Die internationale EY-Organisation besteht aus den Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG). Jedes EYG-Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen. Ernst & Young Global Limited ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht und erbringt keine Leistungen für Mandanten.
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2. Die Realität: Heilen heißt immer noch Handarbeit
Supply Chains laufen nicht auf Architektur-Slides. Sie benötigen Menschen, die täglich gefordert sind, zu improvisieren. Und diese Stabilisierung erfolgt heute manuell:
- Forecasts werden eingefroren, um Systemchaos zu vermeiden
- Planer überschreiben Systeme mit Erfahrungswerten
- Excel füllt Lücken in angeblich integrierten Systemen
- Parameter werden von Hand justiert, nicht von Logik
Was hier „heilt“, ist kein intelligentes System. Es sind Menschen, die improvisieren. Täglich und am Limit.
3. Der Konferenz-Irrtum
Viele Planungs-Transformationen gelten als abgeschlossen, wenn das System läuft, die PowerPoint Slides gut aussehen und das Budget aufgebraucht ist. Doch hinter der Bühne ergibt sich folgendes Bild:
- Systeme werden umgangen oder falsch genutzt
- Forecasts werden eingefroren oder ignoriert
- Entscheidungen in der Ausführung werden von der Planung entkoppelt
- Designlogik von gestern
Dann folgen Case Studies, Keynotes, vermeintliche Erfolgsstories – und in der Kaffeepause hört man: „Wir haben 18 Planer und wissen trotzdem nicht, welchen Batch wir zuerst freigeben sollen.“
4. Was wirklich kaputt ist: Design und Parameterlogik
Man kann nichts „heilen“, was nie für Wandel gebaut wurde. Legacy-Systeme sind statisch: Forecast oben, Planung in Zeitbuckets, Ausführung im Blindflug. Was fehlt:
- Schwankungsbereiche zur Aufnahme von Volatilität
- Dynamische Parameter
- Feedback Loops mit Wirkung
Ohne das wird KI zur Farce: tägliches Umplanen, Volumenverschiebung, eskalierendes Rauschen. Keine Intelligenz. Nur beschleunigte Instabilität.
5. Das unausgesprochene Dilemma
Viele Führungskräfte wissen, dass Transformationen ihr Ziel verfehlen. Aber niemand spricht es offen aus. Warum?
- Projekte waren politisch teuer
- Vendor Roadmaps versprachen Erfolg
- Das Leadership Team braucht einen „Win“
Also wird Erfolg neu definiert: Go-live statt Impact. Und die entscheidende Frage wird nicht gestellt: Hilft dieses System wirklich, bessere Entscheidungen zu treffen?
Solange Planung zwischen Schreibtisch, Excel und Tool zerfasert, bleibt sie wirkungslos.
6. Was sich ändern muss
Erster Schritt: Verlernen, dass Prozesse fix sind. Nicht wiederholen, was nie funktioniert hat – nur weil es jetzt Cloud oder AI heißt. Stattdessen:
- Geschlossene Regelkreise mit Feedback aufbauen
- Parameterbasiertes Design mit Spannbreiten nutzen
- Planung an Ausführung ausrichten
Adaptiv. Strukturiert. Umsetzbar. Nur dann wird KI zur Substanz – und kein Show-Effekt.
Nur dann wird KI mehr als Slideware.
7. Die eigentliche Frage
Bevor gefragt wird, was KI für die Planung tun kann, sollten wir fragen: Was muss Planung sein, damit KI überhaupt Sinn ergibt? Denn Selbstheilung beginnt mit
- Früherkennung,
- Rekalibrierung und
- struktureller Klarheit.
Und vor allem: mit dem Mut, Altes loszulassen und das System neu zu denken – von Grund auf.