- Deutschland bleibt größter Fahrradmarkt in Europa, schrumpft aber überdurchschnittlich um 8 Prozent auf 5,85 Milliarden Euro Umsatz
- Europaweit vermindert sich der Umsatz um knapp 3 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro
- E-Bike-Marktanteil mit Sättigungstendenzen, E-Bike-Preise sinken um 2 Prozent
- Auch 2026 verhaltene Nachfrage, Branche erwartet weiteres Wachstum
Der europäische Fahrradmarkt musste 2025 erneut einen Rückgang verzeichnen: Der Gesamtumsatz sank 2025 um 3% auf 17,4 Mrd. Euro, auch die Anzahl der verkauften Fahrräder sank um 4% auf 15,2 Mio. Stück. Gegenläufig entwickelten sich vor allem Spanien und Österreich mit Umsatzsteigerungen von 9% und 5%.
Im deutschen Markt – weiter der größte Fahrradmarkt in Europa – setzte sich die zuletzt negative Entwicklung weiter fort: 3,7 Mio. verkaufte Fahrräder im Jahr 2025 bedeuten einen Rückgang von 4% gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz sank um knapp 8% auf 5,85 Mrd. Euro, insbesondere getrieben durch den Rückgang im E-Bike-Segment (-8%), wobei auch die Umsätze von Bio-Bikes nachgaben (-3%).
Preisentwicklung unterschiedlich
Die Durchschnittspreise für neue Fahrräder entwickelten sich in Europa sehr unterschiedlich: Deutsche Käufer konnten sich über günstigere Preise freuen. Hierzulande sank der durchschnittliche Fahrradpreis um rund 4% auf durchschnittlich 1.581 Euro. Das lag ausschließlich am Preisrückgang bei E-Bikes, die sich um 4% auf 2.550 Euro verbilligten. Die Preise von Bio-Bikes blieben unverändert bei 500 Euro.
Während Österreich (+6%), die Niederlande (+6%) und Spanien (+10%) deutliche Preisanstiege verzeichneten, wies Frankreich (-3%) rückläufige Preise auf. In der Summe stieg der durchschnittliche Preis eines neuen Fahrrades in Europa leicht um 2% auf 1.149 Euro an und liegt damit 432 Euro unter dem deutschen Durchschnittspreis. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie von EY-Parthenon, der Strategie- und Transaktionsberatung von EY.
E-Bike-Anteil in den meisten Ländern stabil
Bei den E-Bikes zeigt Deutschland mittlerweile Anzeichen einer leichten Marktsättigung mit einem Absatzanteil von 53% im Jahr 2025. Größtes Segment bei den E-Bikes in Deutschland sind dabei mit 38% die Mountainbikes – Mountainbikes sind mit 93% E‑Anteil nahezu vollständig elektrifiziert. Auffällig ist, dass der Absatzanteil von E-Bikes in den meisten Ländern ein relativ stabiles Niveau erreicht hat. Europaweit entfielen 30% der verkauften Fahrräder auf E-Bikes und blieben damit auf dem Niveau des Vorjahres. Spanien ist die einzige Ausnahme und konnte um 4 Prozentpunkte auf 22% zulegen. Und während Deutschland mit einem Anteil der E-Bikes am Umsatz von 85% den höchsten Wert im Ländervergleich belegt, verzeichnet Österreich mit 57% weiterhin den größten E-Bike-Anteil am gesamten Absatz.
„Der deutsche Fahrradmarkt befindet sich auch 2026 noch in einer Übergangsphase“, erläutert Dr. Stefan Mohr, Partner und in der Region Europe West verantwortlich für das Sportbusiness bei EY-Parthenon. „Aktuell sehen wir noch Unsicherheiten mit verhaltener Nachfrage und vorsichtiger Preisentwicklung, rechnen aber schrittweise mit einer Stabilisierung des Absatzes und einem moderaten Umsatzwachstum bis 2031 in Höhe von jährlich 3%.“
Constantin Gall, Managing Partner von EY-Parthenon in Europe West ergänzt: „E‑Bikes entwickeln sich immer mehr zu einem zentralen Baustein der Verkehrswende. Gerade auf kürzeren Strecken sehen wir, dass Fahrten zunehmend vom Auto auf das E‑Bike verlagert werden. Nach dem Boom während der Corona‑Pandemie erlebt die Branche seit 2023 jedoch eine schmerzhafte Konsolidierung: Sinkende Absatzzahlen, hohe Lagerbestände und Preisdruck haben viele Anbieter zuletzt stark belastet. Gleichzeitig sind die fallenden Preise aus Verbrauchersicht eine gute Nachricht – sie machen E‑Bikes für breitere Käuferschichten erschwinglich und könnten die Nachfrage mittelfristig wieder beleben. Daher könnte die aktuelle Marktschwäche den Übergang in eine neue Wachstumsphase markieren.“
Gravel-Bike-Nachfrage steigt, Trekking- und Mountain-Bikes verlieren Anteile
In Deutschland wächst das Dropbar-Segment stark und erreicht mittlerweile einen Marktanteil von 9%. Treiber ist insbesondere die Nachfrage nach Gravel Bikes. Trekking- und City-Bikes (Urban Bikes) verlieren kontinuierlich Marktanteile in Richtung der Dropbar-Bikes. Die Mountainbike-Nachfrage ist seit 2019 stark gestiegen, war im Jahr 2025 aber leicht rückläufig auf einen 21%igen Marktanteil. Auch Lastenräder haben sich mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 23 Prozent seit 2019 nachhaltig in Deutschland etabliert: Rund 185.000 E-Lastenräder wurden 2025 in Deutschland verkauft, dazu kommen 35.000 mechanische Lastenräder.
Branche rechnet mittelfristig mit weiterem Wachstum
Die Erwartungen der Branche sind kurzfristig zurückhaltend: In den nächsten 12 Monaten erwarten 50% der von EY-Parthenon befragten Experten Wachstum, während 38% von einer Stagnation und 13% von einem weiteren Rückgang ausgehen. Bis 2031 zeigt sich hingegen ein deutlich positiveres Stimmungsbild, hier erwarten 62% der Befragten Wachstum.