermaßen.3 Die robuste Untermauerung dieser Umweltaussagen ist somit nicht nur rechtlich, sondern auch kommerziell notwendig.

EY Sustainability Webcast: Anti-Greenwashing-Regulatorik

Im Webcast zeigen die EY-Fachleute, wie Anti-Greenwashing-Compliance praktisch umgesetzt werden kann und welche Rolle ESG-Kommunikation dabei spielt.

Mit KI-gestützten Lösungen gegen Greenwashing

Greenwashing-Risiken ergeben sich in Verbindung mit unterschiedlichen Anwendungsfällen. Beispiele hierfür sind Werbeanzeigen, Webseiten, Nachhaltigkeitsberichte und Richtlinien. Fast alle Unternehmen, unabhängig von Branche oder Größe, stehen vor der Herausforderung, potenziell problematische Aussagen zu identifizieren und zu vermeiden.


EY unterstützt Unternehmen mit innovativen, KI-basierten Tools und Beratungsleistungen, um Greenwashing-Risiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern. Folgende Vorgehensweise steckt hinter der Tool-basierten Lösung:

  • Exposure Scan: Dabei handelt es sich um einen automatisierten, umfassenden Scan der öffentlichen Kommunikation zur Identifizierung von Greenwashing-Risiken. Die KI-basierte Lösung reduziert den manuellen Aufwand erheblich und ermöglicht eine gezielte Prüfung durch menschliche Fachleute.
  • Web-Monitoring: Web-Domains werden laufend mit regelmäßig angepassten Regelsätzen zur Erkennung kritischer Aussagen und zur Erstellung wöchentlicher Reports überwacht.
  • Publishing Studio: Mitarbeitende können Inhalte vor Veröffentlichung auf Greenwashing-Risiken prüfen lassen. Damit werden regulatorische Vorgaben bereits bei der Erstellung der Inhalte berücksichtigt und die Argumentation der Kommunikationsverantwortlichen gestärkt.
  • Risikobewertung und Empfehlungen: Identifizierte Risiken werden rechtlich fundiert bewertet und priorisiert und es werden konkrete Handlungsempfehlungen zur Substanziierung von Aussagen gegeben.
     

Zukunftsorientierte Maßnahmen und Best Practices

EY empfiehlt einen ganzheitlichen Ansatz: von klaren Zuständigkeiten und Eskalationswegen über spezifische Richtlinien und Schulungen bis hin zu regelmäßigen Gap-Analysen. Die breit gefächerte EY-Expertise ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen von der Prävention bis zur Mitigation von Greenwashing-Risiken.



Fazit

Greenwashing stellt Unternehmen vor erhebliche rechtliche, wirtschaftliche und reputative Risiken – ein Schweigen zu Nachhaltigkeit ist jedoch keine Alternative. Entscheidend ist eine belastbare, transparente und konsistente Kommunikation, die regulatorischen Anforderungen standhält und Vertrauen schafft. Mit klaren Prozessen, fachlicher Expertise und KI-gestützten Prüfmechanismen lassen sich Risiken frühzeitig erkennen und Nachhaltigkeitsaussagen strategisch und glaubwürdig absichern.


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